Institut Kirche und Judentum

Institut Kirche und Judentum Das IKJ ist ein Institut der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und ist Das IKJ wurde von 1960 bis 1974 von Prof. Dr. Dres. h.c.

Das 1960 an der Kirchlichen Hochschule Berlin (West) von Günther Harder gegründete Institut Kirche und Judentum ist ein Werk der Evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Es ist seit 1994 der Humboldt-Universität zu Berlin angegliedert. Dr. Günther Harder, von 1974 bis 2007 von Prof. Peter von der Osten-Sacken, von 2007 bis 2009 von Prof. Dr. Rüdiger Liwak und von

2010 bis 2015 von Prof. Dr. Markus Witte geleitet. Am 22. Mai 2015 hat die Kirchenleitung der EKBO Prof. Christoph Markschies die Leitung des Instituts übertragen.

Predigtimpuls von Prof. Dr. Jens Schröter für den 13. Sonntag nach Trinitatis am 30. August 2026:Kaum ist die Gemeinde g...
25/08/2026

Predigtimpuls von Prof. Dr. Jens Schröter für den 13. Sonntag nach Trinitatis am 30. August 2026:
Kaum ist die Gemeinde gegründet, schon gibt es Konflikte. Vordergründig scheint es um eine leicht zu lösende Organisationsfrage zu gehen, aber die eigentlichen Probleme könnten tiefer gelegen haben. Hebräer gegen Hellenisten – zwei jüdische Gruppen, die an Jesus Christus glaubten, sich aber offenbar uneins waren, welche Konsequenzen das für den jüdischen Glauben hat. Sie lebten alle in Jerusalem, dem Zentrum des Judentums und Sitz des Synhedriums. Sie gingen alle zum Tempel, um dort den einen und einzigen Gott zu verehren. Das war für sie mit dem Bekenntnis zu Jesus Christus ohne Weiteres vereinbar. Und doch: es gab Risse. Unterschiede wurden sichtbar, wie das so ist, wenn in Gemeinden verschiedene Menschen zusammenkommen. Das ist heute nicht anders als zur Zeit der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem, zu der ausschließlich Jüdinnen und Juden gehörten. Das zweite „Gremium“, neben den zwölf Aposteln, war ein Kreis von sieben Männern, die sich künftig um die gerechte Verteilung von Gütern in der Gemeinde kümmern sollten. Vielleicht hatten sie aber auch eine eigene Auffassung davon, wie christliches Bekenntnis und jüdischer Glaube zusammengehören. Diese Frage ist für unser heutiges Christentum nicht weniger dringlich. Mit ihr müssen wir uns gerade in unserer Zeit theologisch und ethisch verantwortet befassen.

Predigttext: Apg 6,1-7 (BigS):
1 Als in jener Zeit die Zahl der Schülerinnen und Schüler zunahm, wurden die griechisch sprechenden unwillig gegen die aramäisch sprechenden, weil ihre Witwen bei der täglichen Unterstützung vernachlässigt wurden. 2 Da riefen die Zwölf die Versammlung der Schüler und Schülerinnen zusammen und sagten: »Es ist nicht angemessen, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und für die Mahlzeiten sorgen. 3 Seht euch, liebe Schwestern und Brüder, nach sieben Männern unter euch um, die einen guten Ruf haben, geistvoll und klug sind. Die wollen wir für diese Aufgabe einsetzen, 4 uns selbst jedoch dem Gebet und der Wortverkündigung widmen.« 5 Dieser Vorschlag gefiel der gesamten Versammlung. Und sie wählten sich Stephanus aus, einen ganz und gar zuverlässigen und von heiliger Geistkraft erfüllten Menschen, sowie Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia; 6 die stellten sie vor die Apostel: Sie beteten und legten ihnen die Hände auf. 7 Und Gottes Botschaft breitete sich aus, so dass die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in Jerusalem stark zunahm. Auch eine große Menge aus priesterlichen Familien folgte dieser Glaubensweise.

