29/09/2025
Wir sind mit unserer Arbeit in der neuen Ausgabe der Leistungssport!
Seit mehr als zehn Jahren habe ich als Psychologin die Ehre, in faszinierende Erfahrungs- und Erlebenswelten im Leistungssport eintauchen und nach Antworten auf die Frage suchen zu dürfen: Was müssen Herz, Kopf und Bauch von Athlet*innen lernen, um langfristig in ihrer Sportart über sich hinauswachsen zu können? Denn einer der stärksten Muskeln im Leistungssport ist auf den ersten Blick oft unsichtbar.
Selbst die größten Sporttalente stoßen an Grenzen, wenn bei ihnen entwicklungsrelevante psychologische und psychosoziale Kompetenzen nicht ausgebildet sind. Alltägliche Herausforderungen können dann ungünstige Bewältigungsstrategien verstärken. Und wenn Athlet*innen immer wieder auf wenig hilfreiche Denk- und Verhaltensweisen zurückgreifen, verlieren sie enorm viel Energie – Energie, die ihnen zur Leistungsentwicklung fehlen wird.
Meine Arbeit für und im Team des Zentrums für praktische Sportpsychologie in Potsdam besteht darin, gemeinsam mit erfahrenen Trainer*innen und Athlet*innen, die Psycho-logik des Gelingens ihrer jeweiligen Sportart zu entschlüsseln. Dabei schlage ich eine Brücke zwischen ihrer Praxiserfahrung und unserem psychologischen Fachwissen und versuche, das zunächst meist Unbewusste so herauszuarbeiten und zu strukturieren, dass es für alle greifbar, besprechbar und für den Leistungsaufbau nutzbar wird.
Im nächsten Schritt übersetze ich dieses Wissen in ein Diagnostiktool und übergebe den „Staffelstab“ an die Sportpsycholog*innen in unserem Team. Mit dem Tool können sie die relevanten Kompetenzen der Athlet*innen erfassen und ihren emotionalen, kognitiven und sozialen Entwicklungsstand sichtbar machen.
So entsteht neben der trainingswissenschaftlichen und sportmedizinischen Perspektive auch eine fundierte psychologische Sicht. Sie ermöglicht in Zusammenarbeit mit den Trainer*innen eine gute Grundlage, informierte Entscheidungen zu treffen, Entwicklungswege gezielter zu gestalten und ein Umfeld zu kreieren, in dem Athlet*innen angeleitet werden, auch ihren „mentalen Muskel“ aktiv zu stärken.
Auf diese Weise begleiteten wir bereits 1.414 Athlet*innen in 14 Sportarten.
Jetzt hatte ich die Ehre, gemeinsam mit Mascha Grote-Patock, Ole Benthien, Marlene Raabe-Steinherr und Ralf Brand unseren Schlüssel zur gezielten sportpsychologisch unterstützten Talententwicklung – unser ‚Potsdamer Modell‘ – zu Papier bringen zu dürfen und in der aktuellen Ausgabe der ‚Leistungssport‘ zu veröffentlichen.
Hat uns jemand entdeckt?
Das gute Stück war viel Arbeit – jedes Wort, jedes Satz- und Sonderzeichen von uns wohlüberlegt. Umso unglücklicher bin ich, dass die von uns mittels * bewusst gewählte geschlechtergerechte Sprache gestrichen wurde. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Trainerinnen und Sportlerinnen entschuldigen, die sich in dem Artikel nicht gesehen fühlen.