Humans of UZH

Humans of UZH Hast du dich an der Uni schon mal als kleiner Fisch im grossen Teich gefühlt? Wir wollen den Studenten an den Zürcher Universitäten ein Gesicht geben.

«Zora i ja»: Das ist der Name meines Start-Ups. Es geht um Mode, es geht um Bosnien, es geht ein Stückweit auch um meine...
09/12/2021

«Zora i ja»: Das ist der Name meines Start-Ups. Es geht um Mode, es geht um Bosnien, es geht ein Stückweit auch um meine Mama; und es geht darum, dass ich Bock habe, mein eigenes Ding zu machen.

Ausprobiert habe ich schon einiges. Das hilft mir jetzt, die kreative Ader mit dem Unternehmerinnengeist zu verbinden. Ich bin ausgebildete Dentalassistentin, erfahrene Assistentin in einer Anwaltskanzlei und nun Studentin an der Kunsthochschule. Die ZHdK lässt mir viel Freiheit, um mein Studium auf meine Interessen auszulegen. Ich interessiere mich sehr für Mode. Mein Start-Up wird ein eigenes Stricklabel sein. Die Idee kam so: Ich skizzierte die Pullover, und meine Mama strickte sie. Es entstand eine neue Art von Verbundenheit zwischen uns. Nach und nach entwickelte ich die Idee, meine bosnische Herkunft in das Projekt einfliessen zu lassen. In Zmijanje in Bosnien, wo meine Mama herkommt, gibt es eine alte, einzigartige Sticktradition der «Zmijanjski Vez». Das Kreuzstich-Verfahren wurde von der UNESCO anerkannt und gehört zum Immateriellen Kulturerbe Bosniens. Diese Tradition möchte ich in den zeitgenössischen Kontext übersetzen. Ich arbeite mit Strickerinnen in Bosnien zusammen und auch mit einer Ethnologin. Das Projekt hat überraschend viele Fragen aufgeworfen zu meiner Herkunft, meiner Identität. Ich hab das Gefühl, der ganze Prozess bringt mich näher zu mir selbst.

Das klingt natürlich alles sehr hübsch und einfach. Ein Start-Up ist aber nicht nur Unabhängigkeit und Freiheit; besonders dann, wenn’s darum geht, Rechnungen zu bezahlen. Klar gibt es mal Probleme. Diese sehe ich aber als Herausforderung. Und mein Start-Up ist nunmal ein Herzensprojekt.

Sandra Seb, Art Education, ZHDK

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«Zora i ja»: Das ist der Name meines Start-Ups. Es geht um Mode, es geht um Bosnien, es geht ein Stückweit auch um meine...
09/12/2021

«Zora i ja»: Das ist der Name meines Start-Ups. Es geht um Mode, es geht um Bosnien, es geht ein Stückweit auch um meine Mama; und es geht darum, dass ich Bock habe, mein eigenes Ding zu machen.

Ausprobiert habe ich schon einiges. Das hilft mir jetzt, die kreative Ader mit dem Unternehmerinnengeist zu verbinden. Ich bin ausgebildete Dentalassistentin, erfahrene Assistentin in einer Anwaltskanzlei und nun Studentin an der Kunsthochschule. Die ZHdK lässt mir viel Freiheit, um mein Studium auf meine Interessen auszulegen. Ich interessiere mich sehr für Mode. Mein Start-Up wird ein eigenes Stricklabel sein. Die Idee kam so: Ich skizzierte die Pullover, und meine Mama strickte sie. Es entstand eine neue Art von Verbundenheit zwischen uns. Nach und nach entwickelte ich die Idee, meine bosnische Herkunft in das Projekt einfliessen zu lassen. In Zmijanje in Bosnien, wo meine Mama herkommt, gibt es eine alte, einzigartige Sticktradition der «Zmijanjski Vez». Das Kreuzstich-Verfahren wurde von der UNESCO anerkannt und gehört zum Immateriellen Kulturerbe Bosniens. Diese Tradition möchte ich in den zeitgenössischen Kontext übersetzen. Ich arbeite mit Strickerinnen in Bosnien zusammen und auch mit einer Ethnologin. Das Projekt hat überraschend viele Fragen aufgeworfen zu meiner Herkunft, meiner Identität. Ich hab das Gefühl, der ganze Prozess bringt mich näher zu mir selbst.

