23/06/2026
„[...] dass man nicht versucht, mehr Frauen für ein unveränderliches System zu gewinnen, sondern dass man das System verändert“. Mit diesem Gedanken brachte Prof. Dr. Henrike von Scheliha von der Bucerius Law School eine zentrale Frage der Podiumsdiskussion zur Ausstellung „100 Jahre Frauen in juristischen Berufen“ auf den Punkt.
Im Fokus der Podiumsdiskussion standen die Fragen, welche Fortschritte Frauen in juristischen Berufen erreicht haben und wo eine strukturelle Benachteiligung bis heute sichtbar ist. Auch wurde diskutiert, warum Gleichstellung im juristischen Feld noch immer keine Selbstverständlichkeit ist. Zu Gast auf dem Podium waren Richterin Ann-Kristin Becker, Ministerialdirektorin Dr. Heike Neuhaus aus dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Rechtsanwältin Tuğba Sezer und Prof. Dr. Henrike von Scheliha von der Bucerius Law School.
Dass diese Fragen nicht nur historisch sind, zeigten auch die persönlichen Erfahrungen der Gäste auf dem Podium. Geschlechtsbezogene Diskriminierung ist für viele Frauen im juristischen Alltag weiterhin Realität. Frauen sind in juristischen Spitzenpositionen noch immer deutlich unterrepräsentiert.
Ausstellung „100 Jahre Frauen in juristischen Berufen“
Genau diesen Zusammenhang zwischen historischen Kämpfen und aktuellen Fragen der Gleichstellung macht die Ausstellung sichtbar. Sie zeigt den langen und oft mühsamen Weg von Frauen in juristische Berufe – von den ersten Zulassungen bis zu heutigen Debatten über Teilhabe, Repräsentanz und strukturelle Benachteiligung. Konzipiert wurde sie von der Rechtshistorikerin Dr. Marion Röwekamp.
Die Ausstellung ist noch bis Mitte Juli auf dem Campus der Bucerius Law School in den Fenstern des Helmut Schmidt Auditoriums zu sehen. Sie ist eine Kooperation zwischen dem Zentrum für Studium generale und Persönlichkeitsentwicklung und dem Deutschen Juristinnenbund.