29/05/2018
Sehr fein, die Trolle daran zu erinnern, dass sie nicht einmal ihre Arbeit ordentlich machen und genau dann beide Augen zudrücken, wenn Schlimmes passiert ...
Kunstaktion gegen die Präsenz des Verfassungsschutzes beim „Recruiting Day“
Wir haben gestern am 16.05.2018 eine künstlerische Protestaktion gegen die Präsenz des Bundesverfassungsschutzes während des „Recrutingdays“ durchgeführt.
Der Stand wurde von einem "Beweissicherungsteam" in Maleranzügen symbolisch mit Flatterband abgesperrt, ein Transparent mit der Aufschrift "N***s morden der Staat schaut zu - Verfassungsschutz und NSU" wurde entrollt und ein kleines Theaterstück aufgeführt. Zusätzlich wurde versucht eine Rede zu halten, die nach kurzer Zeit jedoch durch handgreifliches Verhalten unterbrochen wurde.
Während der Verfassungsschutz sich drinnen nicht zu einer Stellungnahme zu den Vorwürfen durchringen konnte, haben gleichzeitig die Organisatoren des „Recruitings Days“ hart durchgegriffen. Sie verboten das Filmen der Aktion und gingen nach mehreren Drohungen die Polizei zu rufen, selber körperlich gegen die Aktivist*innen vor.
Grund für das gewaltsame Einschreiten der Mitarbeiter*innen der Universität könnte unter Anderem das schlechte Licht sein, in das die Universität durch den Protest gegen den Verfassungsschutz gerückt werde, da sich dadurch womöglich die Attraktivität der Universität für Unternehmen, die hier Studierende anwerben wollen senken könnte.
Nach der Ansicht von Umbruch allerdings wäre die gesamte Studierendenschaft in ein schlechtes Licht gerückt worden hätte es einen solchen Protest nicht gegeben, da ansonsten keine kritische Öffentlichkeit möglich gewesen wäre.
Trotz massiver Behinderung der Aktion, konnte deutlich werden, dass der Verfassungsschutz Neonazi-Netzwerke massiv unterstützt hat und die Aufklärung des NSU-Komplexes, z.B. durch das Schreddern von Akten aktiv behindert worden ist.
Bei der zweiten Aktion am Nachmittag wurden an den Eingängen zu Gebäude K Flyer verteilt und die Bilder der Opfer des NSU an den Eingängen des Gebäudes K aufgehängt. Dort sind wir auch mit vielen Studierenden ins Gespräch gekommen.
Studierende der Bergischen Universität interessieren sich für die, von Frau Bundeskanzlerin Merkel 2012, versprochene lückenlose Aufklärung der Verbrechen des NSU. So wird zwischen dem 3. und dem 11.Juni 2018 eine Ausstellung zum Thema "Opfer des NSU" in der Universitätsbibliothek zu Gast sein. Des Weiteren gibt es eine Veranstaltungsreihe zu „5 Jahre NSU-Prozess – Kein Schlussstrich für Opfer und Zivilgesellschaft“ an der sich zwei Fachschaften und die Studierendeninitiative Umbruch beteiligen. Diese, vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Veranstaltungsreihe, thematisiert in verschiedensten Formen die mangelnde Aufklärung und auch die Verstrickungen des Verfassungsschutzes bei der Unterstützung der Neonazis sowie der Behinderung der Aufklärung bei dem Gerichtsprozess in München.
Dass der Verfassungsschutz, vermutlich, vom Unimarketing eingeladen, oder zumindest seinem Wunsch sich als Arbeitgeber präsentieren zu können entsprochen hat, ist nicht nur erschreckend, sondern zeugt zudem von Desinteresse der Universitätsoffiziellen sich mit dem Thema NSU-Komplex auseinanderzusetzen.
Das möchten wir, genuso wie das Vorgehen bei der künstlerischen Protestaktion, dezidiert scharf kritisieren. Die Universität als demokratisch verfasste Institution sollte sich zu der beispiellosen Mordserie verhalten. Sie sollte sich um eine, in diesem Zusammenhang besonders wichtige, staatskritische Perspektive bemühen und dadurch ein Vorbild für demokratisches Bewusstsein darstellen.
Leider mussten wir das komplette Gegenteil beobachten.