13/01/2021
Ronya Othmann stellt ihr Debüt Die Sommer vor und kommt mit der zwischen/miete ins Gespräch, frisch und digital. Der Roman beschreibt die Erfahrungswelt der Protagonistin Leyla, die durch erzählendes Erinnern und das Sammeln von Geschichten einen gefilterten Blick auf die syrische Geschichte, Politik und Konflikte eröffnet. Hierdurch entstehen „ganz unvermittelt neue Einsichten, tiefere Einblicke“ (Süddeutsche Zeitung).
Die Lesereihe, die von einem Team Studierender organisiert und moderiert wird, lebt normalerweise von der Zusammenkunft in privaten WGs, in die sich junge Schriftsteller*innen für einen Abend einquartieren, um ihre Texte wirken zu lassen. Dieser Ort wird nun ins Netz verlegt, per Stream schalten wir Ronya Othmann ins Literaturhaus zu, per Kommentarfunktion können sich die Zuschauer*innen von zuhause einklinken.
Karten gibt es hier.
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Zum Roman
„Eine Geschichte erzählt man immer vom Ende her. Auch wenn man mit dem Anfang beginnt.“ Das Ende, welches der Prolog von Ronja Othmanns Die Sommer andeutet, ist der Genozid an den Jesiden im Sindschar-Gebirge im Jahr 2014. Im sicheren Deutschland werden Leyla, ihr jesidisch-kurdischer Vater, der als junger Mann aus Syrien flüchtete, und ihre deutsche Mutter mit den Bildern der Zerstörung in den Medien konfrontiert. Leyla erinnert sich an die Sommer ihrer Kindheit, die sie beim jesidischen Teil ihrer Familie, in einem Dorf in Nordsyrien verbracht hat. Nun ist der Kontakt abgeschnitten und Leyla versucht durch das Erzählen und Erinnern, das Sammeln von Geschichten, gegen die Zerstörung und ihre eigene Ohnmacht vorzugehen.
Zur Autorin
Ronya Othmann, 1993 in München geboren, studierte am Literaturinstitut in Leipzig. Durch ihren Auftritt beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb und ihre Kritik an Nahostpolitik und Islamismus, die sie in der taz-Kolumne OrientExpress thematisierte, erlangte Die Sommer gebündelte Aufmerksamkeit.