Predigtimpuls von Pfarrer i.R. Dr. Matthias Loerbroks für den 12. Sonntag nach Trinitatis.Die Gemeinde – eine Baustelle,...
18/08/2026

Predigtimpuls von Pfarrer i.R. Dr. Matthias Loerbroks für den 12. Sonntag nach Trinitatis.
Die Gemeinde – eine Baustelle, nie fertig. Oder wirklich fertig: schon Ruine, schon ruiniert.
Das Buch Exodus, die Urgeschichte der Befreiung, beginnt und schließt mit Bauarbeiten. Am Anfang harte, bittere Sklavenarbeit für den Sklavenhalter. Am Ende ist das Volk vom Sklavendienst befreit, aber nicht zum Nichtstun, sondern zum Gottesdienst – lass mein Volk frei, dass es mir diene! –, baut nicht mehr stumpfsinnig, sondern künstlerisch, voll Weisheit und begabt mit Gottes Geist: nicht Befreiung von der Arbeit ist Gottes Ziel, sondern befreite Arbeit; das Land der Freiheit ist kein arbeitsloses Schlaraffenland. Paulus hat ein ähnliches Bauprojekt im Sinn: Der Gott Israels begnügt sich nicht damit, das Haus Israel zu bauen als sein Heiligtum aus lebendigen Steinen, er will auch die anderen Völker einbauen und so alle Welt zum Haus, oikos, zur Ökumene machen: zu einer bewohnten, bewohnbaren, wohnlichen Welt.

Predigttext 1. Korinther 3,9-17 (BigS):
9 Wir arbeiten gemeinsam mit Gott; Gottes Acker, Gottes Bauwerk, das seid ihr. 10 Weil mir von Gott die Gnade geschenkt wurde, habe ich wie ein kluger Baumeister am Fundament gearbeitet, andere bauen weiter. Wer weiterbaut, soll sich Gedanken machen, wie es weitergeht. 11 Ein anderes Fundament kann niemand legen als das, das schon von Gott gelegt ist. Das Fundament ist Jesus, der Messias. 12 Wer immer auf das Fundament aufbaut, mit Gold, Silber, kostbaren Steinen, Hölzern, Stroh, Schilf – 13 der Beitrag aller Einzelnen wird zum Vorschein kommen. Der Tag des Gottesgerichtes wird ihn sichtbar machen. Denn im Feuer wird es offenbar. Die Qualität der Arbeit aller wird das Feuer prüfen. 14 Für das Stück, das ihr weitergebaut habt, werdet ihr Lohn empfangen, wenn es bestehen bleibt. 15 Für das Stück, das verbrennt, werdet ihr die Konsequenzen tragen, aber ihr werdet trotzdem gerettet werden, wie aus einem brennenden Haus.�16Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und Gottes Geistkraft in euch wohnt? 17 Wer den Tempel Gottes zerstört, wird selbst Zerstörung erleben. Denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid ihr.

Predigtimpuls von Angelika Obert für den 11. Sonntag nach Trinitatis:Die Versuchung ist groß, gleich auf Distanz zum Pha...
11/08/2026

Predigtimpuls von Angelika Obert für den 11. Sonntag nach Trinitatis:
Die Versuchung ist groß, gleich auf Distanz zum Pharisäer zu gehen, zumal für die Vielen, die 'Pharisäer' nur als Gegner Jesu kennen. In Wahrheit stehen sie Jesus ja nahe mit ihrem Bemühen, Gottes Weisung in allen Lebensvollzügen gerecht zu werden. Wie alle Menschen, denen es um Gerechtigkeit geht, müssen sie Anstoß nehmen an denjenigen, die wie die Zöllner zuerst auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Übel wird es allerdings, wenn die eigene Rechtschaffenheit mit gnadenloser Ausgrenzung der weniger Rechtschaffenen einhergeht. Kirchengemeinden haben Grund, sich da an die eigene Nase zu fassen. Doch gilt das auch für den Pharisäer? Zu bedenken ist, dass sich para in Vers 14a auch anders übersetzen lässt: Der Pharisäer wird von der Rechtfertigung nicht ausgeschlossen, aber der Zöllner ist neben ihm - mit ihm - auch gerechtfertigt. Er erfährt die Gnade.

