07/05/2026
Sachverständigenanhörung im Landtag NRW - DBB NRW lehnt Entwurf zum Landesantidiskriminierungsgesetz ab
In der gestrigen Sachverständigenanhörung des Integrationsausschusses des Landtags NRW hat der DBB NRW Beamtenbund und Tarifunion seine ablehnende Haltung zum Entwurf eines Landesantidiskriminierungsgesetzes (LADG NRW) bekräftigt. Mit drei Vorstandsmitgliedern war der DBB NRW vor Ort vertreten:
Erich Rettinghaus, stellvertretender Vorsitzender DBB NRW (DPolG, Deutsche Polizeigewerkschaft)
Sabine Mistler, stellvertretende Vorsitzende DBB NRW (PhV, Philologenverband)
Achim Hirtz, Vorstandsmitglied DBB NRW (BSBD, Bund der Strafvollzugsbediensteten Deutschlands)
Aus Sicht des DBB NRW birgt der Gesetzentwurf erhebliche Risiken für die Funktionsfähigkeit des öffentlichen Dienstes in allen Bereichen, unter anderem in Schule, Polizei, Strafvollzug, allgemeiner Verwaltung und Finanzverwaltung.
Die zentralen Kritikpunkte des DBB NRW:
- Beweislastumkehr: Bereits Indizien sollen genügen, um eine Diskriminierungsvermutung zu begründen. Die Beschäftigten geraten unter ständigen Rechtfertigungsdruck, da innere Motivlagen kaum widerlegbar sind.
- Offener Merkmalskatalog: Jede beliebige Ungleichbehandlung kann erfasst werden. Eine klare Eingrenzung der Diskriminierungstatbestände fehlt.
- Einjährige Verjährungsfrist: Der Gegenbeweis nach einem Jahr lässt sich in der Praxis kaum führen, weil Sachverhalte mit der Zeit immer schwerer aufzuklären sind.
- Doppelstrukturen: AGG, Disziplinarrecht und verwaltungsgerichtlicher Rechtsschutz gewährleisten den Schutz vor staatlicher Diskriminierung bereits umfassend. Das LADG würde lediglich ein paralleles Regelwerk daneben schaffen.
Hierzu Roland Staude, 1. Vorsitzender des DBB NRW, in der schriftlichen Stellungnahme: „Ganz besonders kritisiert der DBB NRW aber das durch den Gesetzentwurf zum Ausdruck kommende Misstrauen gegenüber den Beschäftigten im öffentlichen Dienst."
Der DBB NRW fordert die Landesregierung auf, von der Einführung des LADG NRW in der vorliegenden Form abzusehen.
Bild: DBB NRW