Tansania
Der Human Development Index 2012 der Vereinten Nationen stuft Tansania in der untersten Kategorie „Low Human Development“ ein, das Pro-Kopf-Einkommen der tansanischen Bevölkerung ist eines der Geringsten weltweit. Gleichzeitig vergrößert sich die Bevölkerung des Landes mit einer der weltweit höchsten jährlichen Zuwachsraten. Fehlende Schulbildung ist in diesem Zusammenhang sowohl Ursache,
als auch Resultat der Entwicklung. Kibwigwa
Kibwigwa hat etwa 15.000 Einwohner und liegt im Westen Tansanias in Ostafrika, ca. zehn Kilometer entfernt von der Grenze zu Burundi. Der Ort befindet sich in der Region Kigoma, die zu den Teilen Tansanias gehört, die die meisten
Pater Ferdinand und seine Schwester beim Aufmaß des Bauplatzes
Mängel im Bildungssektor aufweisen. Die Dorfgemeinschaft hat vier Primary Schools; die Kibwigwa Secondary School ist die einzige weiterführende Schule. Schulaula
Im letzten Jahr entstanden neben dem Schulgebäude zwei Internatstrakte, die 360 Mädchen und 360 Jungen beherbergen sollen, wodurch der Einzugsbereich der Schule vergrößert wird. Um einen funktionierenden Schulbetrieb zu gewährleisten ist ein Versammlungsgebäude zur Verpflegung der Schüler notwendig. Aktuell müssen die Kinder, um im Dorf Mittag zu essen, einen zweistündigen Fußweg zurücklegen. In der geplanten Schulaula sollen 500 Schüler zur selben Zeit essen können. Zusätzlich werden in der
Halle Veranstaltungen wie Gottesdienste, Musik-, Theater- und Tanzaufführungen für die Dorfbewohner stattfinden. Initiative
Initiator und Bauherr des Projekts ist Pater Ferdinand Barugize, der selbst in Kibwigwa aufgewachsen ist und in Österreich sein Priesterseminar abgelegt hat. Durch sein Engagement wurde der Verein AZUBI-KIBWIGWA gegründet. Der Förderverein aus Wien unterstützt Projekte, die Jugendlichen eine Ausbildung als Grundlage für eine selbstständige Zukunft bieten. Bereits der Bau der Unterrichts- als auch der Internatsgebäude wurde von Ferdinand Barugize vorangetrieben und vom Verein finanziell unterstützt. Auch die Kosten für den Bau der neuen Schulaula werden teils vom Verein getragen. Entwurf
Im Rahmen eines Semesterprojektes 2013/14 entwickeln 22 Studenten Entwürfe für die neue Schulaula. Ein ausgewählter Entwurf wird zur Zeit detailliert ausgearbeitet und im Sommer vor Ort gebaut. Der Entwurf basiert auf einem materialsparenden, historischen Holztragwerk, das stützenfrei über große Weiten spannen kann. Im Fokus des Unternehmens steht sowohl eine ressourcenschonende Bauweise, ein durchdachtes energetisches Konzept, als auch eine enge Auseinandersetzung mit der lokalen Baukultur. Ein wichtiges Anliegen ist zudem eine nachahmbare Konstruktion mit Vorbildcharakter zu schaffen. Verwendet werden vor allem lokale Baumaterialien, wie sonnengetrocknete und gebrannte Lehmsteine, Bambus, Stroh und Holz. Umsetzung
Die Studenten der TUM werden das Projekt gemeinsam mit lokalen Arbeitern im kommenden Sommer 2014 umsetzen. Damit wird nicht nur ein Know-How-Transfer in beide Richtungen möglich, sondern auch ein Einblick in die Lebensweise des jeweils Anderen. Ein Teil der Baukosten wird durch AZUBI KIBWIGWA abgedeckt. Dennoch benötigen wir weitere Spenden für Baumaterialien, einen vorbereitenden 1:1 Workshop und einen geringen Reisekostenzuschuss. Die Spenden werden ohne Anteil an Verwaltungskosten zu 100% für die anfallenden Projektkosten verwendet. Für einen Großteil der Reise- und Unterkunftskosten kommen die Studenten selbst auf. Die Spenden für dieses Projekt sind als Sonderausgaben steuerbegünstigt. Architekturstudenten bauen in Afrika
Mit dem 2007 bereits realisierten Kindergarten in Orangefarm, Südafrika beginnt eine Reihe von Afrika Projekten des Fachgebiets Holzbau der Technischen Universität München. Seitdem initiiert der Lehrstuhl unter Professor Herrmann Kaufmann jährlich ein Entwurfs- und Bauprojekt in Afrika. Dieses Jahr, 2014, steht bereits der achte Entwurf vor der Umsetzung. Alle Gebäude werden von den Studierenden im Rahmen ihres Studiums entworfen und anschließend vor Ort in Zusammenarbeit mit lokalen Arbeitern errichtet. Durch Projekte dieser Art und die dafür extreme Bausituation, werden für die beteiligten Studenten die Notwendigkeit unkonventioneller entwerferischer Lösungen und die Dringlichkeit des einfachen Bauens unmittelbar verständlich
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