Predigttext Lk 18,9-14 (BigS):
9 Er sprach auch zu denen, die von sich überzeugt waren, gerecht zu sein, und die Übrigen gering achteten, und gab ihnen einen Vergleich: 10 »Es gingen einmal zwei Personen hinauf in den Tempel, um zu beten. Die eine war pharisäisch, die andere arbeitete am Zollhaus. 11 Die pharisäische Person stellte sich hin und betete folgendermaßen: ›O Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen, die rauben, Unrecht tun und die Ehe brechen oder wie die, die am Zollhaus arbeiten. 12 Ich faste zweimal bis zum Sabbat, und ich gebe den zehnten Teil von meinem ganzen Einkommen.‹ 13 Diejenige Person, die am Zollhaus arbeitete, blieb von weitem stehen und wollte nicht einmal die Augen zum Himmel erheben, sondern schlug an ihre Brust und sprach: ›O Gott, versöhne dich mit mir, ich habe gesündigt!‹ 14 Ich sage euch: Diese ging gerechtfertigt in ihr Haus, jene nicht. Denn alle, die sich selbst erhöhen, werden erniedrigt werden. Wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.«

Predigtimpuls zu Röm 9,1-5 von Pfarrerin i.E. Dr. Marie Hecke: Bist du empathisch? Schaffst du es dich einzufühlen und m...
04/08/2026

Predigtimpuls zu Röm 9,1-5 von Pfarrerin i.E. Dr. Marie Hecke:

Bist du empathisch? Schaffst du es dich einzufühlen und mitzufühlen in andere Perspektiven und zuhören, ohne alles besser zu wissen und zu bewerten? Oder sagst du schnell „Ja, aber…“?
Paulus ringt. Er leidet mit. Er ist emphatisch. Tiefe Traurigkeit und steter Schmerz wohnen in seinem Herzen. Seine geliebten Geschwister, sie teilen nicht seine Überzeugung, sein Vertrauen in, seine Verbundenheit mit dem Messias. Die Mehrheit der Juden sahen im ersten Jahrhundert in Jesus nicht den Messias, den Christus. Das ist für Paulus schwer. Das muss er aushalten. In Römer 9 bis 11 muss er durchbuchstabieren, was das heißt.
Zu Beginn ruft Paulus sich vor Augen, was Gott, schon lange bevor von Jesus die Rede war, den Israelit:innen geschenkt hat. Wie auf einem Geburtstagstisch breitet er es vor sich aus: da die Gotteskindschaft, hier die göttliche Gegenwart, die Schechina, daneben den Bund und die Tora. Wie Geschenke legt er es hin, betrachtetet es und kommt zu dem Schluss: Gott hat Israel schon seine Liebe geschenkt. Das bleibt bestehen. Das ist alles zu kostbar, als dass es nichts mehr wert wäre. Und aus dieser Mitte, aus diesem Reichtum heraus, stammt der Messias.

Aus der diesjährigen Predigthilfe von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) - hier abrufbar: https://www.ikj-berlin.de/material/israelsonntag

Predigttext Röm 9,1-5 (BigS):
1 Wahrheit sage ich in Verbundenheit mit dem Messias, ich verbreite nichts Falsches, meine eigene Urteilskraft bezeugt es mir bestärkt durch die heilige Geistkraft: 2 Ich bin zutiefst traurig, steter Schmerz wohnt in meinem Herzen. 3 Ich wünschte nämlich, anstelle meiner Geschwister, meiner leiblichen Verwandten, selbst gebannt und vom Messias getrennt zu sein. 4 Sie sind Israelitinnen und Israeliten, denen die Gotteskindschaft zu Eigen ist, die göttliche Gegenwart, der Bund und die Gabe der Tora, der Gottesdienst und die göttlichen Verheißungen. 5 Ihnen gehören die Väter und Mütter an, aus ihrer Mitte stammt der Messias. Gott, lebendig über allem, sei gesegnet durch Zeiten und Welten, Amen.

