Die Geschichte der Alemannia beginnt im Jahre 1919 mit der Gründung des "Lesekreises" (LK), eines Literatur und der Freundschaft verschriebenen Vereins von Schülern, doch schon bald stellte sich das Nachwuchsproblem ein. Schiers hatte bereits zwei etablierte Verbindungen, die Amicitia und die abstinente Rhätia, welche beide immer über genügend Nachwuchs verfügten. Im Gegensatz zu den Verbindungen
fehlte dem Lesekreis zum einen ein Äußeres Erkennungsmerkmal wie Band und Mütze, zum anderen trat man öffentlich kaum in Erscheinung; ebenso war der Name "Lesekreis" bei der Schülerschaft zu wenig attraktiv. Die Verbindungen wurden im übrigen gegenüber den nicht wenigen Schülervereinen bevorzugt behandelt und hatten in gewissen Dingen eine Vormachtsstellung. Oktober 1922 wurde deshalb beschlossen, den Verein in eine Verbindung umzuwandeln, ihr den Namen Alemannia und die Farben "Schwarz - Gold - Rot" zu geben. Die Statuten wurden geschrieben und bald darauf beschaffte man sich ein kleines Medaillon in den Verbindungsfarben, welches im Knopfloch getragen wurde.
1923 wurde der Farbenkantus geschrieben, Couleurbänder angeschafft und eine Hütte gemietet. Ein Jahr darauf konnte man zum ersten Mal nach einer Sitzung in den Hof der EMS einmarschieren und als Alemannia unter den Augen der Direktion und der anderen Verbindungen den Farbenkantus einkantieren.