23/06/2026
Abschlusspräsentation am 25. Juni, 10 Uhr
diearchitektur Halle, HP6, OG 4
Was passiert, wenn ein Entwurf nicht am Plan begann, sondern im Material selbst? Wenn Formen nicht entworfen, sondern erarbeitet, verformt, verworfen und neu zusammengesetzt werden? Im vergangenen Semester wurde der Außenraum des FH OÖ Campus Linz zum Experimentierfeld für einen Entwurfsprozess, der vom Umformen ausging: von Material zu Struktur, von Detail zu Raum, von Idee zu gebauter Realität.
Der Entwurf entstand aus der direkten Auseinandersetzung mit Material und Werkzeug. In Modellbau, Materialversuchen und intensiver Werkstattarbeit mit Lehm, Holz und Metall wurde untersucht, wie sich Materialien schneiden, biegen, falten und fügen ließen – und wie aus diesen Prozessen räumliche Strukturen entstanden. Herstellungslogiken wurden dabei selbst zu gestalterischen Strategien.
Umformen bedeutete mehr als physische Verformung. Es beschrieb einen offenen, iterativen Entwurfsprozess, in dem Modelle gebaut, verändert, zerstört und neu zusammengesetzt wurden. Aus konzeptionellen Detailmodellen entwickelte sich schrittweise eine räumliche Sprache, die Landschaft, Dachstruktur und Nutzung miteinander verknüpfte.
Im Mittelpunkt stand das Ziel, Materialeigenschaften nicht nur technisch zu nutzen, sondern sie konstruktiv, räumlich und atmosphärisch sichtbar zu machen. Auf die experimentelle Phase folgte die gemeinsame Realisierung eines ausgewählten Konzepts im Sinne eines Design-Build-Projekts. Die im base lab Wilhering vorgefertigten Strukturen wurden bis zum Semesterende am Campus montiert – als gebaute Resultate eines Prozesses des Umformens.
Bilder: Florian Fend, Marta Rota