28/05/2026
Moritz Tramer (1882-1963) gilt als Pionier der Kinderpsychiatrie. Während er zu Lebzeiten internationale Anerkennung erhielt, ist er heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei kann die von ihm von 1934 bis 1963 herausgegebene «Zeitschrift für Kinderpsychiatrie» als bedeutende Plattform des Austauschs für eine internationale und in den Kriegsjahren zunehmend versprengte Fachschaft gelten. Auch Kinder kamen darin durch zahlreiche Abbildungen von Zeichnungen zu Wort.
Der vorliegende Band beleuchtet ausgewählte Aspekte der frühen Kinderpsychiatrie aus historischer und kulturgeschichtlicher Perspektive. Im Zentrum zweier Kapitel steht die Zeitschrift: zum einen als fragiles Netzwerk, zum anderen als Publikationsort von Kinderzeichnungen. Ein weiteres Kapitelsituiert Tramers für seine Zeit neuartigen Zugang zum Kind im Spannungsfeld von Psychiatrie und Eugenik in der Schweiz. Ein Beitrag geht den Anfängen der von ihm gegründeten Kinderbeobachtungsstation Gotthelfhaus nach, und ein Kapitelwidmet sich dem wissenschaftlichen und publizistischen Wirken der Psychotechnikerin Franziska Baumgarten-Tramer(1883-
1970), in dem sich fachliche Arbeit, gesellschaftliche Verantwortung und öffentliches Engagement eng verbanden. https://www.chronos-verlag.ch/node/29165