09/11/2023
Nie wieder.
Einen Satz, den wir oft gehört haben. Heute gedenken wir den Opfern des Novemberprogroms vor 85 Jahren. In der Nacht vom 9. auf den 10. November wurden ungefähr 400 Menschen ermordet oder in den Suizid getrieben. „Über 1.400 Synagogen und Betstuben sowie etwa 7.500 Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört, jüdische Friedhöfe und andere Einrichtungen der Gemeinden wurden verwüstet“, heißt es auf der Website des Jüdischen Museums Berlin. Die Angriffe, die von der NS-Führung organisiert wurden, stellen den Übergang der Diskriminierung der deutschen Juden und Jüdinnen ab 1933 hin zu ihrer systematischen Vertreibung und Unterdrückung dar.
Nie wieder ist jetzt.
Antisemitismus ist gerade so präsent, wie lange nicht mehr. Doch antisemitische Einstellungen verschwanden nach dem Ende der NS-Zeit nicht einfach in Deutschland, sondern überdauerten diese. So sind bis heute viele antisemitische Stereotype in der deutschen Gesellschaft verbreitet.
Einen traurigen Höhepunkt antisemitischer Gewalt stellte das Attentat von Halle im Jahr 2019 dar, bei dem zwei Menschen auf offener Straße erschossen wurden. Gewarnt wurde schon seit längerem vor einer Zunahme antisemitischer Gewalt in Deutschland, vor allem vor dem Hintergrund des weiteren Erstarkens des Rechtsextremismus der vergangenen Jahre. Jüdische Einrichtungen werden angegriffen, Jüd*innen trauen sich nicht mehr, den Davidstern oder die Kippa offen zu tragen oder ihre Kinder in die jüdische Kita zu schicken.
Seit dem 07. Oktober dieses Jahres berichten Jüd*innen in Deutschland wieder vermehrt von Anfeindungen sowie einer steigenden Angst, Opfer antisemitischer Gewalt zu werden.
Haben wir als Gesellschaft doch nichts dazu gelernt? Wie können wir „nie wieder“ sagen, den Opfern von damals gedenken und dann zulassen, dass sich heute jüdische Menschen auf deutschen Straßen nicht sicher fühlen?
Während wir heute den Opfern von damals gedenken, gedenken wir allen jüdischen Menschen, die Opfer von Hass und Gewalt wurden!