26/01/2021
Zu Ehren von Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Burchard, der am 21. Dezember 2020 im Alter von 89 Jahren verstorben ist und bis zur seiner Emeritierung im Jahr 1997 den Lehrstuhl für Neutestamentliche Theologie innehatte, sind unsere Bücher des Monats Januar zwei seiner Werke, mit denen er Meilensteine hervorragender Forschung gesetzt hat: der im Jahr 2000 in der Kommentarreihe „Handbuch zum Neuen Testament“ veröffentlichte Jakobusbriefkommentar, der einen wesentlichen Beitrag zur theologischen Rehabilitierung der von Luther als „stroherne Epistel“ abgewerteten Schrift leistete, und seine 2003 in der Reihe „Pseudepigrapha Veteris Testamenti Graece“ erschienene kritische Edition der frühjüdischen Schrift „Joseph und Aseneth“, die religionsgeschichtlich für den zeitgenössischen Kontext des entstehenden Christentums von eminenter Bedeutung ist. Die Edition, die neben den 16 griechischen Handschriften Übersetzungen ins Syrische, Altarmenische, Serbisch-Kirchenslawische und Lateinische sowie eine frühneugriechische Paraphrase, einen rumänischen Auszug und Spuren einer äthiopischen Übersetzung berücksichtigt, wird auf lange Sicht hin Grundlage aller Studien zu Joseph und Aseneth sein.