Das klingt natürlich alles sehr hübsch und einfach. Ein Start-Up ist aber nicht nur Unabhängigkeit und Freiheit; besonders dann, wenn’s darum geht, Rechnungen zu bezahlen. Klar gibt es mal Probleme. Diese sehe ich aber als Herausforderung. Und mein Start-Up ist nunmal ein Herzensprojekt.

Sandra Seb, Art Education, ZHDK

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Studis im Nachtleben - Jung, Wild & Sexy oder eher Young, Smart & Broke? "Wie kann ich als Studi los- und lockerlassen? ...
18/10/2021

Studis im Nachtleben - Jung, Wild & Sexy oder eher Young, Smart & Broke?

"Wie kann ich als Studi los- und lockerlassen? Mit Freund*innen feiern! Das macht mich nicht nur fröhlich, sondern rettet auch vor dem krummen Lernrücken.

Während die beruflichen Vollzeitler*innen in der schönen Cocktail-Bar um die Ecke zum fünften Cocktail ansetzen, werde ich kaum mehr als zwei davon schlürfen. Vor allem nicht, wenn es später noch in einen der überteuerten Zürcher Clubs gehen soll. Aber hey! Dafür schulen wir uns hier in Prioritätensetzung und stolpern bestenfalls auf unvorhergesehene Alternativen, die manchmal sogar noch viel besser sind.

Abstriche muss ich aus finanziellen Gründen dann trotzdem keine machen. War ich letzten Freitag noch im Club meinen Lieblings-DJ hören, und muss den kommenden aus Gründen der Finanzkraft aussetzen: dann ab nach Winti zur Hausparty von Lukas, dem alten Bekannten aus Schultagen. Dort legt Jan dann auf, Lea hat alles dekoriert, Ben vorzüglich gekocht und wir, der Rest der Bande, haben alle auch was mitgebracht. Und wer weiss, vielleicht lernt man im Verlauf des Abends noch Sophie kennen, welche dich zur Feier bei dem dir noch unbekannten Jonas am folgenden Donnerstag einlädt."

- Tipp der Redaktion: Mit dem ZKB Nachtschwärmer fährst du freitags und samstags ab 19:00 gratis im ganzen-ZVV Netz. Check das kostenlose Angebot hier: bit.ly/zkbnachtnetz

"Ich war als Kind ein Aussenseiter. Ich konnte keinen Anschluss finden aufgrund meiner Verhaltensweisen, die etwas spezi...
20/09/2021

"Ich war als Kind ein Aussenseiter. Ich konnte keinen Anschluss finden aufgrund meiner Verhaltensweisen, die etwas speziell waren. Ich hatte Mühe mit Kommunikation. Wie kann ich andere verstehen und sie mich?

Als Jugendlicher hab ich mich stark ins Internet zurückgezogen, weil ich sonst nicht so viele Kontakte hatte. Ich war Fan von einer Sängerin, Marina and the Diamonds, und ich erstellte eine Fanpage, die ziemlich gross wurde. Ich merkte, dass ich da gut mit Gleichgesinnten kommunizieren konnte. Körpersprache zum Beispiel, die ich im echten Leben nicht zu interpretieren wusste, spielt im Internet keine Rolle. Ich war auch weniger ängstlich in den Chats, weil ich wusste, dass ich die Leute sowieso nie sehe. Für mich war das super. Ich fühlte mich verstanden. Ich wurde nicht ver- oder beurteilt. Natürlich ist die Fanpage heute etwas cringy, wenn ich zurückblicke. Aber ich glaube, wir haben alle ein paar Dinge im Internet gepostet, als wir 13 waren, die uns heute peinlich sind. Aber damals haben wir uns eben so gefühlt und es war genau richtig.

