13/11/2018
„Quo vadis, Raucher?“
Darstellungen der Konsumation von Tabak sind etwa 2500 Jahre alt und damit älter als das römische Reich und das Christentum. Doch während diese beiden schon früh ganz Europa überzogen blieb der Tabak auf seinem Heimatkontinent Südamerika. Erst im 16. Jahrhundert kam er auf den Schiffen der Entdecker der Neuen Welt nach Europa. Von da an war im ein steiler Zulauf an Konsumenten bestimmt.
Zwar wurde der Tabak als „heidnisches Kraut“ verteufelt, seine medizinische Wirkung bestritten und der Einfuhrzoll auf 4000% angehoben. Trotzdem stieg die Zahl der Konsumenten an. In Mitteleuropa verschafften vor allem die Soldaten des 30-jährigen Krieges dem Tabak Bekanntheit.
Aber wo die Konsumenten waren blieben auch die Gegner nicht fern, in Russland ließ man Rauchern Lippen und Nasen spalten und im Sultanat wurden Sie hingerichtet. Je mehr Menschen rauchten, desto drastischer wurden die Mittel der Verbotsbefürworter.
Fritz Licknit, das ist der Name des Mannes der vermutlich als einer der Ersten medizinisch erkannte was heute schon die meisten wissen: „Rauchen ist krebserregend!“ Licknit war als Arzt für die Nationalsozialisten in der Ersten Anti-Raucher-Kampagne tätig, er war es auch der den Begriff des „Passivrauchens“ prägte.
Die Führung des Nationalsozialismus sah im Rauchen eine Bedrohung der „Volksgesundheit“, welche aber unumgänglich für ihre Weltanschauung war. Aber mit dem Niedergang Deutschlands ging auch die Antiraucherkampagne in Luft auf.
Neben dem Grundgesetz, der Neuen Werteordnung und dem Marshallplan hatten die amerikanischen Besatzer noch etwas im Gepäck... Zi******en. Während gegen Kriegsende der Zi******enverbrauch pro Kopf in Deutschland zurückging (anders als in Amerika), schossen Sie jetzt wieder nach oben. Im 20. Jahrhundert etablierte sich dann der Raucher.
Im Jahr 2008 ein Schlag für unsere österreichischen Wirten, ein neues Tabakgesetz: Nun müssen Gasthäuser Raucherbereiche einrichten, wer das nicht schafft, muss zusperren. Die die es schaffen nehmen Kredite auf, verschulden sich und klemmen furchtbare Glaswände durch einst gemütliche Wirtsstuben. Ein Einschnitt für viele zugunsten des Nichtraucherschutzes.
Und jetzt, keine zehn Jahre später, sind Sie wieder da... nicht die N***s... die Nichtraucher. Mit der gleichen Vehemenz mit der Sie immer schon so oft auftraten. Und dasselbe Parteienkonglomerat das bereits in einer ersten Novelle so viele Betriebe zerstört hat, hat nun eine neue Rute ins Fenster gestellt: Absolutes Rauchverbot! Hier wird nicht unterschieden ob Restaurant oder Zigarrenbar, ob Diskothek oder Heuriger, ob Shisha-Bar oder Kaffeehaus. Als dieses Projekt nach einem Regierungswechsel scheiterte, greift der listige Neo-Oppositionelle in sein Trickkistchen. Was man vorher nicht durchsetzen konnte, soll jetzt der Mob erledigen, eine Schmierenkampagne und ein mediales Aufgebot von links um einer vom Volk abgestraften Partei doch noch zu ihrem Willen zu helfen. Nicht eingerechnet das der harte Stiefel der Sozialdemokratie hier wieder Arbeitsplätze von Arbeitnehmern nicht ausspart.
Ist es nicht mehr die Entscheidung des Wirten wie er sein Lokal führt und die des Gastes ob er es besuchen möchte? Diesen Mechanismus der Gleichschaltung kennen wir aus totalitären Systemen, aber ist unsere Demokratie so am Sand, dass man nicht einmal die Entscheidung ob man in ein Raucher- oder ein Nichtraucherlokal geht vom Bürger getragen werden darf? Sollen die Raucher dann bei jedem Wetter vor die Tür, wie Hunde angekettet durch ein Schutzgesetz zugunsten anderer? Müssen sich Raucher bald in ihren Wohnungen verstecken, wie Freidenker unter Metternich oder gibt es dann illegale Raucherclubs in Kellern, ähnlich den Lokalen in der amerikanischen Prohibitionszeit? Und wer wird als nächstes draußen bleiben müssen? Darum Raucher, quo vadis?
Es sind doch die Leute die in ein Raucherlokal gehen und sich über das Rauchen beschweren, die die auf einem Rockkonzert fordern, dass man die Musik leiser dreht, die die auf Grillparty herumheulen wie schlimm Fleisch essen ist, die die auf der Autobahn mit 110 am linken Rand fahren und Radau machen, wenn man sie rechts überholt.
Die ewigen Opfer, die sich immer angegriffen fühlen, ja die sind es, die es schaffen werden, dass unser politisch korrektes System den anderen alle Freiheiten nimmt, nur damit ihre Gefühle nicht mehr verletzt werden.
Raucht in euren Lokalen, hört eure Lieblingskonzert bei voller Lautstärke, lasst euch euer Steak schmecken, fahrt euer Tempo und pfeift auf die Gefühlswelt dieser Selbstdarsteller, ihr könnt es ihnen doch nicht recht machen.