05/05/2026
Am 5. Mai erinnern die Vereinigten Staaten mit dem National Cartoonists Day (dt. Tag der Cartoonisten) an das Erscheinen des ersten farbigen Comic-Strips in einer US-amerikanischen Tageszeitung im Jahre 1895.
Doch schon 30 Jahre zuvor erscheinen die ersten Comics in Deutschland.
Als Wilhelm Busch 32 Jahre alt ist, erscheint 1865 seine Bildergeschichte "Max und Moritz". Mit seinen tragisch-komischen Geschichten um die beiden Lausbuben gelingt Busch Mitte des 19. Jahrhunderts der künstlerische Durchbruch - und auf ihnen gründet sein Ruf als Erfinder des Comics.
Später werden „Max und Moritz“ in mehr als 200 Sprachen übersetzt. Die Rechte für die Geschichte verkauft Busch für wenig Geld an seinen Freund Braun. Der Verleger verdient damit ein Vermögen. Erst Jahrzehnte später bekommt Busch einen finanziellen Ausgleich - und spendet das Geld für Bedürftige.
Busch war selbst kein Freimaurer. Wenn es um diese Frage geht, wird er aber oft mit Dietrich Wilhelm Busch (1788 bis 1858) verwechselt.
Er hat uns aber eine lustige Kurzgeschichte hinterlassen:
Der Freimaurer
Der Sohn eines wohlhabenden Bäckers in einer schwäbischen Stadt soll seine Wanderschaft antreten. Sein Nachbar rät ihm: „Gib dich für einen Freimaurer aus, und sie werden dich in der Fremde freundlich aufnehmen.“ – „Woran aber kann ich die Freimaurer erkennen?“ – „Sie zeigen sich gegenseitig die Zungenspitze.“ – Anderntags macht der Wanderbursche zu Waiblingen im Gasthof „Zum Adler“ die Probe aufs Exempel. Er schiebt, den Landrichter starr ansehend, der neben ihm am Stammtisch Platz genommen hat, die Zungenspitze zwischen die Lippen. Da der vermeintliche Freimaurer nicht darauf reagiert, kommt die Zunge immer weiter heraus. Der Landrichter glaubt sich verhöhnt und verabreicht dem Jungen eine kräftige Maulschelle. Dieser, sich den Backen reibend, ruft: „Aha! Das ist koaner!“ (keiner.)