17/03/2026
Prof. Dr. Henrik Simojoki zum Predigttext für Judika:
Wer heute Talkshow-Debatten verfolgt oder im Internet Kommentarspalten liest, merkt schnell: In Zeiten der Polarisierung wird die Welt gerne in Lager eingeteilt. Dabei ist das Gute stets im eigenen Lager zu finden.
Nicht immer vollzieht sich die Lagerbildung so abgrenzend wie derzeit in der Sphäre des Politischen. Auch an mir selbst merke ich, wie verlockend es ist, sich in einem Lager des vermeintlich Richtigen bequem zu machen.
In Hebräer 13,12-14 macht der Autor darauf aufmerksam, dass solche Grenzziehungen auch im Bereich des Religiösen wirksam sind. Tief aus dem Ersten Testaments schöpfend, fordert er uns auf, die Komfortzone unseres Lagers zu verlassen – in der Nachfolge Jesu, der außerhalb der Stadttore litt und schmachvoll starb.
Eine Passionsmahnung, die nicht nur aufrüttelt, sondern auch in Bewegung setzt. Wenn wir schon hier keine bleibende Stadt haben, dann lasst uns – möglichst gemeinsam – nach der zukünftigen suchen.
Hebräer 13,12-14 (BigS)
12 Auch Jesus hat daher außerhalb des Tores gelitten, um durch sein eigenes Blut das Volk Israel zu heiligen. 13 Somit lasst uns zu ihm vor das Zeltlager ziehen und seine Schande mit ihm tragen. 14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern streben nach der zukünftigen.