Martin Heidegger Institut

Zum Martin Heidegger Institut:

Der Sinn des in globaler Vernetzung arbeitenden Martin-Heidegger-Instituts besteht in der Erforschung und Lehre und Edition des Werkes Martin Heideggers. Die leitende Idee ist, Heideggers Denken in methodischer Offenheit mit innovativen Fragen zu neuen Antworten zu bewegen. Innovative Fragen entspringen Perspektiven, die bisher in der Auslegung von Heideggers Philos

ophie wenig oder gar nicht angewendet worden sind (z.B. Heideggers esoterische Philosophie, sein Verständnis des Mediums, die (graphische) Relevanz der Schriftlichkeit in seinem Werk, Narrativität etc.). Die Reformierung verkrusteter Interpretationszugänge ist dem MHI also wichtig. Zur Förderung der Heidegger-Forschung im internationalen Kontext sind Tagungen, Workshops und Einzelvorträge in Planung. Zu Martin Heidegger:

26.9.1889 Martin Heidegger wird in der badischen Kleinstadt Meßkirch geboren. Zu dieser Stadt am südöstlichen Rand der Schwäbischen Alb und oberhalb des Bodensees wird Heidegger zeit seines Lebens eine innige Beziehung aufrechterhalten.

1909–1911 Studium der Theologie und Philosophie an der Universität Freiburg.

1911 – 1913 Studium der Philosophie, der Geistes- und Naturwissenschaften an der Universität Freiburg.

1913 Promotion bei Arthur Schneider in Freiburg.

1914 Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Heideggers Dissertation Die Lehre vom Urteil im Psychologismus. Ein kritisch-positiver Beitrag zur Logik erscheint. Militärdienst, davon von Ende 1915 bis Anfang 1918 bei der militärischen Postüberwachungsstelle in Freiburg, von Ende August bis Anfang November bei der Frontwetterwarte 414 (3. Im November 1918 zum Gefreiten befördert.

1915 Habilitation bei Heinrich Rickert über Die Kategorien- und Bedeutungslehre des Duns Scotus (erscheint 1916).

1916 Heidegger veröffentlicht den Aufsatz Der Zeitbegriff in der Geschichtswissenschaft.

1917 Heirat mit Elfride Petri.

1919 Privatassistent bei Edmund Husserl an der Universität Freiburg.

1922 Bezug der von Elfride Heidegger geplanten Hütte in Todtnauberg/Südschwarzwald.

1923 Ordentlicher Professor ad personam auf einem außerordentlichen Lehrstuhl in Marburg.

1924 Hannah Arendt nimmt ihr Studium bei Heidegger in Marburg auf.

1927 Sein und Zeit erscheint im Rahmen des »Jahrbuchs für Philosophie und phänomenologische Forschung« in Halle. Umsetzung auf den ordentlichen Lehrstuhl für Philosophie in Marburg.

1928 Nachfolger Husserls auf dem Lehrstuhl für Philosophie I in Freiburg. Einzug in das von Elfride Heidegger gebaute Haus auf dem Rötebuck in Freiburg-Zähringen.

1929 Antrittsvorlesung Was ist Metaphysik?, die im selben Jahr veröffentlicht wird. Zugleich erscheint Kant und das Problem der Metaphysik und der Aufsatz Vom Wesen des Grundes in der Festschrift für Edmund Husserl zum 70. Geburtstag.

1930 Heidegger lehnt zum ersten Mal einen Ruf nach Berlin ab.

1931 Heidegger beginnt, die sogenannten „Schwarzen Hefte“ zu notieren. Nach späterer mündlicher Mitteilung an seinen Sohn Hermann Heidegger sollen sie erst erscheinen, wenn alles andere aus dem Nachlass vorher veröffentlicht wurde. Sie sollen die wesentlichsten Gedanken seiner Philosophie zusammenfassen. Mit ihrer Veröffentlichung wird im Jahre 2014 begonnen.

1933 Hitler zum Reichskanzler ernannt. Heidegger wird fast einstimmig zum Rektor der Freiburger Universität bestellt. Eintritt in die NSDAP. Am 27. Mai des Jahres hält Heidegger seine Rektoratsrede mit dem Titel Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Seine Vorlesung im Sommer 1933 behandelt Die Grundfrage der Philosophie, in ihr geht es vorzüglich um die »Theo-Logik« Hegels. Ablehnung des zweiten Rufs nach Berlin sowie eines Rufs nach München.

1934 Rücktritt vom Rektorat. Vorlesung im Winter 1934/35 Hölderlins Hymnen »Germanien« und »Der Rhein«.

1936 Veröffentlichung von Hölderlin und das Wesen der Dichtung. Erste Vorlesung über Nietzsche: Der Wille zur Macht als Kunst im Winter 1936/37. Heidegger arbeitet an den Beiträgen zur Philosophie (Vom Ereignis). Sie erscheinen erst im Jahre 1989.

