Brünn, eine ehemals freie deutsche Reichsstadt und die Hauptstadt Mährens, hatte ca. 300000 Einwohner, davon ca. 100000 Deutsche. Febr. 1911 versammelten sich die Studenten Baduschek, Czechofsky, Scheithauer und Scholze der Höheren Staatsgewerbeschule und der Höheren Textillehranstalt Brünn im Haus des Deutschen Schulvereins in Hussowitz und gründeten die Burschenschaft Suevia. Bereits in der Zeit
ab 1905 wurden in Brünn einige weitere Burschenschaften gegründet. Ausgelöst wurde diese deutsch-nationale Bewegung als Antwort auf einen großen Slawen-Kongreß, welcher 1905 in Brünn stattfand. Die erste Konstante hatte Suevia in der Gaststätte im Haus des Deutschen Schulvereins. Suevia gab sich folgende Farben: Burschenband (von oben nach unten): schwarz-rot-gold mit grünem Rand; Fuxenband: schwarz-rot-schwarz mit grünem Rand; Mütze: eichenlaub-grün mit goldenem Vorstoß (zuerst Schlappformat, später dann auf halbsteifes Format umgestellt). Der Wahlspruch lautete gemäß der burschenschaftlichen Tradition: "Ehre-Freiheit-Vaterland. Suevia wuchs rasch zu einem florierenden Bund heran. Die Jahrhundertfeier der Völkerschlacht bei Leipzig im Deutschen Haus in Brünn im Jahr 1913 fand unter Vorsitz der Burschenschaft Suevia statt und zeigte die Wertschätzung Suevias als herausragende Burschenschaft. Der Ausbruch des ersten Weltkrieges im Jahr 1914 sah viele Sueven an die Front ziehen. Im Urlaub traf man sich in der Bude im Deutschen Schulverein. Am Kriegsende im Jahr 1918 hatte Suevia 13 Kriegstote zu verzeichnen, was natürlich eine erhebliche Deziemierung für den Bund darstellte. Aber die übrigen Sueven entfalteten unbeirrt wieder das Banner Suevias. In der Zeit nach 1918 erfolgten kurzfristige Fusionen und Kartelle, bis 1924 Suevia dann wieder allein ihr Bundesleben gestaltete. Suevia wuchs zu einem Bund mit straffer Organisation und reger burschenschaftlicher und gesellschaftlicher Betätigung heran. Erwähnt seien hier die machtvollen Stiftungsfeste im Schubertbund und in der Mensa-Academica mit 200 bis 250 Teilnehmern. Im Jahr 1927 übernahm der Bundesbruder Karl Böhm, gleichzeitig Student der TH Brünn, die Leitung des Altherren-Verbandes. In den kommenden Jahre war die B! Suevia in vielen Belangen des Deutschtums in Brünn, sowie bei Sonnwendfeiern, in Turnvereinen, beim Schaufechten und bei Erntelagern im Schönhengstgau, wo feierlich jeden morgen die Suevenfahne gehisst wurde, aktiv. Im Jahr 1940 wurde dann der NS-Studentenbund installiert, in welchen alle Studentenvereinigungen gepresst wurden. Suevia wurde dabei zu einer Kameradschaft an der Höheren Textilschule umfunktioniert. Aller Vormundschaft zuwider, wurden aber intern oft noch burschenschaftliche Veranstaltungen abgehalten. Die letzte Veranstaltung unter Suevenfarben und die letzte Feier in der alten Heimat war die Julfeier 1944. Während der Kriegsjahre gab AHx Bb Böhm regelmäßig Rundbriefe heraus, welche einen innigen Kontakt zum Bund aufrecht erhalten ließen. Nach dem furchtbaren Kriegsende waren wieder viele tote Bundesbrüder zu verzeichnen. Es waren an die 40 Sueven, welche das Inferno nicht überlebt hatten. Ein Gedenken sei an dieser Stelle dem in die Geschichte eingegangenen Brünner Todesmarsch gewidmet. Durch die neu geschaffenen Staatsgrenzen nach Kriegsende war Brünn als Studienstadt und Heimat für eine deutsche Burschenschaft verloren gegangen. Es schien, dass dies das Ende der Suevia sein sollte. Die überlebenden Bundesbrüder waren in alle Winde verstreut. Aber mit zähem Überlebenswillen rief Bb Dipl.-Ing. Karl Böhm mit einem Brief im Jahr 1948 zur Sammlung und zur Errichtung einer neuen Aktivitas auf. So folgten Sueventreffen in Linz, Passau, Straubing, München und Regensburg. Durch entsprechende Keilarbeit, allen voran Bb AH Jelinek, konnten in Regensburg junge Studenten für die Burschenschaft begeistert werden, so dass am 26.10.1952 eine Wiederbegründung erfolgen konnte. Die Bundesbrüder wählten für den Bund nun den Namen "Alte Brünner Burschenschaft Suevia zu Regensburg". Suevia wurde an der damaligen Staatsbauschule Regensburg (heute Fachhochschule Regensburg ) 1954 ministeriell genehmigt. Verdiente Alte Herren, welche sich bei der Wiederbegründung sehr engagierten, waren die BbBb Böhm, Fink, Kieslich, Lackner, Dr.Nowotny Stefan, Dr.Nowotny Emil, Thym, Dr. Czabke, Maak, Serwatzki, Kölsch, Speil, Holzer, Jelinek, Reichel, Kromer, Zeisberger. Unter großen Opfern wurden in den nächsten Jahren Schulungen für die jungen Bundesbrüder durchgeführt, sowie diverse Anschaffungen wie Chargenwichs, Fahne und Mensurausrüstung getätigt. Die Bundesbrüder der ersten Generation waren : Lachnit (1.Sprecher), Biedermann, Ricker, Jaich, Spitz, Lecker, Weiß, Freunek, Bachinger,Würmseher, Münchmeier, Kraus. Durch die Erweiterung der Staatsbauschule zum Polytechnikum im Jahr 1958 erhielt diese Bildungsanstalt einen größeren Zulauf an Studenten, was auch Suevia zugute kommen sollte. Suevia blühte wieder. Stiftungsfest im Jahr 1961 verzeichnete die Aktivitas einen beachtlichen Stand von 21 Aktiven. Anläßlich des Festkommerses waren im großen Kolpingssaal in Regensburg an die 120 Farbenträger anwesend. Suevia war auch sehr mensurfreudig. Auf der Mensurliste war bei 6 oder 8 Partien auf der einen Seite meist nur Suevia verzeichnet. Suevia forderte zu dieser Zeit 3 Pflichtpartien. Unser Bund beteiligte sich in den folgenden Jahren rege am burschenschaftlichem Leben in Regensburg, chargierte des öfteren bei öffentlichen Anlässen, beteiligte sich an der Hochschulpolitik in Regensburg, war Gründungsmitglied der Deutschen Ingenieur-Burschenschaft und hatte auch zeitweilig den Vorsitz in der DIB inne. Seit Gründung der Universität in Regensburg im Jahr 1962 rekrutieren sich die Aktiven der B! Suevia aus Studenten der Fachhochschule Regensburg und der Universität Regensburg. In Ermangelung eines eigenen Hauses war natürlich die Budenfrage bisher immer ein Problem. So sind als Konstante folgende Stationen zu verzeichnen: Staudinger Hof, Hubertushöhe, Jesuiten Bräu, Dechnbettner Hof, Kneitinger Garten, Roter Herzfleck und über 15 Jahre das urige Gemäuer in der Keplerstr.13 an der Donau. Durch die außerordentliche Initiative unseres Bundesbruders Dipl.-Ing. Karl Spitz war es uns, über den im Jahr 1960 gegründeten Studenten-Wohnheim-Bauverein aber möglich, 1987 ein eigenes Haus zu erwerben. Dieses befindet sich in der Heimbergstr. 2 in Regensburg, in ausgezeichneter Lage zur Uni und zur FH und beherbergt stattliche 15 Aktivenzimmer und einen Kneipraum für ca. 25 Personen. Zu erwähnen ist noch, daß durch die Aktivität unseres AH Schindler im Jahr 1954 an der Staatsbauchule Coburg eine zweite Sueven-Aktivitas, die "Alte Brünner Burschenschaft Suevia zu Coburg" gegründet wurde. Über Jahre hinweg wurden die beiden Aktivitates Regensburg und Coburg durch einen gemeinsamen Altherrenverband getragen. Durch Unstimmigkeiten ergab sich jedoch 1977 eine Trennung, so daß seitdem zwei getrennten Bünde, jedoch mit gleichen Namen und gleichen Farben, existieren. Nun noch tabellarisch einige wichtige Daten in der Geschichte Suevias:
1911 Gründung der Burschenschaft Suevia in Brünn
1952 Wiederbegründung in Regensburg
1954 Gründung einer zweiten Aktivitas in Coburg
1960 Gründung des Studentenwohnheim-Bauvereins Regensburg eV
1960 Mitbegründung der Arbeitsgemeinschaft waffenstudentischer Korporationen in Bayern
1961 Feier des 100-semestrigen Stiftungsfestes im Kolpingshaus zu Regensburg
1964 Mitbegründung der Deutschen Ingenieur-Burschenschaft (DIB)
1977 Bb Dipl.-Ing.(TU) Karl Böhm tritt nach 50-jähriger Amtszeit als AHx zurück
1987 Kauf des Wohn- und Couleurhauses Heimbergstr.2 in Regensburg
1990 Namensumwandlung der Deutschen-Ingenieur-Burschenschaft (DIB) in Deutsche- Hochschul-Burschenschaft (DHB)
1999 Aufnahme Suevias als probendes Mitglied in die Deutsche Burschenschaft (DB)
1999 Auflösung der Deutschen-Hochschul-Burschenschaft (DHB) aufgrund der Aufnahme der DHB-Bünde in die DB
2001 Die ABB! Suevia ist endgültiges Mitglied in der Deutschen Burschenschaft (DB)
2013 Die ABB! Suevia tritt wie viele andere Burschenschaften aus der Deutschen Burschenschaft (DB) aus.
2016 Die ABB! Suevia ist Mitbegründer der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft (ADB) und gehört damit einem neuen liberalen Dachverband an. Dieser kurze geschichtliche Abriss soll Ihnen einen Einblick in den Werdegang der ABB! Suevia ermöglichen. Die Burschenschaft Suevia vermittelt ihren Mitgliedern den Grundsatz der Ehre, den Grundsatz der Freiheit (persönliche, politische und akademische Freiheit) und das Bekenntnis zum deutschen Vaterland, einschließlich der freien Entfaltung deutschen Volkstums in einem einigen Europa, der Gemeinschaft freier Völker. Suevia versucht, ihre Mitglieder zu kritischem, objektiven politischen Denken und Handeln zu erziehen. Die Arbeit der Burschenschaft vollzieht sich nach demokratischen Grundsätzen. Suevia fordert von ihren Mitgliedern eine gründliche allgemeine und fachwissenschaftliche Ausbildung. Suevia vertritt das Lebensbundprinzip und trägt als Bekenntnis zur bundesbrüderlichen Gemeinschaft und zu den Grundsätzen der Burschenschaft die eingangs erwähnten Farben. Weitergehende Informationen vermitteln wir Ihnen gern anlässlich eines Besuches auf unserem Haus.