03/07/2023
Herzliche Einladung!
Am 4. Juli 2023 liest Sharon Dodua Otoo aus ihre Roman Adas Raum an der Universität Bamberg.
Sharon Dodua Otoo ist Schriftstellerin, politische Aktivistin und Herausgeberin der englischsprachigen Buchreihe Witnessed. Ihre ersten Novellen die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle und Synchronicity erschienen 2013 und 2014. Mit dem Text Herr Gröttrup setzt sich hin (2016) gewann Otoo den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2020 hielt sie die Klagenfurter Rede zur Literatur Dürfen Schwarze Blumen malen? Politisch aktiv ist sie bei der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V., Phoenix e.V. und dem schwarzen queer-feministischen Verein ADEFRA. Ihr Debütroman Adas Raum (2021) erschien im S. Fischer Verlag, 2022 folgte Gesammeltes Schweigen, ein imaginäres Gespräch mit Heinrich Böll. Zuletzt veröffentlichte Otoo Herr Gröttrup setzt sich hin. Drei Texte (2022). Im März 2022 war sie Schroeder Writer-in-Residence an der Universität Cambridge.
Adas Raum verwebt die Lebensgeschichten von vier Frauen zu einer Reise durch die Jahrhunderte und über Kontinente: Ada erlebt die Ankunft der Portugiesen an der Goldküste des Landes, das einmal Ghana werden wird. Jahrhunderte später wird sie für sich und ihr Baby eine Wohnung in Berlin suchen. In einem Ausstellungskatalog fällt ihr Blick auf ein goldenes Armband, das sie durch die Zeiten und Wandlungen begleitet hat. Ada ist viele Frauen, sie lebt viele Leben. Sie erlebt das Elend, aber auch das Glück, Frau zu sein, sie ist Opfer, leistet Widerstand und kämpft für ihre Unabhängigkeit. Adas Raum erzählt von struktureller Gewalt und Ungerechtigkeit. Dass Otoo ihre politischen Überzeugungen in ihren Texten umsetzt, erklärte sie bereits in ihrer Klagenfurter Rede zur Literatur. Den Anspruch, auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen, löst der Roman ein, indem er kontroverse, verstörende Fragen zu Schuld und Gewalt aufwirft.
Pressestimmen
„Im Gegensatz zu Dickens begnügt sich Otoo nicht mit realistischen Erzählverfahren, sondern lädt die Wirklichkeit magisch auf. […] Eingedenk aller politischen und identitätspolitischen Inhalte erweist sich Otoo in ihrem ersten Roman als genuine Geschichtenerzählerin
und damit als eine, die weiß, wie man Spannung aufbaut, Cliffhanger einsetzt, mit retardierenden Momenten spielt, die Leser und Leserinnen einbezieht und herzlich einlädt, zuzuhören.“ (Shirin Sojitrawalla, deutschlandfunk, 21.02.2021)
„Mit Otoos Erzähltechnik lässt sich Identitätspolitik auch als ästhetisches und emotionales Verfahren begreifen.“ (Hanna Engelmeier, Süddeutsche Zeitung, 28.02.2021)
„In dem Roman ‚Adas Raum‘ zeigt sie sich endgültig als Erzählerin, die viele sprachliche Register ziehen kann und, anstatt ihre Figuren identitär festzuschreiben, ein kompliziertes Mosaik menschlicher Erfahrungen kunstvoll zusammenhält.“ (Dirk Knipphals, taz, 23.02.2021)
Dienstag, 4. Juli, um 20 Uhr
An der Universität 2, Raum 00.25