24/06/2026
Dass man auch bei Hitze flüssig denken kann, bewies die abschließende Veranstaltung der Reihe „Demokratische Werte stärken? – Zivilgesellschaft im Fokus“ von Konrad Adenauer Stiftung , Maecenata Stiftung und Allianz Rechtssicherheit für politische Willensbildung.
„Haltung zeigen - Verantwortung übernehmen“ hieß das Thema, dessen zentrale Erkenntnis war, dass die oft verpönte, etwas schmucklose Sicht der Ökonomen vielen Debatten doch eine ganz eigene, beruhigende Klarheit zu vermitteln mag.
Alicja Orlow, RAA M-V,berichtete eindrücklich zur Lage in Ostdeutschland: „Krasse“ Staatsdefizite treffen auf eine engagierte Zivilgesellschaft. Diese braucht dringend hauptamtliche Hilfe, während Mittel oft aus Angst zurückgehalten werden und Dialogräume schwinden. Außer in den Unternehmen.
Überleitung zu Prof. Dr. Markus Scholz, Ökonom, Autor und Unternehmensethiker, Technischen Universität Dresden. In der „Zeit der Monster“, dem Interregnum zwischen alten und neuen Ordnungen, kommt es auf alle an, zitierte er Slavoj Žižeks verschärfende metaphorische Übersetzung von Antonio Gramsci, und deklinierte dies einmal für die deutschen Unternehmen durch:
👉 Nein, Unternehmen sollten nicht politisch tätig werden, da hält es Scholz mit der Doktrin von Milton Friedman und verweist auf US-Unternehmer, die politisch Einfluss nehmen: Keine gute Idee.
👉 Wenn aber die liberale und die soziale Marktwirtschaft durch den Angriff auf Rechtsstaat, freie Presse etc. bedrohen, ist der Corporate Citizen sehr wohl gefragt, weil es im ureigensten Interesse der Wirtschaft liegt, die liberale Demokratie zu verteidigen. Neutralität kann zu stiller Komplizenschaft werden.
👉 Wie agieren? Direkte Wahlempfehlungen funktionieren laut jüngster Forschung nicht. Wirksam sind hingegen der organisierte Dialog im Betrieb und die Aufklärung über demokratische Werte gerade als Gegenpol zu den Diskursverschiebungen von Populisten, die den Liberalismus ja auch gern für sich in Anspruch nehmen.
💡 wie Unternehmen brauchen Unterstützung. Finanziell im ersteren Fall, Know-how und Beratung in beiden Fällen. sind hier als Brückenbauer gefragt. Konrad-Adenauer-Stiftung