Rochus die katholische Mittelschulverbindung K.ö.St.V. Frankonia, in die auch Studenten aufgenommen werden sollten. Da eine gemeinsame Verbindung für Mittelschüler und Hochschüler nicht zulässig war, beschloss der Burschenconvent der Frankonia am 19. Juni 1920 die Gründung der Katholisch Akademischen Verbindung Bajuvaria. Die Gründungsburschen waren: Eduard Chaloupka, Otto Krammer, Johann Löw, Ern
st Rechtlehner und Josef Nagler. Bereits 1923 hatte die Verbindung das nicht leicht zu erlangende Recht durchgesetzt, an der Universität Wien in Farben aufzutreten. Als in sich gefestigte Verbindung suchte Bajuvaria 1924 erstmals um Aufnahme in den Cartellverband an. Nachdem Bajuvaria 1929 auf der Cartellversammlung den Status einer „freien Verbindung“ (Probemitglied) erlangt hatte, wurde sie 1932 endgültig in den CV aufgenommen. Der Druck der Nationalsozialisten auf die österreichischen CV-Verbindungen führte 1933 zu deren Loslösung vom CV und zur Gründung des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV). Die Korporationen des ÖCV schlossen Nationalsozialisten aus ihren Reihen aus und CVer waren an politisch führender Stelle aktiv im Kampf für eine selbständiges Österreich. An der Spitze standen die CV-Mitglieder und Bundeskanzler Engelbert Dollfuß und Kurt Schuschnigg. März 1938 folgten auch Bajuvaren dem Aufruf des CV zum bewaffneten Widerstand gegen den Anschluss. Unmittelbar nach dem Einmarsch Hitlers wurde die Bajuvaria wie alle anderen ÖCV-Verbindungen verboten. Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft und der Befreiung Wiens sammelte sich bereits im April 1945 eine kleine Schar Bajuvaren mit der Absicht, die Verbindung zu reaktivieren. Schon im Herbst 1945 konnte ein improvisierter Verbindungsbetrieb aufgenommen werden. Sogar die Prunkfahne überlebte die Kriegswirren. Ab 1946 gehörten Stiftungsfest und Weihnachtskommers wieder zu den Fixpunkten des Verbindungslebens. Handfest stellten Bajuvaren im Herbst 1950 ihr Engagement für ein freies demokratisches Österreich unter Beweis. Sie trugen durch die Beteiligung bei Barrikadenräumaktionen zur Abwehr des Putschversuches der österreichischen Kommunisten bei. Mai, dem Vorabend der Staatsvertragsunterzeichnung, verlieh Bajuvaria im Rahmen des Kommerses zum 35. Stiftungsfest Bundeskanzler Julius Raab das Ehrenband (in Anwesenheit des Außenministers Leopold Figl, der schon 1947 das Ehrenband erhielt). Im Studienjahr 1968/69 stellte Bajuvaria erstmals den Vorort (Vorsitz) im ÖCV. In dieser von Studentenunruhen bewegten und schwierigen Zeit suchte der ÖCV nach einem neuen Selbstverständnis. Budengeschichte:
Bajuvaria hat sich seit den 1950er Jahren von einer kleinen Landstraßer Verbindung zu einer Großverbindung entwickelt, die nicht nur ein neues Verbindungsheim benötigten, sondern auch ein Kommuniaktionszentrum, das für alle Mitglieder gleichermaßen leicht erreichbar war. 1958 übersiedelte die Verbindung deshalb in den 1. Bezirk, in die Walfischgasse 4. Bald jedoch konnte auch dieses Lokal den steigenden Bedürfnissen nicht mehr gerecht werden.
1980 wurden mit dem Ziel, hier für die Bajuvaria in zwei Stockwerken eine neues Heim zu schaffen, die Obergeschosse des Leerstehenden und vom Verfall bedrohten Hauses Wien 1., Naglergasse 13, erworben. Die Renovierung erforderte von allen Beteiligten viel Planungsarbeit, Kraft und Zeit. Von den Fundamenten bis zum Dach musste das ganze Haus vollkommen saniert werden. Der erforderliche Umbau wurde unter der Federführung von mehreren Bajuvaren wie Dkfm. Peter Weninger, dem Architekten Ing. Gustav Blei und Utz Purr sowie der finanziellen Unterstützung zahlreicher Bundesbrüder durchgeführt. Die Einweihung der neuen Bajuvarenbude erfolgte durch den Bajuvaren Erzbischof Cesare Zacchi am 20. November 1982. Sie erhielt nach dem Gründungsburschen, langjährigen Philistersenior der Bajuvaria und gleichzeitigem Vorsitzenden der Verbandsführung des ÖCV den Namen „Dr. Eduard Chaloupka-Bude“. Im Sommer 2007 wurde die Bude neu eingerichtet und renoviert, sie erstrahlt seitdem in neuem Glanz.