Ich habe mittlerweile gelernt, damit umzugehen, wenn ich mich von anderen Leuten verurteilt fühle, sei es durch Blicke oder sonst wie. Es ist mir sehr wichtig, dass ich ich sein kann, mit all meinen Facetten. Es kommt für mich nicht in Frage, mich zu verstellen. Ich bin viel selbstsicherer geworden und es bereitet mir kaum noch Mühe, auf andere Menschen zuzugehen."
- Niklas, Phiolsophie & Germanistik, UZH

«Mein handwerkliches „Coming-Out“ erwies sich als schwierig. Wenn auch unbegründet.Theater, Oper? Nenn mir ein Stück, ic...
09/09/2021

«Mein handwerkliches „Coming-Out“ erwies sich als schwierig. Wenn auch unbegründet.

Theater, Oper? Nenn mir ein Stück, ich bin dabei. Wie die Motte das normale Licht, so liebe ich das Scheinwerferlicht. Wenn auch aus Auge der Betrachterin und mit besonderem Augenmerk auf das Kostüm, das besagte Motte trägt: je bunter, üppiger und glitzernder, desto besser. Auch der Grund, weshalb ich es mag mich in Kostümfilmen zu verlieren. Ich kann problemlos das zwanzigste Mal Marie Antoinette (alias Kirsten) dabei zusehen, wie sie durch die weiten Gärten von Versaille wandert, trotzdem wird mir ein schneiderisches Detail auffallen, das mir die letzten 19 Mal verborgen blieb.

Von Kindesbeinen an häkle, säume oder sticke ich, meine Maturarbeit fiel in Form eines historischen Kostüms aus. Nach dem Gymi ging ich aber an die Uni, weil man nach dem Gymi eben an die Uni geht. Als mir meine Mutter irgendwann, inmitten meines Studiums, von einer Schule erzählte, welche die Schneiderei lehrte, zögerte ich nicht lange. Ich bewarb mich, wurde angenommen, unterschrieb drei Wochen darauf den Lehrvertrag und sagte der Uni Lebewohl.

Mit dem Entscheid selbst habe ich nicht lange gewartet - hinsichtlich dessen Bekanntgabe aber schon. Es fiel mir schwer darüber zu reden, auch mit Menschen in unmittelbarstem Umfeld. Weg von der akademischen Laufbahn, hin zum handwerklichen Beruf: Ich wurde das Gefühl nicht los, gegen eine gegebene Ordnung verstossen zu haben. Als ich dann kleinlaut damit begann, meinen Kreis in das von mir getroffene neues Vorhaben einzuweihen, fiel weder ein blöder Spruch, noch wurde mit Kopfschütteln oder Fassungslosigkeit darauf reagiert. Mein Beschluss wurde als eine natürliche Schlussfolgerung verstanden, den ich nach den meisten eigentlich viel früher hätte treffen müssen.

Nun guck ich mir Kostümfilme nicht nur an, sondern schneidere sozusagen an meinem eigen. Und so wie du vielleicht die Anwältin, den Wirtschaftsprüfer oder den Arzt kennst, so kennt mich mein Freundeskreis jetzt eben als die Hutmacherin.»

- Christa, Modeco

“Public speaking isn’t for everyone. You either have it or you don’t.Or at least that’s what I thought. Standing in fron...
31/08/2021

“Public speaking isn’t for everyone. You either have it or you don’t.

