18/10/2026
Für jüdische Menschen begann am 7. Oktober 2023 eine neue Zeitrechnung. Doch auch abseits der in den Medien sichtbaren Fälle, hasserfüllter Demonstrationen auf den Strassen, öffentlichkeitswirksamer Besetzungen und Boykottaufrufen an Universitäten hat sich die Atmosphäre an vielen Hochschulen nachhaltig verändert.
Die Betroffenen berichten von Zurückweisung, Ausgrenzung und zunehmender Unsicherheit. Sie beschreiben, welche Auswirkungen diese Erfahrungen auf ihren akademischen Alltag, ihr berufliches Selbstverständnis und ihre persönliche Lebensrealität haben.
Zugleich geben die Selbstzeugnisse Einblick in unterschiedliche Formen des Umgangs mit diesen veränderten Bedingungen.
Was machte diese Entwicklung mit jüdischen Menschen, die an diesen Hochschulen tätig sind? Inwiefern wurden ihr berufliches Selbstverständnis, ihre Position im akademischen Raum und ihre Lebensrealität beeinflusst? Welche Strategien entwickelten sie im Umgang mit Anfeindungen und institutionellen Unsicherheiten?
In über sechzig Selbstzeugnissen von Mitgliedern des Netzwerks jüdischer Hochschullehrender in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie ihres Unterstützungskreises entwerfen Betroffene ein eindringliches Bild von Zurückweisung, Ausgrenzung und Vereinsamung in jener Lebenswelt, die sie einst als ihre geistige Heimat betrachteten. Zugleich dokumentiert der Band die Handlungsfähigkeit der Beteiligten unter erschwerten Bedingungen. Das Buch eröffnet einen ebenso bestürzenden wie aufschlussreichen Blick auf die prekäre Lage jüdischer Hochschulangehöriger hinter den aufgeladenen Diskursen unserer Zeit.
Zum Buch: https://www.wallstein-verlag.de/9783835361928-ausnahmezustand.html
Zum BaZ-Artikel: https://www.bazonline.ch/antisemitismus-das-erleben-iuden-an-schweizer-unis-212666195660