25/08/2026
Predigtimpuls von Prof. Dr. Jens Schröter für den 13. Sonntag nach Trinitatis am 30. August 2026:
Kaum ist die Gemeinde gegründet, schon gibt es Konflikte. Vordergründig scheint es um eine leicht zu lösende Organisationsfrage zu gehen, aber die eigentlichen Probleme könnten tiefer gelegen haben. Hebräer gegen Hellenisten – zwei jüdische Gruppen, die an Jesus Christus glaubten, sich aber offenbar uneins waren, welche Konsequenzen das für den jüdischen Glauben hat. Sie lebten alle in Jerusalem, dem Zentrum des Judentums und Sitz des Synhedriums. Sie gingen alle zum Tempel, um dort den einen und einzigen Gott zu verehren. Das war für sie mit dem Bekenntnis zu Jesus Christus ohne Weiteres vereinbar. Und doch: es gab Risse. Unterschiede wurden sichtbar, wie das so ist, wenn in Gemeinden verschiedene Menschen zusammenkommen. Das ist heute nicht anders als zur Zeit der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem, zu der ausschließlich Jüdinnen und Juden gehörten. Das zweite „Gremium“, neben den zwölf Aposteln, war ein Kreis von sieben Männern, die sich künftig um die gerechte Verteilung von Gütern in der Gemeinde kümmern sollten. Vielleicht hatten sie aber auch eine eigene Auffassung davon, wie christliches Bekenntnis und jüdischer Glaube zusammengehören. Diese Frage ist für unser heutiges Christentum nicht weniger dringlich. Mit ihr müssen wir uns gerade in unserer Zeit theologisch und ethisch verantwortet befassen.
Predigttext: Apg 6,1-7 (BigS):
1 Als in jener Zeit die Zahl der Schülerinnen und Schüler zunahm, wurden die griechisch sprechenden unwillig gegen die aramäisch sprechenden, weil ihre Witwen bei der täglichen Unterstützung vernachlässigt wurden. 2 Da riefen die Zwölf die Versammlung der Schüler und Schülerinnen zusammen und sagten: »Es ist nicht angemessen, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und für die Mahlzeiten sorgen. 3 Seht euch, liebe Schwestern und Brüder, nach sieben Männern unter euch um, die einen guten Ruf haben, geistvoll und klug sind. Die wollen wir für diese Aufgabe einsetzen, 4 uns selbst jedoch dem Gebet und der Wortverkündigung widmen.« 5 Dieser Vorschlag gefiel der gesamten Versammlung. Und sie wählten sich Stephanus aus, einen ganz und gar zuverlässigen und von heiliger Geistkraft erfüllten Menschen, sowie Philippus, Prochorus, Nikanor, Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia; 6 die stellten sie vor die Apostel: Sie beteten und legten ihnen die Hände auf. 7 Und Gottes Botschaft breitete sich aus, so dass die Anzahl der Schülerinnen und Schüler in Jerusalem stark zunahm. Auch eine große Menge aus priesterlichen Familien folgte dieser Glaubensweise.