27/10/2025
Eine Chance, die verbindet: Zwei Lebenswege und eine überraschende Wiederentdeckung auf Schloss Montabaur
Michel Heinen ist Schüler. Jirakit Jongjaijit ist als Maler im Berufsleben angekommen. Was sie verbindet? Der ADG-Förderpreis – und der Mut, aus einer Auszeichnung mehr zu machen.
Michel hat den Preis im Juni 2025 gewonnen. Neben 750 Euro Preisgeld bekam er die Chance auf ein Praktikum auf Schloss Montabaur. Statt in den Herbstferien zu entspannen, hat er in der vergangenen Woche angepackt: Laub gefegt, Müll weggefahren, Verantwortung übernommen. „Mit Werkzeugen kenn ich mich aus“, sagt er – und man glaubt es ihm sofort.
Jirakit erhielt den Preis 2015. Er investierte in Pinsel und Kamera. Jahre später entstand sein Bild „Eine Chance fürs Leben“ – es zeigt Menschen, die sich die Hand reichen und seine ehemalige Schule. Er überließ es der ADG. Heute hängt es dort im Marketingbüro. Als Jirakit kürzlich als Handwerker auf dem Gerüst zurückkam, entdeckte er es zufällig durch ein Fenster wieder. „Ein bewegender Moment“, sagt er.
„Genau darum geht es beim ADG-Förderpreis“, sagt Boris Nannt, Vorstandsvorsitzender der ADG. „Wir wollen jungen Menschen nicht nur Perspektiven zeigen, sondern echte Möglichkeiten geben – ob mit Pinsel oder Schraubenschlüssel.“
Seit 17 Jahren verleiht die ADG den Förderpreis an Schülerinnen und Schüler der Heinrich-Roth-Realschule plus Montabaur. Und jedes Jahr beginnt damit eine neue Geschichte – eine, die zeigt, was passiert, wenn man jungen Talenten etwas zutraut.