Or at least that’s what I thought. Standing in front of an entire crowd of people you’re trying to impress was never something I particularly excelled at, and being the weird gay kid in high school certainly didn’t help. Standing in front of people was usually a shaky disaster of “ers” and “erms”, and don’t even get me started on the trembling. At university, the stakes were even higher, which of course did not help my stagefright. Fortunately, one of my instructors noticed my shaking-like-a-leaf dance, and took me aside. “Look at these faces, Mike; we’re all clueless about your topic. We’re not out here to get you!” – which was easier said than done. But at least it was a start. However, things didn’t get any easier when I joined the Fachverein Anglisitk and wanted to motivate unmotivated students to come join our events. Encouraging stressed students to let off steam may not sound like much of a challenge, but when you see them literally looking down on in the lecture halls, you do feel tiny. Once again, a higher power came to my aid. An instructor took pity on me: “Like the average spider, they’re far more afraid of you than you are of them. Open with a joke, and you’ll be fine” That really got the ball rolling! Today, I actually enjoy holding presentations. I suppose it’s a true “fake it until you make it” kinda story. This might not seem helpful to some of the people who read this and are still trying to find their courage. But I’ll repeat a few words of wisdom I have come to learn: “When in doubt, go for the dick joke.”

-Mike, English UZH

Studi-Tipp: Check out Rhetorikforum! With them you can improve your presentation skills.

"Unsere Umstände sind vermutlich nicht diejenigen eines Durchschnitt-Studierenden: Wir sind kurdische Asylsuchende, die ...
27/07/2021

"Unsere Umstände sind vermutlich nicht diejenigen eines Durchschnitt-Studierenden: Wir sind kurdische Asylsuchende, die vor knapp vier Jahren ihr zweites Leben in der Schweiz beginnen durften.

Studiert haben wir bereits in unserem Herkunftsland - aufgrund des an der UZH angebotenen Schnupperprogramms für Flüchtlinge wurde es uns ermöglicht, auch hier akademischen Zutritt zu erhalten. Derzeit sind wir beide an der Uni Basel immatrikuliert, ich (Dilan) bin in meinem Master in Betriebswirtschaft, meine Schwester Dilara studiert im Bachelor Psychologie. Die Sprache haben wir uns selbst beigebracht, denn die damals für uns zugänglichen Deutschkurse allein waren nicht ausreichend, um den Alltag zu meistern, noch soziale Kontakte zu knüpfen, geschweige denn irgendwelchen Vorlesungen Folge leisten zu können.

Das Studium schenkt uns die Möglichkeit in die hiesige Welt einzutauchen. Etwas, von dem der Grossteil der Asylant*Innen nur träumen kann. Sie bleiben in ihrem Parallel-Universum, das aufgrund seiner Fremdartigkeit für viele Menschen nur finster daneben existiert. Wir leben in beiden Welten: am Tag sind wir Studierende an der Uni, am Abend kehren wir als Flüchtlinge in unsere Kollektiv-Unterkunft zurück

Vor einigen Monaten erfuhren wir von der Ablehnung unseres Asyl-Antrags. Gegen den Entscheid haben wir uns gewehrt, der Prozess ist bis heute noch in Gang. Bis zum Studien-Abschluss dürfen wir sicher einmal bleiben.
Was danach kommt, wissen wir nicht.

Wir haben einen Traum. Nämlich, dass die Menschen uns nicht nur als Asylsuchende betrachten, sondern auch erkennen, dass wir Namen und Geschichten haben. Dass man uns auf Augenhöhe begegnet. Dass es als menschlich betrachtet werden kann, seine sieben Sachen zu packen und das Glück ausserhalb der eigenen Misere zu suchen. Und wir träumen noch weiter, nämlich, dass man endlich Brücken zwischen diesen beiden Welten baut und damit eine Diversität von Kulturen sowie Ländern als Chance wahrnimmt."

- Dilan, BWL und Dilaria, Psychologie

„Nach den letzten 1.5 COVID-Jahren geh ich jetzt auf Aufholjagd - Summer 21 here I come! (bit.ly/zkbSO)+++ GEWINNE EIN F...
14/07/2021

„Nach den letzten 1.5 COVID-Jahren geh ich jetzt auf Aufholjagd - Summer 21 here I come! (bit.ly/zkbSO)
+++ GEWINNE EIN FAIRPHONE +++

Wir werden wohl noch eine Weile mit den Überresten von Corona leben müssen, vor allem wenn’s ums Reisen geht. Meine Schweizer Sommer Bucketlist steht aber. No risk no fun würde ich mir zwar nicht als Tattoo stechen lassen, aber das Leben da Draussen schreit schon nach mir.

