Februar 1904 gründeten die damaligen Navigationsschüler Baron von Mansberg, Martin Hofmann und Hans Meier-Mewes die Nautische Verbindung Visurgis. Im Gegensatz zu dem damals bereits bestehenden Skat- und Kegelclub der Navigationsschueler "Club Humor", schwebte den Gründern der Visurgis nicht nur ein mehr oder minder loser Zusammenhang der Schueler waehrend des Besuches der Navigationsschule in Els
fleth vor, sondern es sollten auch die Mitglieder der Verbindung sich noch als Inaktive und Alte Herren mit der Visurgis und damit mit ihrer Schule und der Stadt Elsfleth verbunden fühlen. In Anlehnung an die nautischen Verbindungen in Bremen und Hamburg wurden Statuen geschaffen, die das Wesen und das Leben innerhalb der Visurgis genau festlegten. Hinzu kam ein Comment, der die Form der Zusammenkuenfte als Konvent, Kneipe oder Kommers bestimmte. Als Sinnspruch der Visurgis waehlten die Gründer "NAVIGARE NECESSE EST" und als Verbindungfarben Blau-Gold-Rot als Sinnbild der Treue, der Reinheit des Geistes und der Liebe. Bei allen Begebenheiten der Verbindung hatten die Visurgen diese Farben als blau-gold-rotes Band zu tragen, gleichsam als verpflichtendes Symbol fuer Zweck und Ziel der Visurgis, naemlich die Pflege der Kameradschaft, sowohl in Frohsinn und Heiterkeit waehrend der Schulzeit als auch im Ernst ihres schweren Berufes, dazu den Anstand zu wahren, in- und ausserhalb der Verbindung und mit den Bewohnern Elsfleths und den Schwesternverbindungen gesellschaftlichen Verkehr zu üben. So sollte den Visurgen der Sprung vom gewesenen Janmaaten zum Mittschiffsgast erleichtert und er eingewiesen werden in die Beachtung der gesellschaftlichen Formen an Bord sowie im In- und Ausland. Waehrend des 1.Weltkrieges ruhte die Verbindung, jedenfalls die Aktivitas, fast voellig, indessen hielt der Tod unter den Visurgen an den Fronten und in den Lagern des feindlichen und neutralen Auslandes reiche Ernte. Nach dem verlorenen Kriege aber blühte die Verbindung mit den ersten Kursen an der Seefahrtschule wieder auf. Das alte Verbindungslokal wurde erneut bezogen, und dort nahmen die Konvente, die Kneipen und Festlichkeiten ihren Verlauf wie ehedem. Auch aus diesen Jahren wusste die Chronik vielerlei zu berichten von mancher stattlichen Aktiva, von vielen gelungenen Kneipen und grossen Festen. Im Februar 1929 stieg dann unter der Leitung des derzeitigen HP J.Brenner ganz gross das 25jaehrige Stiftungsfest der Visurgis. Die Verbindung lag auf gutem Kurs und sie schien so fest gefuegt und gut getrimmt, dass sie muehelos ueber die naechste 25er Meilenstrecke haette segeln muessen, wenn mit 1933 nicht das Unwetter auch ueber die Visurgis gekommen ware. Noch drei Jahre dauerte das Kreuzen und Beidrehen, bis dann 1936 vor Top und Takel der Nothafen angelaufen werden musste. Die nautische Verbindung ruhte...
Der 2.Weltkrieg kam und ging vorüber, danach kam die Besetzung Elsfleths und als auch sie vorbei war, wurde am 18.November 1946 die Elsflether Seefahrtsschule als erste in Westdeutschland unter Leitung des Direktors, Kapitaen Hans Kruse, wieder eroeffnet. Am 2. Juli 1948 erfolgte dann die Umbenennung in Nautische Kameradschaft Visurgis um dem Kameradschaftgedanken mehr Ausdruck zu verleihen. Heute, über 100 Jahre nach ihrer Gründung und nach vielen Unwettern, hat sich an den Grundprinzipien nichts verändert und man steht sich nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite.