22/05/2026
Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste nimmt im Jahr 2026 elf weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Künstlerinnen und Künstler in ihre vier Klassen auf. Einer davon ist Professor Antonello Monti, Leiter des Lehrstuhls für Automation of Complex Power Systems (ACS) am E.ON Energy Research Center der . Monti wird in die Klasse für Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften aufgenommen.
Montis Forschungsschwerpunkte sind die Automatisierung komplexer Energiesysteme, die digitale Vernetzung und Nutzung von Cloud-Plattformen für Energiesysteme und die Auswirkungen und Möglichkeiten der Leistungselektronik in zukünftigen elektrischen Energieversorgungssystemen.
Mehr als die Hälfte des in Deutschland erzeugten Stroms stammt inzwischen aus erneuerbaren Energien. So erfreulich und notwendig diese Entwicklung ist, sie bringt die bestehenden Stromnetze zunehmend an ihre Belastungsgrenzen. Denn die Infrastruktur wurde ursprünglich für wenige große Gas- und Kohlekraftwerke konzipiert – nicht für die Einspeisung durch Millionen kleiner, wetterabhängiger Erzeuger. Die Folge: Die Anforderungen an Stabilität und Steuerung der Netze steigen erheblich, ebenso das Risiko großflächiger Ausfälle.
An einer Lösung für dieses Problem arbeitet Antonello Monti mit seinem Team im Projekt SAFEr Grid (Store-and-Forward Grid), das vom Europäischen Forschungsrat mit einem ERC Synergy Grant gefördert wird. Ziel ist die Entwicklung eines zukunftsfähigen Stromnetzes, das – inspiriert von der Architektur des Internets – nicht zentral gesteuert wird, sondern aus vielen asynchronen Subnetzen besteht. Monti gilt europaweit als einer der führenden Experten für die Auswirkungen der Energiewende auf die Strominfrastruktur und berät unter anderem die EU-Kommission zu diesen Fragen.
Presse: Sven Wamig
Foto: Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste | Bettina Engel-Albustin 2026