Meine Ferienwoche beginnt wild. Wer hat gesagt, dass man in der Schweiz nicht surfen kann? Und so werde ich an Tag 1 mit dem Wakeboard von Ceccotorenas über den Zürichsee zischen. An Tag 2 wird zur frühen Morgenstunde im Bike Kingdom Lenzerheide dem Sonnenaufgang entgegengefahren. Tag 3 und 4 verbringe ich in Interlaken, wo ich beim Canyoning im Outdoor Park gegen weisse Schaumströme ankämpfe und mich am Folgetag durch den Seil- und Adventurepark schwinge - sofern mich meine Arme nicht hängen lassen. Tag Numero 5 führt mich zu SUPSWISS an den Untersee, Stand Up Paddling steht an. Am Samstag schnür ich mir die Wanderschuhe, der Stoos ruft. Meine Woche lasse ich dann am Sonntag gemütlich auf dem Pedalo ausklingen, umgeben von schönstem Zürcher Seewasser und in der Hoffnung, dass ich dieses Mal nicht in den Kurs eines Linienschiffes gerate.

Um günstig Ferien in der Schweiz zu machen, nutze ich das gratis ZKB Paket für Studis. Dort bekomme ich Rabatte für genau die Abenteuer, die ich jetzt so dringend brauche. Mit dem Studi-Status gibt es dort mehr Vergünstigungen als wir überhaupt nutzen können. Obendrauf gibt es nicht nur ein Geschenkset von NIKIN, es wird auch ein Baum in deinem Namen gepflanzt.“

- Jacqueline, Soziale Arbeit

Tipp der Redaktion: Mit der STUcard erhältst du unglaubliche Rabatte auf Marken & Freizeitangebote. Für Studis kostenlos bei der ZKB. Jetzt eröffnen und ein Geschenk erhalten --> bit.ly/zkbSO

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„Die Mitarbeiterin mit den raspelkurzen Haaren, die sich für LGBTQIA+ engagiert und in ihrem Profil ihre Pronomen nennt…...
01/07/2021

„Die Mitarbeiterin mit den raspelkurzen Haaren, die sich für LGBTQIA+ engagiert und in ihrem Profil ihre Pronomen nennt…
Die Frau of colour, die dir von ihrer Primarschulzeit als einzige Inländerin an einer Ex-Pat-Schule in Teheran erzählt…
Die Freizeitschwimmerin, die im Crash-Kurs am BASPO ihr Brevet für Rettungsschwimmen macht, als einzige über 45 unter 18-25-jährigen Sportler*innen...
Die Start-up-Gründerin, die für ein Kinder- und Jugendprojekt ausgezeichnet wird...
Die Mobilitätsspezialistin, die in acht Ländern gelebt und zu Luftfahrt, Bahnlogisitk und Veloverkehr geforscht hat…
Die alleinerziehende Mutter von zwei neurodiversen Jugendlichen...

All dies sind Menschen an der ETH.
Welche Bilder entstehen bei dir im Kopf, wenn du dies liest? Spinnst du im Geiste ihre Geschichten fort? Meinst du zu wissen, was sie bewegt und wie sie ticken? Kannst du sie unvoreingenommen betrachten?
Was so vielfältig klingt, ist ein und dieselbe Person. All dies sind Facetten von mir und nur einige von vielen. Denn mein Leben ist – wie das der meisten Menschen – von Vielfalt geprägt und von Widersprüchen. Ja, man kann einen muslimisch klingenden Nachnamen und den christlichsten aller Vornamen haben und dabei konfessionslos sein; cis-Frau und hetero sein und sich für LGBTQIA+ engagieren; als Wirtschaftswissenschaftlerin und interkulturelle Trainerin in der Freizeit Innenarchitektur studieren…
Verwirrung oder Kategorisierung, noch immer sind dies gängige Reaktionen. Dem zu begegnen, extern und auch intern, spielt in meinem Leben eine zentrale Rolle. Weil ich in aller Vielfalt und mit all meinen Facetten wahrgenommen und angenommen werden möchte, setze ich mich heute bei Equal! dafür ein, dass andere an der ETH ebenso angenommen werden, gerechte Chancen haben und dazugehören – so verschieden sie auch sind.
Wenn es uns gelingt, unsere Welt unvoreingenommener zu betrachten – fliessender und weniger kategorisiert – und Mehrdeutigkeit auch einmal stehen zu lassen, ohne gleich die passende Schublade zu suchen, dann kann es auch gelingen, Systeme zu ändern und Platz zu schaffen für all die spannenden und bereichernden Nuancen der Menschen dieser Welt.“
- Maria, Mitarbeiterin Equal! ETH

