28/08/2026
Knapp 110 Arten umfasst die Gattung Fuchsia L., die von M- und S-Amerika bis nach Tahiti und Neuseeland verbreitet sind. Überwiegend handelt es sich um Sträucher; es kommen jedoch auch bis zu 15m hohe Bäume (F. excorticata) oder ausdauernde kriechende Kräuter (F. procumbens; beide Arten aus Neuseeland) vor.
Die Blätter stehen kreuzgegenständig oder wirtelig, die vielfach roten Blüten werden überwiegend von Vö**ln bestäubt.
Über 14 000 Sorten an Fuchsien wurden seit ihrer Einführung in den Gartenbau registriert. Man schätzt, dass derzeit ca. 2 000 im gärtnerischen Sortiment erhältlich sind. In unserem Klima sind nur wenige Sorten winterhart - meist Abkömmlinge der im südlichen S-Amerika heimischen F. magellanica Lam. -, so dass die meisten Fuchsien bei uns als Kübel- oder Gewächshauspflanzen gezogen werden. Anders in W-Europa, wo man im atlantisch geprägten England oder Irland sogar Fuchsienhecken findet und vor allem die o.g. eingebürgert ist.
Die erste Fuchsien-Art wurde durch den Franziskanerpater Charles Plumier (1646-1704), 1696/97 auf einer seiner Reisen als ‚königlicher Botaniker‘ im Auftrag Ludwigs XIV. entdeckt und als ‚Fuchsia triphylla flore coccineo‘ (‚Drei-blättrige Fuchsie mit scharlachroten Blüten‘) beschrieben. Sie stammt aus dem Gebiet des heutigen Haiti im Westen der Karibikinsel Hispaniola. Diesen Namen übernahm 1753 C. V. Linné in seiner ‚Species Plantarum‘ als Fuchsia triphylla und benannte so die ganze Gattung.
Mit dem Namen Fuchsia ehrte Plumier Leonhart FuchsS (1501-1566), einen der ‚Väter‘ der wissenschaftlichen Botanik. Unter den zahlreichen Werken des ‚hochgelehrten‘ Tübinger Professors der Medizin standen mit der ‚Historia stirpium‘ (‚(Natur)Geschichte der Heilpflanzen‘;1542) und dem ‚New Kreutterbuch‘ (1543) zwei herausragende botanische Werke, die eine Fülle von eigenen Beobachtungen mit hervorragenden Abbildungen kombinierten und sich weit über ihre Vorgänger (meist Kommentare antiker Autoren) erhoben. Von den 500 Pflanzentafeln des ‚Kreutterbuchs‘ stellen etwa 100 die ersten Abbildungen der jeweiligen Arten überhaupt dar - so u.a. von Mais, Paprika und Kürbis. Fuchsien allerdings hat Leonhart Fuchs, der 1566 starb, nie gesehen.
Abb.: Fuchsia magellanica und Fuchsia boliviana (am Standort in Argentinien); T&F: St.Schn