Karlsruher Burschenschaft Tuiskonia in der Deutschen Burschenschaft
"Amico pectus, hosti frontem" seit 1877
Vorsitzende Burschenschaft der Deutschen Burschenschaft 2020 Dieses ewig Gestrige, Erzkonservative, Rechtslastige, Rassistische, Frauenfeindliche, Antiquierte? Wenn Sie so denken, und sich Ihr jetziges Weltbild unter allen Umständen erhalten wollen, brauchen Sie hier nicht weiter zu lesen. W
ir sind die Nachfolger einer Studentenbewegung, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts bei einer Zusammenkunft auf der Wartburg bei Eisenach fundamentale Rechte wie Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit, Gleichheit vor dem Gesetz und auch die staatliche Einheit Deutschlands forderten. Ganz schön frech in der damaligen Zeit; ziemlich revolutionär sogar! Repressalien von den Obrigkeiten blieben natürlich nicht aus, aber letztendlich fanden wesentliche Teile dieser burschenschaftlichen Forderungen Eingang in die Verfassung des Deutschen Bundes von 1848, in die Weimarer Verfassung von 1919 und auch in das Grundgesetz von 1949. Der erste Präsident der Nationalversammlung von 1848 in der Paulskirche zu Frankfurt war übrigens konsequenterweise einer dieser Burschenschafter. Ein gesundes Maß an Nationalbewusstsein gehörte damals natürlich dazu. Auch heute noch – finden wir. Wir Burschenschafter haben z. immer an der Deutschen Einheit festgehalten, selbst in Zeiten, in denen Parteien und zeitgeistige Meinungsmacher diese längst abgeschrieben hatten. Aber die Ereignisse von 1989/90 haben letztendlich unsere Haltung bestätigt. Ist es etwa schlimm, sich darüber zu freuen? Und so halten wir auch an den grundlegenden Elementen unserer freiheitlichen Rechtsstaatlichkeit weiterhin fest, fördern und verteidigen sie gegen alle, die uns totalitäre Weltanschauungen aufdrängen wollen. Daneben pflegen wir auch ganz bewusst das korporative Element dieser Studentenbewegung des 19. Jahrhunderts. Wir führen z. noch den Namen, den sich unsere Gründerväter gaben - wir nennen uns Tuiskonen. Wir besitzen ein schönes Verbindungshaus in der Kornblumenstrasse in Karlsruhe, ein Haus aus der Gründerzeit, das heute unter Denkmalschutz steht. Gleichsam steingewordenes Zeugnis unserer Tradition. Zu unserem Selbstverständnis gehört auch unser Lebensbundprinzip. Wir nennen uns Bundesbrüder und bleiben uns ein Leben lang in Freundschaft verbunden. Deshalb gehen wir nach dem Ende des Studiums, wenn wir preiswertes Wohnen und billiges Bier nicht mehr benötigen, nicht auf Nimmerwiedersehen auseinander, sondern halten einen lebendigen, unmittelbaren Kontakt zu all unseren Generationen. Wir jungen, aktiven Studenten – “Aktivitas” genannt – gestalten das Bundesleben aktiv vorort. Wir planen und halten Veranstaltungen ab, gestalten unsere Freizeit miteinander und unterstützen uns in jeder Lebenslage. Das Studium steht dabei trotzdem immer an erster Stelle. Dabei können wir stets auf die Erfahrungen und Fähigkeiten unserer Mitglieder bauen und somit selber davon profitieren und daraus lernen. Selbstverständlich spielen Konfession, soziale Herkunft und politische Ausrichtung bei uns keine Rolle. Natürlich haben auch wir „Ältere Semester“ – nach Studienende werden wir „Alte Herren“ genannt – immer einen Schlüssel unseres Verbindungshauses. Wann immer wir nach Karlsruhe kommen, geht unser erster Schritt dort hin. Dort parken wir unsere Autos, dort treffen wir Gefährten, dort sind wir immer zu Hause. Auch wir stehen unseren Jungen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite und unterstützen sie, wo wir nur können. Zu unserer korporativen Tradition gehört auch, dass wir nur männliche Studenten aufnehmen. Den Vorwurf der Frauenfeindlichkeit nehmen wir gelassen hin mit Blick auf unsere Freundinnen, Ehefrauen und Lebensgefährtinnen, die nicht nur willkommene Gäste bei vielen Veranstaltungen, sondern als Bundesschwestern lebendiger Teil unseres Bundes und unseres Bundeslebens sind. Und nicht zu vergessen: Dass wir uns trotz vieler Gemeinsamkeiten von anderen Studentenvereinigungen unterscheiden und damit wir stets als Tuiskonen erkannt werden, tragen wir zu bestimmten Anlässen Band und Mütze, auch Farben oder Couleur genannt. Selbstverständlich pflegen wir auch das studentische Fechten. Dies ist für uns nicht nur sportlicher Ausgleich zur Stärkung der Selbstdisziplin, es fördert und prägt auch ganz besonders unseren bundesbrüderlichen Zusammenhalt. Wenn Sie also aufgeschlossen sind für diese Ideen, wenn Allgemeinbildung, historisches Wissen und gesellschaftliche Umgangsformen für Sie keine unwichtigen Nebensächlichkeiten sind, und Sie ein gesundes Maß an Toleranz mitbringen, dann sollten Sie uns unbedingt ansprechen. Was wir aber überhaupt nicht gebrauchen können, sind Trunkenbolde, rechte wie linke Phrasendrescher, Extremisten und Chaoten, Intolerante, Weiterbildungsunwillige und Studienversager.