27/07/2021
𝐒𝐜𝐡𝐚𝐝𝐞𝐧𝐬𝐮𝐧𝐭𝐞𝐫𝐬𝐮𝐜𝐡𝐮𝐧𝐠 𝐢𝐦 𝐁𝐞𝐫𝐞𝐢𝐜𝐡 𝐝𝐞𝐬 𝐊𝐢𝐞𝐬𝐰𝐞𝐫𝐤𝐬 𝐢𝐧 𝐄𝐫𝐟𝐭𝐬𝐭𝐚𝐝𝐭-𝐁𝐥𝐞𝐬𝐬𝐞𝐦 𝐦𝐢𝐭𝐭𝐞𝐥𝐬 𝐌𝐞𝐬𝐬𝐛𝐨𝐨𝐭
Wie in der Berichterstattung der vergangenen Tage deutlich wurde, gehört der Stadtteil Erftstadt-Blessem zu den von der Hochwasserflut am schlimmsten betroffenen Regionen. Das Flüsschen Erft schwoll so stark an, dass es über ihre Ufer trat, in den Trockentagebau Blessem strömte und dadurch Unmengen von Kies und letzten Endes auch ganze Häuser in die Grube hinein brachte.
Herr Professor Daniels wurde am vergangenen Wochenende von dem technischen Leiter des Kieswerkes, einem THGA-Absolventen, um Unterstützung bei der Beurteilung der Lage gebeten. Am Montag reiste er mit 2 Mitarbeitern in das Katastrophengebiet.
Hier ist sein Bericht:
„Durch das extreme Hochwasser wurde der bis zu 80 m tiefe Trockentagebau Blessem, der durch einen hohen Schutzwall abgesichert war, geflutet. Dabei sind insgesamt fast 7 Mio. m³ Wasser, Kies und leider auch die im Sog des Wassers mitgerissenen Gebäuden in die Kiesgrube geflossen. Bis zu einer Entfernung von 300-400 m wurden die umliegenden Äcker auf bis zu 8m weggespült. Die dabei neu entstandene Wasserfläche reicht nun bis zur Autobahn, von der enorme Teile der Lärmschutzwand und der Fahrbahndecke weggespült wurden.
Große Bereiche dieser Wasserfläche und insbesondere die Abrisskannten gelten als sehr unsicher. Zur Beurteilung der Schadensituation sind Vermessungen der Unterwasserböschungen erforderlich. Messboote mit Menschen können und dürfen nicht eingesetzt werden. Als Absolvent der Hochschule erinnerte sich der technische Leiter des Werkes daran, dass wir über ferngesteuerte Messboote verfügen und bat mich um Unterstützung. Nach Rücksprache mit unserem Präsidenten, Herrn Prof. Kretschmann habe ich ein kleines Messteam zusammengestellt. Unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen haben wir in Absprache mit der Werksleitung, der Polizei und der Bundeswehr die gefährdeten Bereiche vermessen. Zur Unterstützung der Navigation in nicht einsehbare Bereiche wurde das Messboot von einer fliegenden Drohne begleitet und wir konnten somit „auf Sicht“ navigieren.
Die gewonnenen Messdaten sind qualitativ gut und dienen nun als Basis für die Planung der Katastrophenbewältigung vor Ort.
Abschließend möchte ich noch die hervorragende und unkomplizierte Unterstützung durch die Kolleginnen und Kollegen und unseren Projektpartner für das Forschungsprojekt „Mappingboat“, die Firma Carplounge, erwähnen. Die Mitarbeitenden haben ihren Sonntag dafür geopfert, ein Reserveboot herzurichten, das wir am Montag mitnehmen konnten. Das war tolles Teamwork!“
Wir danken allen Helfenden vor Ort und wünschen den betroffenen alles Gute und viel Kraft!