Veranstaltungshinweis:
Gottesdienst zum Israelsonntag am 09. August 2026 um 10 Uhr mit Pfarrerin Dr. Marie Hecke in der Hoffnungskirche Pankow
Predigt von Pfarrerin Dr. Marie Hecke um 18 Uhr beim Hora-Gottesdienst in der St. Matthäus-Kirche
Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.ikj-berlin.de/veranstaltungen/gottesdienste

Predigtimpuls von Dr. habil. Ronen Pinkas für den 9. Sonntag nach Trinitatis:Jeremia wurde bereits vor seiner Geburt zum...
28/07/2026

Predigtimpuls von Dr. habil. Ronen Pinkas für den 9. Sonntag nach Trinitatis:
Jeremia wurde bereits vor seiner Geburt zum Propheten berufen. Die Worte „im Mutterleib“ (Jer 1:5) zeigen die besondere Beziehung zwischen Gott und Jeremia und drücken eine vorgegebene Berufung aus. Eine solche Deutung erinnert an die heidnische Vorstellung eines vorherbestimmten Schicksals und steht im Spannungsverhältnis zur biblischen Betonung der menschlichen Willensfreiheit. Die rabbinische Tradition ist dafür sensibel und interpretiert den Vers lediglich als Hinweis darauf, dass Jeremia beschnitten geboren wurde (Midrasch Tehillim 9). Seine anfängliche Weigerung, den göttlichen Auftrag anzunehmen, ist notwendig. Wie Mose verkörpert er Demut. Dies sind Eigenschaften der Prophetie und Führung. Zudem ist es eine Haltung, die Ideologien ablehnt. Die prophetische Berufung gründet nicht auf geschlossenem Idealismus, sondern auf Dialog. So erhält Mose Aaron als Sprecher (Ex 4:16) und Jeremia empfängt das Wort Gottes von dessen Hand in seinen Mund. Der Kampf gegen den Götzendienst zielt auf die Erneuerung des Dialogs ab.

Predigttext Jer 1,4-10 (BigS):
4 Das Wort Gottes erreichte mich: 5 Schon bevor ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich erkannt. Noch bevor du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich an mich gezogen. Zum Propheten für die Nationen habe ich dich bestimmt. 6 Ich sagte: Ach, Gott, du göttliche Macht! Ich kann doch nicht reden, ich bin noch so jung. 7 Gott antwortete mir: Sag nicht, ich bin noch so jung. Denn wohin ich dich schicke, dorthin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du sagen. 8 Habe keine Angst vor ihnen, denn ich bin mit dir, um dich zu retten – so Gottes Spruch. 9 Dann streckte Gott die Hand aus, berührte meinen Mund und Gott sagte zu mir: Hiermit lege ich meine Worte in deinen Mund. 10Siehe, heute setze ich dich über die Nationen und über die Königreiche ein, um auszureißen und einzureißen, um zugrunde zu richten und niederzureißen, um aufzurichten und einzupflanzen.

Predigtimpuls für den 8. Sonntag nach Trinitatis von Pfarrer i.R. Wolfgang Kruse:Wie oft gehe ich vorüber und schaue NIC...
21/07/2026

Predigtimpuls für den 8. Sonntag nach Trinitatis von Pfarrer i.R. Wolfgang Kruse:
Wie oft gehe ich vorüber und schaue NICHT hin… Bahnhof Zoo – nicht schon wieder – hab kein Kleingeld – sind ganz schön aufdringlich – verpasse die S-Bahn – sollen sich andere drum kümmern.
Jesus geht vorüber und schaut hin… Jerusalem – Laubhüttenfest – ein Blinder – typische Jüngerfrage: wer hat gesündigt? – Nix da, keiner hat gesündigt! – „damit sollen die Werke Gottes offenbar werden!“??? – wie bitte? gehört eher zum folgenden Vers: „wir sollen die Werke Gottes tun“ – Brei auf die Augen – gesandt zum Teich Siloah – Tauchbad – Heilung – Licht.
Jesus schaut hin, wo wir gerne wegschauen. Damit stellt er sich in die Tradition eines El Roï: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (Gen 16,13) Hinschauen ist der erste Schritt zur Heilung, die/den andere/n wahrnehmen mit allem, was sie/er braucht. Der Gesandte sendet ihn zum Teich Siloah (wörtlich: Gesandter). An Sukkot wird Wasser aus dem Teich Siloah, der von der Gihonquelle gespeist wird, geschöpft als Zeichen für die lebensspendende Kraft dieser einzigen Ganzjahresquelle Jerusalems. Vielleicht geschieht die Heilung ja nicht (nur) durch Jesu Brei, sondern durch das Tauchbad im Siloah-Teich. Jetzt kann auch er hinschauen. Wir können in den seltensten Fällen so wie Jesus heilen, aber wir können hinschauen und die Werke Gottes, die Werke der Barmherzigkeit tun.

