06/10/2026
„Also, bei uns ist eigentlich die ganze Literatur digital.“
Irgendwie so hat es mir einmal während meines damals enorm printlastigen Latein(…)studiums ein Freund aus einer Sozial- oder Naturwissenschaft gesagt. Ich könnte schwören, dass sogar der Begriff „frei zugänglich“ gefallen ist.
Inzwischen bin ich mit meinem Referendariat in der Abteilung Informationsversorgung angekommen, und hier öffnet sich das ganze Fass der Literaturbeschaffung. Ja, die Fachreferent*innen entscheiden darüber, welche Fachliteratur erworben wird, aber die Abteilung IV ist für den tatsächlichen Erwerb und das Aushandeln von Rahmenverträgen mit den großen und kleinen Verlagen zuständig. Diese Verträge bestimmen nicht nur, zu welchen Konditionen die Bibliothek bei dem jeweiligen Verlag Literatur erwerben und – heute immer wichtiger – im Open Access publizieren kann.
Wenn ihr die Seite „Kennzahlen“ der SUB Göttingen besucht, seht ihr es – wie viele Medien heute nach wie vor gedruckt vorliegen, aber auch, welche Bedeutung digitale Medien heute haben … und welchen Anteil ihr Erwerb am Literaturbudget ausmacht: mehr als doppelt so viel für digitale wie für gedruckte Medien! Eine Schwierigkeit beim Vergleich zwischen E-Medien- und Print-Nutzung besteht darin, dass man bei letzterer hauptsächlich Ausleihen messen kann, während es extrem aufwändig ist, die Lesesaalbenutzung zu erheben.
– Leon