19/05/2026
Triest-Exkursion 🌊
Sich den Städten Wien und Triest über die Frage zu nähern, inwiefern sie als ästhetisches Programm gelesen werden können, war das Ziel der Exkursionsgruppe, die unter der Leitung von Rudolf Kaisler und Jakob Deibl die Tage vom 29. April bis 02. Mai gemeinsam in Triest verbracht hat. Die Hafenstadt, die für mehr als 500 Jahre Teil der Donaumonarchie war, teilt mit Wien nicht nur eine gemeinsame Geschichte, sondern auch eine reiche kulturelle Tradition in der engen Verbindung von Kunst, Religion und Architektur. Nicht umsonst wird die Stadt gerne als „Wien am Meer“ bezeichnet.
Die Teilnehmenden haben jeweils in Wien und Triest Orte präsentiert, die von den Mikrostrukturen der Stadt und ihren Lost-Places über die Verkehrswege und deren Transformation bis hin zur Kaffeehauskultur der beiden Städte reichten. Der architektonischen Vielfalt der beiden Städte haben wir uns über einen Vergleich der beiden Dome (St. Stephan, S. Giusto), zweier Beispiele modernen Kirchenbaus (Unterheiligenstadt, S. Teresa) sowie brutalistischer Sakralarchitektur (Wotrubakirche, Monte Grisa) angenähert. Darüber hinaus reichte das Programm von der Besichtigung der beiden Universitäten über besondere Wohnbauprojekte bis hin zur historisch-politischen Verbindung der beiden Städte (Miramare).
Neben der themenbezogenen vergleichenden Betrachtung war ein besonderer Fokus des Seminars die Reflexion der Stadtwahrnehmung, die sich durch das gemeinsame Unterwegssein konfiguriert. Das gemeinsame Unterwegssein hat z.B. fragen lassen, auf welchen Routen wir uns durch die Stadt bewegen, was zu bestimmten Zeitpunkten gehört, gerochen oder gespürt wird, welches Tempo die Stadt hat, was sich dem unaufmerksamen Auge entzieht und welche Mechanismen unser Gehen und Verweilen lenken.
Foto 1&2: Monte Grisa
Foto 3: Schloss Miramare
Foto 4: Gruppe auf Monte Grisa
Foto 5: Mosaik im Dom San Giusto
Foto 6 & 7: Universität Triest
Foto 8: Molo Audace
Foto 9: Kaffeehauskultur im Caffé San Marco