Predigttext Joh 9,1-7 (BigS):
1 Im Vorübergehen sah er einen Menschen, der von Geburt an blind war. 2 Und seine Jüngerinnen und Jünger fragten ihn und sagten: »Rabbi, wer hat Unrecht getan: Dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?« 3 Jesus antwortete: »Weder hat dieser Unrecht getan noch seine Eltern, sondern die Werke Gottes sollen an ihm sichtbar werden. 4 Wir müssen die Werke Gottes tun, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, wo niemand wirken kann. 5 Wenn ich in der Welt bin, bin ich Licht der Welt.« 6 Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde und machte einen Brei aus der Spucke und strich ihm den Brei auf die Augen 7 und sagte ihm: »Geh, wasche dich im Teich Schiloach!« – was übersetzt ›Gesandter‹ heißt. Er ging also weg und wusch sich und kam sehend zurück.

Predigtimpuls von Prof. Dr. Christian M. Rutishauser SJ zum Predigttext für den 7. Sonntag nach Trinitatis: Die Bibel sp...
14/07/2026

Predigtimpuls von Prof. Dr. Christian M. Rutishauser SJ zum Predigttext für den 7. Sonntag nach Trinitatis:
Die Bibel spricht von Engeln selbstverständlich. Sie sind Boten Gottes, überbringen eine Botschaft oder verkörpern seine Gegenwart. Zugleich übt die Bibel Zurückhaltung. Auch für die Rabbinen gilt unzweideutig: der freie Mensch, zu Recht und Gerechtigkeit gerufen, ist Gott lieber als die Engel, auch wenn er immer wieder sündigt. Und für Christen vermitteln nicht Engel das Heil, sondern der Menschensohn. Auf seinem Antlitz leuchtet die Herrlichkeit Gottes auf. In jedem Antlitz spricht Gott. So ist es nicht verwunderlich, dass biblische Texte oszillieren: Hat Jakob mit Gott, einem Engel oder einem Mann gekämpft? Waren es drei Männer, drei Engel oder war es Gott, der Abraham in Mambre heimgesucht hat? Solche Offenheit lädt ein, eine Spiritualität der Gastfreundschaft zu leben, um in jedem Antlitz Engel zu entdecken und Gott zu begegnen.

Predigttext Hebr 13,1-13 (BigS):
1 Haltet fest an der Geschwisterliebe! 2 Vergesst nicht die Gastfreundschaft, denn durch sie haben einige, ohne es zu wissen, Abgesandte Gottes beherbergt.�3 Gedenkt der Gefangenen als Mitgefangene, und gedenkt der Misshandelten, weil ihr auch noch in euren Körpern lebt.

Predigtimpuls von Chasan Daniel Kempin für den 6. Sonntag nach Trinitatis:Mit dem letzten Vers des Predigttextes beginnt...
07/07/2026

