29/07/2021
Willkommen in Jena, "wo man Galle speit und Eisen frisst" 😉
Das 18. und auch die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts kennt noch die namentliche Trennung der Studenten in "Renommisten" und "Stutzer/Pomadehengste". Bezeichnet wurden so auf der einen Seite die Kommilitonen, die weniger Wert auf modisches Aussehen legen und in Kleidung und Benehmen lieber etwas wüst, derb und grob gekleidet daherkamen (also "renommieren") und andererseits diejenigen, welche, sich herausputzten und Wert auf Eleganz legten. Während die Großstadt Leipzig eine Hochburg der Stutzer war, galt Jena als Renommistennest, "wo man Galle speit und Eisen frißt".
Ein letzter Anklang dieses - heute würde man ihn vielleicht rustikal nennen - Stils sehen wir bei diesen Vertretern der Burschenschaft Germania Jena - Aufnahme um 1885, nachträglich coloriert.
Und wer heute genau hinsieht, der wird bei den Korporierten anhand von BWLer-Windel, abgerockten Barbouretten usw. sehen, daß beide Gruppen irgendwie immer noch existieren.
(Bild mit Dank an die Germania Jena)