***r ***an ***rstudents

„Auch wenn ein Problem erst nicht zu bewältigen scheint, gibt es immer mehrere Lösungswege. Dies möchte ich meinen Schül...
30/06/2021

„Auch wenn ein Problem erst nicht zu bewältigen scheint, gibt es immer mehrere Lösungswege. Dies möchte ich meinen Schüler:innen mitgeben, sowohl für die Mathematik als auch für das Leben.

Schliesslich ist die Jugend eine Zeit voller Veränderungen, Problemen und Fragen über die Welt und die eigene Identität. Das ist nicht einfach. Um einen Impact auf junge Leute in diesem Alter zu haben, entschied ich mich nach meinem Doktorat in Mathematik dafür, von der Forschung ins Klassenzimmer zu wechseln.
Klar, für die Schüler:innen bin ich in erster Linie ihr Lehrer. Aber ich möchte auch als Mensch authentisch sein, darum ist es mir wichtig, mich vor der Klasse zu outen. Einen schwulen Lehrer zu haben, hätte mir damals auf jeden Fall geholfen. Als ein solcher möchte ich den Schüler:innen ein Beispiel geben und einen respektvollen Umgang mit dem Thema fördern.
Mich vor neuen Personen zu outen, kostet mich noch immer sehr viel Mut. Der Verein Z&H hat mir sehr dabei geholfen, zu mir zu stehen. Trotz dem tollen Angebot an universitären LGBTIQ+ Vereinen, fand ich die Geschlechtertrennung aber etwas problematisch. Trans oder nonbinäre Menschen werden quasi ausgeschlossen. Schliesslich ist Transfeindlichkeit auch innerhalb der LGBTIQ+ Community ein Problem. Als Präsident von .und.h setzte ich mich erfolgreich dafür ein, dass wir mit dem Verband für lesbische und bisexuelle Frauen L-Punk fusionieren und für alle offen sind. Dadurch wird die Landschaft der Vereine inklusiver.
Auch wenn sich in der Gesellschaft noch viel mehr ändern muss, ist dies ein kleiner Schritt vorwärts. Und ich bin mir sicher, dass sich in Zukunft noch einiges verbessern wird. Das gibt mir Mut. Denn nichts ist vergleichbar mit dem Erfolgsgefühl, ein komplexes Problem endlich lösen zu können.“

- Riccardo, Mathematik, ETH

***r ***an ***rstudents

«Ich habe ja nichts gegen Schwule, aber in der Bibel steht, dass die Ehe zwischen Mann und Frau sei. Ich akzeptiere Lesb...
25/06/2021

«Ich habe ja nichts gegen Schwule, aber in der Bibel steht, dass die Ehe zwischen Mann und Frau sei. Ich akzeptiere Lesben, aber heiraten sollen sie nicht, das ist nicht natürlich.

Befolgen diese Menschen wirklich jeden Satz der Bibel wortwörtlich oder sind sie einfach nur homofeindlich? Wird hier die Religion als Ausrede genommen, ignorant zu sein? Denn die Ehe für alle hat absolut nichts mit Religion zu tun. Einerseits weil wir von der zivilgesetzlichen Ehe sprechen und nicht von der kirchlichen und andererseits, weil viele q***re Priester*innen schon lange zeigen, dass gay sein und an Gott glauben sich nicht ausschliessen.