Predigtimpuls von Chasan Daniel Kempin für den 6. Sonntag nach Trinitatis:
Mit dem letzten Vers des Predigttextes beginnt bei Juden ein neuer Wochenabschnitt: Ekew (5. BM 7,12). „Wenn“ Ihr die Gebote befolgt, wird der Ewige die „Bundestreue“ und die „Liebe“ bewahren. Das Gute ist, dass wir durch unser Handeln unser Schicksal selbst beeinflussen können: Wir sind eben nicht Opfer der „Verhältnisse“! Am 23. Juli werden wir den Trauertag des 9. Aw begehen, an dem beide Tempel zerstört wurden, weil wir - laut der Rabbinen - mit übler Nachrede große Schuld auf uns geladen hatten. Daraus gilt es zu lernen und umzukehren.
Und doch: Am 7. Oktober 2023 geschah das größte Massaker auf Juden nach 1945. Hier wird die „Erwählung“ (Verse 6+7) zur Last. Erwählung hat nichts mit kolonialistischem „Besser als“ zu tun, sondern ausschließlich mit „mehr Verantwortung“ als andere. Und sie ist nur bedingt exklusiv: „Wohl habe ich Israel aus Ägypten herausgeführt, aber ebenso die Philister aus Kaftor und die Aramäer aus Kir.“ (Amos 9,7)

Predigttext 5. Mose 7,6-12 (BigS):
6 Schließlich bist du deiner Gottheit Adonaj ein heiliges Volk. Dich hat sie erwählt aus all den Völkern auf dem Erdboden, damit du ihr als Volk ganz persönlich gehörst. 7 Nicht weil ihr zahlreicher seid als andere Völker, hängt Adonaj an euch. Deswegen hat er euch nicht erwählt – schließlich seid ihr das kleinste unter allen Völkern! 8 Nein, weil Adonaj euch liebt und sich an den Schwur hält, den er euren Vorfahren geschworen hat, führte Adonaj euch mit starker Hand aus dem Haus der Sklavenarbeit und kaufte euch aus der Hand Pharaos, des Königs von Ägypten, frei. 9 Daran sollst du erkennen, dass Adonaj, deine Gottheit, Gott selbst ist, eine treue Gottheit nämlich, die sich an die Zusage hält und über 1.000 Generationen hinweg denen gegenüber freundlich ist, die sie lieben und sich an ihre Gebote halten. 10 Sie zahlt es denen persönlich heim, die sie hassen, und lässt sie in die Irre gehen. Sie zögert nicht gegenüber denen, die sie hassen, sondern zahlt es ihnen sofort persönlich heim. 11 Darum: Achte auf die Gebote, Bestimmungen und Rechtssätze, die ich dir heute gebiete. Richte dich nach ihnen. 12 Dafür, dass ihr auf diese Rechtssätze hört, sie bewahrt und euch nach ihnen richtet, wird Adonaj, deine Gottheit, auch zu der Zusage stehen und dir die Freundlichkeit erweisen, die sie deinen Vorfahren zugeschworen hat.

Predigtimpuls von Kirchenrat Pfarrer Wolfgang Hüllstrung zum 5. Sonntag nach Trinitatis:Es gibt sie, die Menge an Leuten...
30/06/2026

Predigtimpuls von Kirchenrat Pfarrer Wolfgang Hüllstrung zum 5. Sonntag nach Trinitatis:
Es gibt sie, die Menge an Leuten, die Gottes Worten hören wollen. Nichts anderes erwarten sie von Jesus von Nazareth: das Wort des Gottes Israels. Es ist bei Lukas ein lebendiges, dynamisches Phänomen, es kann wachsen und seine Anziehungskraft ausbreiten. Devar JHWH bezeichnet in der Hebräischen Bibel ein „Wortgeschehen“. Aus dem Lehren wird Wort Gottes erst dann, wenn es etwas bei den Menschen bewirkt.
Jesus lässt dies anhand des Fischwunders deutlich werden. Als Assoziation kommt mir der von Ezechiel beschriebene Tempelstrom in den Kopf, der das Tote Meer in einen lebendigen Strom verwandelt, in dem es an Fischen wimmelt und an dessen Ufer viele Fischer mit ausgespannten Netzen stehen.
Die Begegnung mit der göttlichen Schöpfungskraft führt dazu, dass sich Menschen für die Verbreitung des Wortes Gottes einspannen lassen. Das Wunder führt hin zur Berufung. Und dass es sich nicht um eine Selbstermächtigung, sondern um eine wahrhaftige Gottesberufung handelt, erkennt der Berufene als erstes daran, dass ihn Gottesfurcht überkommt und ihm die eigene Ziellosigkeit (hamartia) bewusst wird.

