06/05/2026
Einladung zum Workshop für Studierende
Vom Material zum Werk: Analyse von Zirkulation, Deutung und Legitimation.
Zeit: 03.06.-04.06.2026
Ort: Friedrichshof, Römerstrasse 4, 2424 Zurndorf/Burgenland (ca. 60 km v. Wien entfernt)
Kontakt
Paul-Julien Robert – [email protected]
Zita Frohloff – [email protected]
Elisabeth Schäfer – [email protected]
Im Rahmen des künstlerischen Forschungsprojekts (FWF PEEK) „On the Art of Disappearance and the Urge to Preserve“ (Grant-DOI 10.55776/ART9401124 [link]), das sich mit Archivmaterial
zur sogenannten Mühl-Kommune sowie dessen späterer Zirkulation im medialen und kunstinstitutionellen Kontext beschäftigt, planen wir einen zweitägigen Workshop mit studentischen Teilnehmer:innen.
Otto Mühl war der Gründer der sogenannten „Mühl-Kommune“, einer sektenähnlichen Gemeinschaft, in deren Rahmen er schweren sexuellen Missbrauch beging und 1991 zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Zugleich war er ein durch den Wiener Aktionismus in den 1960er Jahren bekannt gewordener österreichischer Künstler.
Im Zentrum des Workshops steht die gemeinsame Sichtung und Analyse unterschiedlicherMaterialgruppen: Archivdokumente und Bildmaterial aus dem Kontext der „Kommune“, zeitgenössische Medienberichterstattung sowie Materialien aus späteren Ausstellungen und kunsthistorischen Einordnungen.
Die Teilnehmenden werden dieses Material gemeinsam aus einer analytischen Perspektive erschließen und in Beziehung setzen:
• Welche Formen von Geschichte werden in den unterschiedlichen Quellen sichtbar?
• Wie verändert sich die Darstellung, wenn Material aus einem geschlossenen System in
mediale und institutionelle Kontexte überführt wird?
• Welche Narrative entstehen in der Berichterstattung und in der kunsthistorischen
Aufarbeitung?
• Und inwiefern lassen sich dabei wiederkehrende Deutungs- oder Legitimationsmuster
erkennen?
Der Workshop ist als offener Arbeitsprozess angelegt, in dem Materialien gesichtet, strukturiert und gemeinsam diskutiert werden. Dabei geht es weniger um abschließende Bewertungen als um das Sichtbarmachen von Zusammenhängen, Brüchen und Verschiebungen zwischen den unterschiedlichen Materialebenen. Der Prozess wird filmisch begleitet. Um einen multidisziplinären Zugang zu der Thematik zu ermöglichen, suchen wir nach
Teilnehmer:innen aus unterschiedlichen Studienrichtungen:
Den Sozialwissenschaften, der forensischen Psychiatrie, der Psychotherapiewissenschaft sowie der Kunstgeschichte/Museologie bzw. dem Kritischen Kuratieren.
Der Workshop findet am Mittwoch, den 3.6., von 13:00 bis 18:00 Uhr sowie am
Donnerstag, den 4.6., von 9:30 bis 18:00 Uhr am Friedrichshof im Burgenland statt.
Teilnehmer:innen erhalten für die eineinhalb Tage ein Honorar in Höhe von 350 €
sowie eine Rückerstattung der Reisekosten von bis zu 175 € (erstattungsfähig sind
ausschließlich Anreisen mit dem Zug).
Die Kosten für Verpflegung und Unterkunft werden zusätzlich von uns übernommen.
Bewerbung Interessierte Studierende werden gebeten, einen kurzen Lebenslauf (CV) an eine der oben
genannten Kontaktadressen zu senden. Hinweis zur Teilnahme
Das verwendete Material kann Darstellungen enthalten, die im Kontext von Machtmissbrauch, Gewalt und sexualisierten Inhalten entstanden sind. Wir bitten alle Teilnehmer:innen, sich vorab
bewusst zu machen, dass die Auseinandersetzung mit diesem Material emotional belastend sein kann.
Die Teilnahme erfolgt auf freiwilliger Basis und ein Rückzug aus dem Workshop ist jederzeit ohneAngabe von Gründen möglich.