Strategien ländlicher Räume

Strategien ländlicher Räume SLR ist ein interdisziplinäres Lehr- und Forschungsgebiet an der Hochschule Koblenz (Architektur, Bauingenieurwesen & Sozialwissenschaften).

Der demografische Wandel führt in städtischen und ländlichen Räumen zu unterschiedlichen Herausforderungen. In der Diskussion stehen Wachstum und Schrumpfung sowie zentrale Orte und periphere Strukturen. Außerdem kommen digital angeschlossene Räume und abgehängte Regionen aus unterschiedlicher Perspektive und mit unterschiedlichen Bewertungen in den Blick. Zentrale Fragen sind u.a.:

Wie verändert

die Digitalisierung das Leben und Arbeiten auf dem Land? Welche alternativen Wege kann es für Nahversorgung, Bildungssysteme und Gesundheitswesen geben? Wie geht man mit aktuellen und zukünftigen demographischen Prozessen um und welche (Gleich-) Wertigkeit hat und braucht das Land? An der Hochschule Koblenz arbeiten die Fachrichtungen Architektur, Bauwesen und der Fachbereich Sozialwissenschaften interdisziplinär zusammen, um gemeinsam mit Kommunen, Gemeinden und Kreisen integrierte, zukunftsweisende Lösungswege aufzuzeigen und strategische Antworten für den ländlichen Raum zu finden.

Wir betreten die Moritzstraße 6 in Altenburg und werden empfangen von einem glitzernden lebensgroßen Einhorn, treten in ...
19/06/2026

Wir betreten die Moritzstraße 6 in Altenburg und werden empfangen von einem glitzernden lebensgroßen Einhorn, treten in einen großen hellen Raum mit knalligen Farben, die Wände gesäumt mit Regalen voll Spraydosen, Farbeimern, Pinseln und weiterem Bastelmaterial. Es wird klar, wir befinden uns in der Farbküche. Dort begrüßt uns Anja Fehre. Sie gehört zum Team der Erlebe was geht gGMBH und berichtet uns von ihren vielfältigen Projekten.

Angestoßen vom Wunsch die Stadt nicht zu verwalten, sondern aktiv mitzugestalten gründete sich erst die „Farbküche“ und im Anschluss die gGMBH.

Mit „Erlebe was geht“ haben die Gründerin Susann Seifert und Anja Fehre ihre Vision zum Programm gemacht. Bürger*innen sollen kreativ und spielerisch an der Stadtentwicklung beteiligt werden, sie sollen erleben was geht. Dies kann man heute in der Stadt an vielen Ecken erleben. Ausgehend verschiedener
Förderungen konnten z.B. ein Festival etabliert, leere Plätze wiederbelebt und ein Stadtmagazin von und für Bürger*innen ins Leben gerufen werden.

Uns hat die Motivation und das vielfältige Angebot sehr beeindruckt. Wer mehr dazu erfahren möchte, findet auf den Instagramseiten der verschiedenen Angebote weitere Infos.

Während unserer Exkursion nach Thüringen besuchten wir einen Kulturhof in Kleinmecka, Ostthüringen. Die Geschichte des K...
18/06/2026

Während unserer Exkursion nach Thüringen besuchten wir einen Kulturhof in Kleinmecka, Ostthüringen. Die Geschichte des Kulturhofes begann mit der Suche
nach Fliesen. Robert Herrmann, der heutige Besitzer des Dreiseithofes, erzählte uns, dass er durch die Suche nach alten Fliesen auf diesen Hof gestoßen ist.

Der ehemalige Besitzer verkaufte allerdings nur den gesamten Hof, woraufhin sich Herrmann 2017 dazu entschied die Fliesen mit samt dem Hof zu kaufen.

Herrmann empfand und empfindet den Ort als etwas Besonderes, als etwas, was gerettet werden soll. Heute restauriert er den im 19. Jahrhundert erbauten Bauernhof Stück für Stück mit seinem Team, freiwilligen Helfer:innen und Fachpersonen. Für die
Restauration werden neben alten Materialen, u.a. von anderen zum Abriss freigegebenen Höfen, auch handwerkliche Techniken aus alten Lehrbüchern
verwendet. Dies konnten wir während unseres Besuchs an verschiedenen Gebäuden betrachten, z.B. das mit Biberschwänzen gedeckte Dach des ehemaligen
Wohnhauses oder der wiederhergerichtete Gewölbebau des ehemaligen Kuhstalls.

Herrmann ist es wichtig, den Hof nach historischem Vorbild nachhaltig und ökologisch zu rekonstruieren, um so die Authentizität des Ortes zu erhalten. Zudem
möchte er den Hof durch Kulturveranstaltungen wiederbeleben. Diese finden 8 bis 10 Mal pro Jahr statt, mit bis zu 200 Besucher:innen jeden Alters. Durch die Gespräche und die Führung über den Hof konnten wir die Leidenschaft Robert Herrmanns für
diesen Hof miterleben und sehen, welche Möglichkeiten es gibt alten Höfen ein neues Leben zu schenken.

Wir bedanken uns für die Einblicke in die Arbeit und wünschen alles Gute!

Tag 2 der Thüringen Exkursion führt uns in die Erfurter Altstadt. Die Krämerbrücke ist die längste durchgehend mit Häuse...
09/06/2026

Tag 2 der Thüringen Exkursion führt uns in die Erfurter Altstadt. Die Krämerbrücke ist die längste durchgehend mit Häusern bebaute und bewohnte Brücke Europas: 125 Meter lang. 32 Fachwerkhäuser. 6 Sandsteinbögen über der Gera. Eine städtische Stiftung sorgt dafür,
dass hier keine Filialen einziehen. Die Vergabe erfolgt nach Konzept, nicht nach Miethöhe. Das Ergebnis: inhabergeführte Manufakturen, Galerien und Werkstätten. Auf engstem Raum verbindet sich Wohnen, Produktion, Verkauf, Tourismus, Gastronomie, Religion und Kultur. Ein 700 Jahre altes Bauwerk kann heute in der Orts- und Sozialraumentwicklung Vorbild sein.

Die Bundesgartenschau 2021 in Erfurt hat gezeigt, wie viel Potenzial in nachhaltiger Stadtentwicklung steckt 🌿. Trotz He...
03/06/2026

Die Bundesgartenschau 2021 in Erfurt hat gezeigt, wie viel Potenzial in nachhaltiger Stadtentwicklung steckt 🌿. Trotz Herausforderungen, insbesondere durch Corona, entstanden langfristige Verbesserungen für die Bürger*innen und die Stadt.

Erfurt profitiert von neuen Grünräumen, sanierter Infrastruktur und einladenden Begegnungsorten 🌳🏙️.

Die IO-S Gruppe besichtigte bei bestem Wetter den ehemaligen BUGA-Standort Zitadelle Petersberg ☀️. Dort wird sichtbar, wie historische Orte durch gezielte Maßnahmen aufgewertet und für alle zugänglich gemacht werden konnten 🏰.

Fazit: Die BUGA 21 war mehr als ein Festival; sie hat Erfurt nachhaltig geprägt 🌱✨.

Ermstedt, der westlichste Ortsteil Erfurts mit 445 Einwohner*innen- was gibt’s denn da zu sehen?- Na den Ermstedter Kons...
01/06/2026

Ermstedt, der westlichste Ortsteil Erfurts mit 445 Einwohner*innen- was gibt’s denn da zu sehen?- Na den Ermstedter Konsum!

Seit 2023 arbeiten die gelernte Stadtplanerin Conny Fries und ihr Mann Manuel Schöne daran den seit den 80er Jahren leerstehenden Dorfkonsum zu restaurieren und mit neuem Leben zu füllen.

„Jeder kann etwas besonders toll, jeder hat ein Talent“- Conny Fiebig

Seit 2025 findet ein vielfältiges Programm für die Ermstedter Einwohner*Innen im Konsum statt: Sauerteigbrotbacken, Spielabend, Murmelnspielen und vieles mehr.

Du wohnst im Ermstedt oder der näheren Umgebung? Dann schau doch mal vorbei und lass dich von der kreativen, tatkräftigen Atmosphäre mitnehmen. Wir waren begeistert 🌻

Wie funktionieren innovative Ansätze für lebendige (ländliche) Räume?Dieser Frage geht der Masterstudiengang Integrierte...
30/05/2026

Wie funktionieren innovative Ansätze für lebendige (ländliche) Räume?

