08/03/2018
ZUKUNFT ARBEIT:
Welche Schlüsselkompetenzen braucht es im digitalen Zeitalter?
Auswirkungen der Automatisierung auf die Mitarbeiter, die Unternehmen und das Bildungssystem
Der Einfluss der Automatisierung und Digitalisierung auf die Arbeitswelt dürfte in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Die Deloitte-Studie „Welche Schlüsselkompetenzen braucht es im digitalen Zeitalter?“ beleuchtet die damit verbundenen Auswirkungen auf die Schweizer Beschäftigten und zeigt auf, welche Kompetenzen in Zukunft besonders gefragt sein werden. Ebenso wird der Frage nachgegangen, wie das Bildungssystem und die Unternehmen auf diese Veränderungen reagieren sollten.
Welche Schlüssel-kompetenzen braucht es im digitalen Zeitalter?
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
Beschäftigungswachstum dank Automatisierung
Automatisierung hat in den vergangenen Jahren mehr Stellen geschaffen als verdrängt. Von den rund 800'000 neuen Stellen, die zwischen 1990 und 2013 entstanden sind, dürften rund 25% resp. 200'000 alleine auf die Automatisierung zurückzuführen sein. Es ist davon auszugehen, dass die Automatisierung auch in den nächsten Jahrzehnten mehr Stellen schaffen als ersetzen wird. Gleichwohl dürften sich die Transformation und die Verschiebung von Stellen innerhalb und zwischen den Branchen beschleunigen.
Zunahme der Wissens- und Bildungsintensität
In den letzten Jahrzehnten hat die Zahl der Beschäftigten deutlich zugenommen, für die kognitive Kompetenzen und Fachwissen im Bereich Kundenservice wichtiger wurden. Dies unterstreicht den Trend in Richtung einer dienstleistungsorientierten Schweizer Wirtschaft. Gleichzeitig haben auch das Ausbildungsniveau und die komplexen Problemlösungsfertigkeiten der Beschäftigten an Bedeutung gewonnen.
Kreativität, soziale Intelligenz und ICT-Kenntnisse als zukunftsweisende Kompetenzen
Besonders zukunftssichere Kompetenzen sind Kreativität und soziale Intelligenz. Sie dürften für die Ausübung eines Grossteils der neu geschaffenen Stellen bis 2030 erforderlich sein. Gleichzeitig schützen sie auch vor Automatisierung, da Menschen in Sachen Kreativität und sozialer Intelligenz gegenüber Maschinen und Software eindeutig im Vorteil sind. Gefragt sein werden in Zukunft auch vermehrt Personen, die über ausgeprägte mathematische oder technische Kompetenzen im ICT-Bereich verfügen. Die Arbeitsmarktchancen und der Schutz vor Automatisierung dieser Personen lassen sich aber deutlich erhöhen, wenn deren mathematische und technische Kompetenzen mit Kreativität und/oder sozialer Intelligenz kombiniert werden können.
Die Chancen in der Nische: Ausbildung, Gesundheit und Kommunikation
Gute Zukunftschancen bieten sich auch für Personen mit ausgeprägten Kompetenzen im Bereich Ausbildung, Gesundheit und Kommunikation. Sie dürften zwar nicht für die Mehrheit der neu geschaffenen Berufe wichtig sein und können daher als Nischenkompetenzen bezeichnet werden, doch auch sie bieten Schutz vor Automatisierung.
Zukunftschancen für Tieferqualifizierte dank Flexibilität und Vielseitigkeit
Menschen haben nicht nur im Bereich kreativer und sozialer Intelligenz einen Vorteil gegenüber Maschinen, sondern auch bei der Vielseitigkeit und situativen Anpassungsfähigkeit – Kompetenzen die z.B. für Köche oder Coiffeure wichtig sind. Daher dürfte es auch für Personen mit einem eher tieferen Ausbildungsniveau, die aber handwerklich begabt sind und über hohe psychomotorische Kompetenzen verfügen, Zukunftschancen geben.