Predigttext Lk 5,1-11 (BigS):
1 Einmal, als sich viele Leute um ihn scharten, um das Wort Gottes zu hören, stand er am Ufer des Sees Gennesaret. 2 Er sah zwei Boote am Wasser aufgestellt. Die gefischt hatten, waren ausgestiegen und wuschen die Netze. 3 Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Nun setzte er sich hin, um die Scharen vom Boot aus zu lehren. 4 Als er zu sprechen aufgehört hatte, sagte er zu Simon: »Fahr zum tiefen Wasser hinaus. Dort werft eure Netze aus, um einen Fang zu machen!« 5 Simon gab aber zur Antwort: »Meister, wir haben die ganze Nacht über geschuftet und nichts gefangen. Aber ich werfe die Netze aus – auf dein Wort!« 6 Als sie dies getan hatten, zogen sie eine riesige Menge Fische zusammen, so dass ihre Netze zu zerreißen drohten. 7 Sie winkten ihren Gefährten, sie sollten mit dem anderen Boot kommen, um den Fang gemeinsam zu heben. Sie kamen und füllten beide Boote so voll, bis diese sanken. 8 Als Simon Petrus dies sah, warf er sich vor die Knie Jesu und rief: »Fahr aus von mir! Ich bin ein Sünder, Herr!« 9 Ein Schrecken hatte ihn erfasst, ihn und alle, die mit ihm beim Fang der Fische zusammengearbeitet hatten – 10 so auch Jakobus und Johannes, Söhne des Zebedäus, die Fangpartner des Simon waren. Jesus aber sagte zu Simon: »Fürchte dich nicht, von nun an wirst du einer, der Menschen abkauft!« 11 Und sie zogen die Boote aufs trockene Land, ließen alles liegen und folgten ihm nach.

Predigtimpuls von Prof. em. Dr. Katharina von Kellenbach für den 4. Sonntag nach Trinitatis: In unserem Text geht es um ...
23/06/2026

Predigtimpuls von Prof. em. Dr. Katharina von Kellenbach für den 4. Sonntag nach Trinitatis:
In unserem Text geht es um große Worte „Gut“ und „Böse“, „Frieden“ und „Rache“, womit die Überlegenheit der christlichen Friedensbotschaft über den jüdischen Rachegott getriggert wird. Dabei wird das Kleingedruckte gerne überlesen, obwohl „das Böse“ und „das Gute“ erst im Konkreten interessant werden. Als gelernter Pharisäer ist Paulus gewohnt, pragmatisch zu denken und er formuliert einen Konditionalsatz mit zwei Klauseln: „Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden“. Damit präzisiert er die zwei Bedingungen, die es Opfern von Gewalt und Unrecht, denen die Handlungsmacht entzogen wurde, unmöglich macht, Frieden zu haben. Ihnen versichert Paulus, dass sie sich nicht selbst zu rächen brauchen, weil Gott das an ihnen begangene Unrecht vergelten wird. Dieses Versprechen an die Opfer darf nicht durch bedingungslose Friedens- und Versöhnungsbotschaften untergraben werden.

Predigttext Röm 12,17-21 (BigS):
17 Auch wenn euch jemand Unrecht zugefügt hat, zahlt es nicht durch weiteres Unrecht zurück. Bemüht euch darum, allen Menschen gegenüber aufrichtig zu sein. 18 Soweit es auf euch ankommt, lebt mit allen Menschen in Gottes Frieden. 19 Rächt euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt dem Zorn Gottes Raum; denn es ist geschrieben: Die Rechtsprechung liegt in meinen Händen, ich werde alles Unrecht vergelten, spricht die Lebendige. 20 Wenn dein Gegner hungert, gib ihm etwas zu essen. Wenn deine Feindin Durst leidet, gib ihr zu trinken. Ein solches Verhalten häuft glühende Kohlen auf ihrem Kopf auf. 21 Lass dich nicht vom Bösen unterkriegen, sondern besiege Böses mit Gutem:

Adresse

Burgstraße 26
Berlin
10178

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