Die Plattform Baukulturpolitik ist ein Zusammenschluss der Institutionen, die sich in Österreich mit den Themen Architektur und Baukultur befassen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, Bewusstsein für Baukultur speziell dort zu schaffen, wo VerantwortungsträgerInnen weitreichende Beschlüsse fassen. Die Institutionen der Plattform Baukulturpolitik agieren dabei in unterschiedlichen Bereichen, die eine Ba
sis für das Entstehen hochqualitativer Baukultur bilden:
Architekturvermittlung
Die Schnittstelle zur Öffentlichkeit:
Die in jedem Bundesland verankerten Architekturhäuser sowie weitere Vermittlungsinitiativen mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten. Ausbildung, Lehre, Forschung
Das Potential der Zukunft:
Alle Universitäten sowie Kunstuniversitäten mit Ausbildung in den Bereichen Architektur, Raum-, Landschafts- und Tragwerksplanung sowie entsprechende Fachhochschulen, postgraduale Weiterbildungseinrichtungen und einschlägige Forschungsinstitutionen. Standesvertretung und Interessensgemeinschaften
Die Garanten fachlicher Kompetenz:
Die Kammern der Architekten und Ingenieurkonsulenten mit ihren regionalen Strukturen sowie Interessensvertretungen von Architekturschaffenden. Bewusstsein bilden
Im Vorfeld der Nationalratswahl 2002 bildet sich eine Gruppe engagierter Personen, um Architektur, Raum- und Landschaftsplanung und Ingenieurwesen zum Thema der politischen Diskussion zu machen. Es werden Aktivitäten initiiert, Prozesse begleitet und Fachexpertise eingebracht.
2004 wird auf einstimmigen Beschluss aller Parteien die parlamentarische Enquete „Architekturpolitik und Baukultur“ abgehalten. Fachleute aus dem In- und Aus- land geben Einblick in die unterschiedlichen Aspekte von Planen und Gestalten und diskutieren darüber mit den ParlamentarierInnen. Als Ergebnis der Enquete erscheint 2006 erstmals der Österreichische Baukulturreport als umfassende Bestandsaufnahme. Er zeigt auf, wo baukulturrelevante Entscheidungen getroffen werden, welche Prozesse für die Verankerung von Baukultur ent- scheidend sind und welche Auswirkungen daraus für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt entstehen. Auf Bundesebene wird 2008 der Baukulturbeirat im Bundeskanzleramt als übergeordnetes Gremium eingerichtet. Beispielsweise erscheinen 2009 die Baupolitischen Leitlinien des Landes Steiermark und 2014 die baukulturellen Leitsätze der Stadt Wien.
2011 wird der zweite Österreichische Baukulturreport vorgelegt. Er formuliert auf Basis von Best-Practice-Beispielen konkrete Handlungsempfehlungen für die Zukunft.
2014 erreicht die Postkartenserie „Wandelbares Österreich“ eine breite Öffentlichkeit, darunter alle Abgeordneten auf Bundes- und Landesebene. Handlungen setzen
Baukulturpolitik ist kein Selbstläufer. Viele Handlungsempfehlungen der Baukulturreporte und die Empfehlungen des Baukulturbeirats im Bundeskanzleramt warten auf Umsetzung. Unsere zentralen Forderungen sind:
Die Entwicklung baukultureller Leitlinien des Bundes als Selbstverpflichtung der Republik Österreich zu nachhaltiger und qualitätsorientierter Baukulturpolitik. Die Einsetzung einer zentralen Einrichtung mit operativem Budget in Kooperation von Bund und Ländern zur Umsetzung und Weiterentwicklung dieser Leitlinien (beispielsweise eine Baukultur-Agentur). Ziel ist es, sich zehn vordringlichen Herausforderungen politisch zu stellen:
1. Ressourceneffiziente Siedlungsentwicklung
2. Stärkung der Orts- und Stadtzentren
3. Fokus auf die soziale Dimension der Baukultur
4. Qualifizierung öffentlicher Bauherren und qualitätsorientierte Auftragsvergabe
5. Prüfung der Baukulturrelevanz von Lenkungsmaßnahmen
6. Nutzung des ökonomischen Potenzials der Baukultur
7. Ausbau von Bildung, Vermittlung und Beteiligung in der Baukultur
8. Intensivierung baukultureller Forschung und Innovation
9. Evaluierung von Baukultur
10. Schaffung einer Förderstruktur für Baukultur
Seit Gründung der Plattform werden österreichweite Klausuren zur Präzisierung der inhaltlichen Positionierung abgehalten, bei denen Anliegen eingebracht und Schwerpunkte der Arbeit gemeinsam diskutiert und ausgearbeitet werden.