1939 Der Zweite Weltkrieg beginnt.

1940 Heidegger hält in einem kleinen Kollegenkreis an der Freiburger Universität Vorträge über Ernst Jüngers Der Arbeiter. Herrschaft und Gestalt.

1941 Hölderlins Hymne Wie wenn am Feiertage. . ..

1942 Platons Lehre von der Wahrheit.

1943 Der Vortrag und Aufsatz Vom Wesen der Wahrheit erscheint.

1944 Heidegger wird im November zum Volkssturm eingezogen, im Dezember wieder entlassen. Der größte Teil der Freiburger Altstadt wird durch Luftangriffe vernichtet. Es erscheinen die Erläuterungen zu Hölderlins Dichtung.

1945 Hitlers Tod. Unbedingte Kapitulation Deutschlands. Der politische Bereinigungsausschuss empfiehlt, Heidegger mit der »Möglichkeit beschränkter Lehrtätigkeit« zu emeritieren. Die Wohnung der Familie Heidegger wird beschlagnahmt. Die Söhne Hermann und Jörg befinden sich in russischer Gefangenschaft.

1946 Der Senat der Universität Freiburg schlägt eine Emeritierung Heideggers vor und erteilt keine Lehrerlaubnis. Auch die französische Besatzungsmacht verbietet Heidegger die Lehre. Heidegger begegnet zum ersten Mal Jean Beaufret.

1947 Es erscheint der so genannte Brief über den Humanismus gemeinsam mit dem schon älteren Aufsatz Platons Lehre von der Wahrheit. Der jüngere Sohn Hermann kehrt aus russischer Gefangenschaft zurück.

1949 Das französische Lehrverbot wird aufgehoben. Heidegger hält seine Bremer Vorträge. Der Sohn Jörg kehrt eben- falls aus russischer Gefangenschaft zurück.

1950 Pensionierung. Wiederbegegnung mit Hannah Arendt. Die Holzwege werden veröffentlicht.

1951 Emeritierung. Im Wintersemester 1951/52 und im darauf folgenden Sommer hält er seine letzte große Vorlesung mit dem Titel Was heißt Denken?, die im Jahre 1954 publiziert wird.

1954 Vorträge und Aufsätze.

1955 Heidegger hält einen Vortrag Qu’est-ce que la Philosophie? in Cerisy-la-Salle in der Normandie, der ein Jahr darauf veröffentlicht wird.

1959 Unterwegs zur Sprache und Gelassenheit erscheint. Heidegger hält seinen letzten großen Hölderlin-Vortrag Hölderlins Erde und Himmel in München.

1961 Nietzsche I/II.

1962 Heidegger hält in Freiburg seinen Vortrag Zeit und Sein, der im Jahre 1969 in Zur Sache des Denkens veröffentlicht wird. Das Ehepaar Heidegger macht seine erste Griechenlandreise. Die erste englische Übersetzung von Sein und Zeit in der Übersetzung von John Macquarrie und Edward Robinson erscheint in New York.

1966 Heidegger hält das für die französische Rezeption seines Denkens enorm wichtige erste Seminar in Le Thor ab.

1967 Heidegger spricht über Die Herkunft der Kunst und die Bestimmung des Denkens in Athen. Er begegnet Paul Celan in Freiburg und Todtnauberg.

1975 Die »Gesamtausgabe« beginnt zu erscheinen.

26.5.1976 Heidegger stirbt in Freiburg-Zähringen im eigenen Haus.

Eine schöne Rezension, die ich übersehen hatte. Dank an den Rezensenten/die Rezensentin:
03/10/2025

Eine schöne Rezension, die ich übersehen hatte. Dank an den Rezensenten/die Rezensentin:

Eine Buchkritik ist die Kritik eines Buches. Wenn sich aber ein Buch der »Theorie dieses Subjekts« widmet, was will man da kritisieren? Das Buch oder das Subjekt? Dieses Subjekt? Zuerst einmal ist es notwendig, Selbstkritik zu üben, sich in Selbstkritik zu üben, denn man ließ Peter Trawnys »As...

One of the best and strongest books about Heidegger of the last years. Therefore I translated it. - A must for everybody...
26/02/2020

One of the best and strongest books about Heidegger of the last years. Therefore I translated it. - A must for everybody, who is dealing with the political agenda of Heidegger's thinking.