Dieser Frage geht der Masterstudiengang Integrierte Orts- und Sozialraumentwicklung im Rahmen einer einwöchigen Exkursion in Thüringen nach.

📍 Ein besonderer Stopp: der Tausch- und Testladen in Mühlhausen. Ein Ort, an dem Gründer*innen ihre Produkte unter realen Bedingungen erproben und weiterentwickeln können. In der Tauschecke können Gegenstände geteilt und getauscht werden. Alle sechs Monate wird das Geschäft durch neue Gründerinnen neu belebt.

🏙 Das Projekt wird im Rahmen der Smart-City-Förderung durch die Stadt Mühlhausen begleitet und von der Stadtwerkstatt betreut. Es zeigt beispielhaft, wie integrierte Stadtentwicklung mit innovativen Nutzungskonzepten zur Belebung der Stadt und aussterbenden Innenstädten beitragen kann. Zu dem Test-und Tauschladen gehören weitere, smarte und integriere Konzepte im Rahmen der Förderung zum Konzept der Stadt.

Wir bedanken uns für den ausführlichen Austausch und nehmen viele Ideen mit!

26/05/2026

Bürger*innenbeteiligung ist längst mehr als die klassische Infoveranstaltung am Nachmittag. Das hat die Smart City Mühlhausen bei seiner Entwicklung
der SmartCity Strategie bewiesen. Von Beginn an wurden die Bürger*innen in den Prozess miteinbezogen. Die Stadt setzte auf Smart-City-Sprechstunden, Roadshows, Online-Umfragen sowie online Beteiligungsportale, als es um die
konkrete Umsetzung von Projekten, wie der resilienten Altstadt ging.

Christoph Reimann (Fachbereich Stadtentwicklung/Bauordnung) beschrieb den Prozess als Puzzle, wo die verschiedenen Akteur*innen und deren Ideen
und Vorstellungen als Puzzlestücke funktionierten, die zusammengesetzt worden sind, um die Projekte bestmöglichen umsetzen zu können.

Die Hinweise von den Bürger*inne wurden dabei stets mit berücksichtigt. In der Stadt-Werkstatt wird der Beteiligungsprozess aktiv in Präsenz niedrigschwellig und über einen längeren Zeitraum hinweg. So erreicht das Smart-Cityteam deutlich mehr Menschen und schafft Raum für echte Mitgestaltung.

Was hat der Prozess ermöglicht?
– Beteiligung findet direkt im Alltag statt z. B. durch die Offenlegung der
Projektpläne
– Ideen können vor Ort und digital eingebracht werden
– Projekte werden als zusammenhängende „Puzzlestücke“ gedacht, nicht
isoliert

Was bringt es konkret?
– Projekte wie die Tauschecke entstanden direkt aus Bürgerideen
– Hohe Beteiligung bei Themen wie Altstadt-Shuttle oder sichere
Beleuchtung
– Abstimmungen vor Ort (z. B. Sticker-Voting) und online zeigen klare Trends
und fördern somit die Akzeptanz

Unser Fazit:
Bürger*innenbeteiligung hat die Qualität, Akzeptanz und Sichtbarkeit von Projekten in der SmartCity Mühlhausen deutlich erhöht. Sie liefert wertvolle
Impulse, auch wenn nicht jede Idee umgesetzt werden kann. Am Ende bleibt es ein Zusammenspiel aus Bürger*innenwillen, fachlicher Machbarkeit und
politischen Entscheidungen.

Im Rahmen unserer Exkursion haben wir die Kilianikirche von außen besichtigt. Auch ohne den Innenraum zu betreten, war d...
18/05/2026

Im Rahmen unserer Exkursion haben wir die Kilianikirche von außen besichtigt. Auch ohne den Innenraum zu betreten, war die architektonische Wirkung deutlich erkennbar.

Besonders auffällig sind die gotischen Elemente wie die vertikale Ausrichtung und die klare Struktur der Fassade. Diese verleihen dem Gebäude eine starke Präsenz im Stadtraum.

