02/06/2026
Wie sieht ein LME-Riss eigentlich aus, wenn man nah genug herangeht? 🔬
Bei der Flüssigmetallversprödung (LME) im Widerstandspunktschweißen dreht sich fast alles um eine Frage:
Wo ist das Zink? 🧪⚗️
Aber die Bruchfläche selbst erzählt bereits die halbe Geschichte. 📖
Unsere SEM-Aufnahme zeigt einen neu identifizierten LME-Risstyp — entstanden bei reduzierter Flanschbreite am DP1200 DH im RSW. Drei Details, die ins Auge fallen 👇
— ✨ Glänzend, facettiert, eben. Kein duktiles Bruchbild.
— 🪨 „Kopfsteinpflaster"-Morphologie - Signatur eines interkristallinen Sprödbruchs.
— ⚡ Der Riss läuft entlang der Korngrenzen - schnell und spröde.
Der Mechanismus 🔩
🔸 Flüssiges Zink benetzt die Korngrenzen
🔸 Kohäsion bricht zusammen
🔸 Der Riss findet die „Autobahn" 🛣️
Beim nächsten LME-Verdacht also nicht nur fragen: „Ist Zink vorhanden?" 🧲 - sondern auch: „Sieht der Bruch nach LME aus?" 🤔
EDX + SEM zusammen = belastbare Identifikation ✅
Vielen Dank an das CMP für die SEM-Aufnahmen 🙏
Quelle: Yang et al., Metals 2023, 13, 1754 · DOI: 10.3390/met13101754