11/04/2026
SOMMERSEMESTER 2026
PROMOTIONSKOLLEG
GEBROCHENE TRADITIONEN?
JÜDISCHE LITERATUR, PHILOSOPHIE UND MUSIK
IM NS-DEUTSCHLAND
16. April 2026
18.15–19.45 Uhr
Kontakt:
Doris Maja Krüger
Wissenschaftliche Koordinatorin
[email protected]
Ort:
Freie Universität Berlin
Fabeckstr. 23-25 (Holzlaube)
Raum HS -1.2009
14195 Berlin
DR. FRIEDERIKE HEIMANN (HAMBURG)
Schlussworte. Abkehr und Verwerfung als Figurationen des Widerstands in Gertrud Kolmars Gedichtzyklus „Welten“ von 1937.
Die Lebens- und Schreibbiographie der Dichterin Gertrud Kolmar (1894–1943) war schicksalhaft geprägt von der prekären Beziehung zwischen dem Deutschen und dem Jüdischen. Bereits in den Gedichten, die sie vor 1933 verfasst hatte, lassen sich gebrochene deutsch-jüdische Diskurse immer wieder unterschwellig nachvollziehen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten war Kolmars Poetik dann zunehmend von einer Abkehr von allem Deutschen gezeichnet – bis hin zu dessen Verwerfung vor allem im Gedichtzyklus „Welten“ (1937). Der Vortrag fragt nach der transtextuellen Verwobenheit innerhalb einzelner Gedichte, untersucht diese in ihrem Verhältnis zum zeitgenössischen Kontext und analysiert die erkennbaren Veränderungen aufgrund der historischen Zäsur im nationalsozialistischen Deutschland. Dabei geht es auch um die Frage, inwiefern sich darin Figurationen des Widerstands abbilden.
Am gemeinsamen Standort Berlin betreuen die Lehrstühle von Prof. Dr. Kerstin Schoor (Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder), Sprecherin des Kollegs, Prof. Dr. Christian Wiese (Goethe-Universität Frankfurt/Main) und Prof. Dr. Jascha Nemtsov (Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar) ein inter...