Kabale: Das Geheimnis des Hebräischen Humanismus im Lichte von Heideggers Denken (Klostermann RoteReihe)

03/03/2019

Bemerkung zum aktuellen Stand der Heidegger-Forschung von Peter Trawny (3. März 2019)

In der akademisch betriebenen Heidegger-Forschung findet seit mehr als einem halben Jahrzehnt etwas Interessantes statt. An der Oberfläche hat mit der Veröffentlichung der „Schwarzen Hefte“ seit 2014 eine Verunsicherung stattgefunden, die sich moralisch-politisch in einer vermutlich erwartbaren Reaktion niedergeschlagen hat. Eine moralische Reserve gegen Heidegger hat sich bestätigt gefunden und ist noch reservierter geworden. Das wird dazu geführt haben, dass Heideggers Philosophie de facto akademisch noch weniger erforscht wird als vorher. (Genau könnte man das aber naturgemäß nur in einer statistischen Erhebung feststellen.)

Doch über diese eigentlich ideologische Borniertheit hinaus geschah noch etwas anderes, interessanteres. Seit der Veröffentlichung der Bände der Gesamtausgabe 73. 1 und 2 „Zum Ereignis Denken“ (2013), den „Schwarzen Heften GA 94-99, und dem Band 82 „Zu eigenen Veröffentlichungen“ präsentiert sich ein Heidegger, dem die Forschung nicht mehr gewachsen ist. Man feiert „Sein und Zeit“-Jubiläen, beschäftigt sich mit dem „frühen Heidegger“ und der „formalen Anzeige“ oder der „Metontologie“ — Alles wie gehabt. Doch die neuen Manuskriptformen, der andere Schreib-Stil und die neuartigen Reflexionsstrategien, das ganze Feld der textlichen Performanzen, dieses bewusst hyperbolische Denken etc. sind von der Heidegger-Forschung nicht oder kaum wahrgenommen worden.

Das belegen auch die letzten Rezensionen. Eggert Blum beschäftigt sich in der Badischen Zeitung am 26. 8. 2018 mit der Veröffentlichung der letzten "Schwarzen Hefte" (GA 98) und kann im Grunde nur sein Unverständnis konstatieren. Ebensowenig zeigt sich Thomas Meyer in seiner Rezension desselben Bandes in der Süddeutschen Zeitung vom 25. 10. 2018 philosophisch in der Lage, den neuen Textcharakter zu verstehen.

Man könnte also sagen, dass ein schon seit über vierzig Jahren toter Philosoph es schafft, seine eigene ihm geltende Forschung abzuhängen. Heidegger selbst zerstört seine eigene Doxographie, um nicht zu sagen: seine eigene Dogmatik. Daher wage ich die These, dass es inzwischen einen sehr anderen Heidegger gibt, als er in Jahrzehnten der akademischen Bearbeitung verfestigt und versteinert wurde. Wenn es noch einmal eine fruchtbare Heidegger-Forschung geben soll, dann muss sie tatsächlich noch einmal anders anfangen.

Das Programm zum nächsten Forschungstag:
09/11/2017

Das Programm zum nächsten Forschungstag:

Das Plakat-Design stammt - wie immer im Heidegger Institut - von Kathrin Lagatie.
14/09/2017

Das Plakat-Design stammt - wie immer im Heidegger Institut - von Kathrin Lagatie.

Dear friends of the Institute,the Martin-Heidegger-Institute does not receive any funding from the University of Wuppert...
13/04/2016

Dear friends of the Institute,

the Martin-Heidegger-Institute does not receive any funding from the University of Wuppertal, to which it belongs. This immediately threatens its existence; if the Institute were to disappear, an internationally renowned and unique center of critical and interdisciplinary study on Martin Heidegger’s works would be lost.

With the attached appeal we, a group of young researchers in the Humanities, urge the Rector of the Bergische Universität Wuppertal to guarantee an adequate financial support for the Institute.

We would highly appreciate it, if you took the time to support our petition by signing the appeal on the following link and by forwarding it to anyone who might be interested:

https://www.openpetition.de/petition/online/appeal-for-the-preservation-of-the-martin-heidegger-institute

Chiara Caradonna
Mădălina Guzun
Vanessa Huerta-Donado
Kathrin M. Lagatie
Tales Tomaz

The study of Martin Heidegger’s philosophy at the University of Wuppertal has a longstanding tradition, dating back to the years of its foundation in the 1970s. Since 2012 the newly created Martin-Heidegger-Institute has been promoting a critical in-depth analysis of Heidegger’s thought. The current…

Forschungstag "Ethik/Heidegger/Politik 2" und Workshop "Denken, Bauen, Wohnen" am Martin-Heidegger-Institut
24/02/2016

Forschungstag "Ethik/Heidegger/Politik 2" und Workshop "Denken, Bauen, Wohnen" am Martin-Heidegger-Institut

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42285

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