Das Forschungsteam des Forschungsbereichs „heiGOS – Heidelberg Research Group for Organization Studies“ am Max-Weber-Institut für Soziologie der Universität Heidelberg unter Leitung von Professor Markus Pohlmann führt wirtschafts-, organisations- und industriesoziologische Studien durch, die sowohl quantitative als auch qualitative Vorgehensweisen miteinschließen. Diese orientieren sich an einem h
andlungs- und strukturtheoretischen Ansatz mit besonderem Bezug zur Institutionenanalyse und adressieren dabei mehrere Ebenen. Derzeit führen wir drei Forschungsprogramme durch: Das Forschungsprogramm „Organisationale Devianz-Studien“ (ODS) ist eingebettet in einen interdisziplinären Verbund von Soziologen, Kriminologen, Rechtswissenschaftlern, ergänzt durch die Medizin, die Sinologie sowie die Politik- und Wirtschaftswissenschaften unter Leitung von Professor Markus Pohlmann. In sektoren- und kulturvergleichender Perspektive gehen wir der zentralen Frage nach, wie Organisationen von legalen Pfaden abkommen und wie sie gegebenenfalls wieder auf diese zurückfinden. Um dies zu erklären ist es das Ziel des Forschungsprogramms, neben gesellschaftlichen Ursachen und institutionellen Bedingungsfaktoren auch den rechtlichen Konsequenzen nachzugehen und damit den Beitrag der Organisationssoziologie für kriminologische bzw. Dabei liefert das organisationssoziologische Konzept der „organisationalen Devianz“ einen neuartigen Ansatzpunkt für die Erklärung einer bis dato unterbelichteten Form von Kriminalität, bei der es nicht ausschließlich um persönliche Bereicherung geht, sondern in erster Linie um die Verfolgung der Ziele der Organisation. Der Schwerpunkt des Forschungsprogramms „Internationale Management Studien“ (IMS) ist es, zu untersuchen, wie sich die Globalisierung auf der Ebene der Unternehmen – hier insbesondere der Industrieunternehmen – auswirkt. Eine verbreitete These der Globalisierungsliteratur ist, dass es zu einer Zunahme von transnationalen Unternehmen kommt und sich infolgedessen eine globale Manager-Klasse herausbildet, die neoliberale Managementprinzipien vertreten und dadurch die neoliberale Transformation der Wirtschaft vorantreiben. Die Annahme, die in der These von einem „neuen Geist“ des Kapitalismus gipfelt, wird im Rahmen des Forschungsprojekts durch die Untersuchung der Karrieremuster und Handlungsorientierungen von Top-Managern, die die höchste Position in den großen Industrieunternehmen der größten Volkswirtschaften der Welt innehaben, einer empirischen Prüfung unterzogen. Die multidimensionale und vergleichende Analyse ermöglicht Einblicke in die Art und das Ausmaß, von dem Manager durch die Globalisierung berührt werden. Im Bereich der Hospital Management Studies (HMS) führen wir unsere Untersuchungen zu Organisation und Management im Krankenhaus in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in Japan und Südkorea sowie in Brasilien durch. Unser Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und dem Exzellenzcluster der Universität Heidelberg gefördert. Es steht im Kontext langjähriger Organisations- und Managementstudien in Deutschland, Österreich und der Schweiz, den USA, Ostasien, Indien und Lateinamerika. Unter dem Dach der HMS führen wir derzeit das Teilprojekt „Das Management von Krankenhäusern. Neue Organisations- und Managementkonzepte im internationalen Vergleich“ durch. Es steht im Zusammenhang mit den Forschungen zu „Transculture of Capitalism“ im Exzellenzcluster Asia-Europe der Universität Heidelberg. Im Fokus des Teilprojektes stehen die kaufmännischen und medizinischen Spitzenkräfte im Krankenhaus. Von Interesse ist für uns aber auch, wie stark die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Prägungen in diesem Bereich sind. Wir begeben uns damit auf die Spuren der Reorganisationsbemühungen von großen Krankenhäusern in verschiedenen Ländern und wollen im internationalen Vergleich herausfinden, welche Rationalisierungstendenzen sich feststellen lassen und welche Auswirkungen diese auf das Patientenwohl, die Profitabilität von Krankenhäusern und die Organisation und Institution Krankenhaus selbst haben.