Ich habe das Gespräch, ob nicht-heterosexuelle Menschen auch heiraten dürfen, schon so oft geführt und jedes Mal verletzt es mich. Denn für mich ist es mehr als nur eine Meinungsverschiedenheit. Es wird darüber diskutiert, ob ich die gleichen Rechte haben soll wie andere Menschen, als ginge es um Ananas auf Pizza. Dabei ist das ein Gespräch, dass meine Existenz in Frage stellt, darüber spricht, ob ich so sein darf wie ich bin, ob ich gleich behandelt werden soll wie andere.

Ich kann nicht mehr hören, dass Menschen eben anders aufgewachsen sind, von den Eltern konservative Werte mitbekommen haben und sich nicht mit dem Thema auseinandersetzen konnten. Wenn jemand im Jahr 2021 noch homofeindlich ist, ist man selbst schuld daran. Und gegen die Ehe für alle zu sein, ist homofeindlich.

In diesem Jahr haben 50'000 Menschen das Referendum gegen die Ehe für alle ergriffen. Ich muss mich jetzt in einem Abstimmungskampf engagieren, den ich eigentlich nicht führen will, muss verletzende Gespräche führen und Menschen zuhören, die mich nicht als gleichwertig betrachten.

Das ist anstrengend, aber es ist etwas weniger schlimm, wenn ich diese Gespräche nicht allein führen muss, nicht allein gegen das Referendum kämpfe, den Abstimmungskampf nicht allein bestreite.

Wenn du also mit deiner Familie, deinen Friends und Bekanntschaften sprichst und sich jemand homofeindlich und gegen die Ehe für alle äussert, dann setzt dich für mich ein. Denn so muss ich auch den Sieg nach der Abstimmung nicht allein feiern."

- Jasmin, Politikwissenschaften & Medien und Kommunikation

***r ***an

„Wenn ich eine Zeitmaschine hätte, würde ich in die Anfänge des 20. Jahrhunderts reisen, um am Puls der Zeit bei der Ent...
21/06/2021

„Wenn ich eine Zeitmaschine hätte, würde ich in die Anfänge des 20. Jahrhunderts reisen, um am Puls der Zeit bei der Entwicklung der Quantenmechanik dabei zu sein. Für die Mathematik und Physik eine super spannende Zeit. Irgendwie bin ich in erster Linie Mathematiker und erst dann Student.
Schliesslich stecke ich als Doktorand nicht mehr mitten im Studileben, sondern mehr in meinem Büro. Wo ich mich jedoch als richtiger Student fühlen und mit tollen Studierenden in Kontakt treten kann, ist im LGBTQ+ Verein .und.h. Als ich vor einem Jahr aus Rom nach Zürich kam und praktisch niemanden kannte, habe ich dort sofort sozialen Anschluss gefunden und die Freundschaften halten trotz der Pandemie bis heute. Alle brauchen einen Safe Space und der Verein bietet diesen. An den Universitäten in Rom und Triest hätte ich dies gut gebrauchen können.
Darum engagiere ich mich mittlerweile in Zürich im Vorstand, um für den Verein und die Community mehr Sichtbarkeit zu schaffen. Es liegt mir am Herzen, dass Studierende auf den Verein aufmerksam gemacht werden. Wer diesen Raum braucht, soll ihn kriegen. Wir heissen sie alle mit offenen Armen willkommen!
Was die Uni für mich bunt macht? Die Leute! Ich bin begeistert, was für eine Vielfalt an Persönlichkeiten mit ihren Geschichten, Interessen und Ideen hier studiert. Ob dies wohl auch im frühen 20. Jahrhundert so war? Auf jeden Fall gab es da bestimmt noch keinen LGBTIQ+ Verein. Darum reise ich mit der Zeitmaschine wieder zurück ins jetzt. Um gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben, braucht es uns!“

- Marco, PhD Mathematik UZH

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