Auffällig in Mühlhausen ist zudem die große Anzahl an Kirchen, von denen viele heute umgenutzt werden – zum Beispiel als Bibliotheken oder Kulturorte. Auch die Marienkirche sowie die Jakobikirche stehen exemplarisch für diesen Wandel.

Besonders interessant war die Umnutzung der Jakobikirche, die heute als Stadtbibliothek dient und die wir auch im Innenraum analysieren
konnten. Dadurch wurde deutlich, wie sich ein ehemaliger Sakralraum funktional und atmosphärisch verändert.

Der Besuch zeigt, dass Architektur nicht nur im Inneren, sondern auch im öffentlichen Raum wirkt und wahrgenommen wird.

Es war auf jeden Fall eine sehr schöne Erfahrung, diese Exkursion gemeinsam mit meinen Kommilitonen und Professoren zu erleben

Mühlhausen: Ein eindrucksvolles Zusammenspiel aus Geschichte und Aufbruch. Besonders faszinierend ist die Transformation...
13/05/2026

Mühlhausen: Ein eindrucksvolles Zusammenspiel aus Geschichte und Aufbruch. Besonders faszinierend ist die Transformation der einst grauen Gassen in lebendige، farbenfrohe Straßenräume – ein Verdienst des enormen bürgerschaftlichen Engagements und einer klugen Planung. Zwischen der mächtigen historischen Stadtmauer und der außergewöhnlichen Dichte an mittelalterlichen Kirchen wird die
kulturelle Identität an jeder Ecke spürbar. Es ist inspirierend zu sehen، wie Denkmalschutz und Smart-City-Visionen hier Hand in Hand gehen، um das Erbe für die Zukunft zu bewahren.

Ein großes Dankeschön an
für die Einblicke!

Nach 2022 und 2024 war es wieder soweit: Modul Integriertes Projekt (IP) fuhr letzte Woche auf Exkursion. Erstmals besuc...
11/05/2026

Nach 2022 und 2024 war es wieder soweit: Modul Integriertes Projekt (IP) fuhr letzte Woche auf Exkursion. Erstmals besuchten wir dabei Thüringen und erlebten die geschichtsträchtige, grüne und vor allem transformatorische Region rund um Erfurt, Altenburg und Eisenach. 4 Tage voller Einblicke, die wir natürlich teilen möchten. Unsere Studierenden haben dazu Postings verfasst, welche die Exkursion aus ihren Augen zeigen:

*Exkursion Thüringen 🚌*

Als wir vom diesjährigen Reiseziel erfuhren, waren die Fragezeichen zunächst groß. Thüringen? Was erwartet uns dort eigentlich? Doch sobald unsere Exkursion Fahrt aufnahm – trotz kleiner Buspanne direkt zu Beginn – wurden wir schnell eines Besseren belehrt und lernten Thüringen aus neuen Perspektiven kennen.

Unsere Reise führte uns durch ländliche Gemeinden wie Mühlhausen, Kleinmecka, Altenburg, Sundhausen und ebenso durch urbane Räume wie Erfurt. Dabei begegneten wir vor allem Menschen mit Visionen. Menschen, die sich mit Hoffnung, Mut und Engagement für ihre Gemeinden einsetzen. Wir besuchten Projekte, die uns sowohl historisch und architektonisch als auch sozial inspirierten.

Abschließend bleibt vor allem eines zu sagen: Thüringen ist ein Bundesland voller Gegensätze. Zwischen demografischem Wandel, Leerständen und großen Distanzen stehen ebenso zahlreiche engagierte Projekte, starke Gemeinschaften, weitläufige Landschaften und besondere Orte, die entdeckt werden wollen.

Ein Satz ist uns dabei besonders im Gedächtnis geblieben:

„Einfach machen.“

❗️Stichwort: Eigeninitiative. Wenn sich niemand traut anzufangen, wird sich auch nichts verändern.

// Eine kulinarische Reise blieb natürlich auch nicht aus. Thüringer Bratwurst und Thüringer Klöße überzeugten uns ebenfalls.

Adresse

Konrad-Zuse-Straße 1
Koblenz
96075

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