13/04/2026
Wie gelingt die Energiewende dort, wo sie ganz konkret spürbar wird – in Städten und Quartieren? Wer entscheidet, wo Wärmenetze entstehen, wie Strom und Wärme intelligent zusammenspielen und welche Geschäftsmodelle sich wirklich lohnen? Genau hier setzt unser neues Forschungsprojekt an: OS-LOTSE – das steht für „Open-Source-Tool für die lokale Optimierung und Transformation sektorgekoppelter Energiesysteme“. Das Forschungsteam von Prof. Dr. Peter Vennemann entwickelt ein neues Open-Source-Tool, das Stadtwerken helfen soll, die Energiewende vor Ort selbst aktiv zu steuern. Projektpartner sind die Hochschule Emden/Leer , die Stadtwerke Gronau und die Stadtwerke Westmünsterland.
„Die Energiewende in Städten und Quartieren zählt zu den drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Klassische, einmalig beauftragte Studien reichen dafür längst nicht mehr aus – gefragt sind dynamische, anpassbare Werkzeuge, die technische, wirtschaftliche und ökologische Aspekte zusammenbringen“, fast Jan Tockloth, Ingenieur im Projektteam von Prof. Vennemann, das Ziel des Vorhabens zusammen. Stadtwerke stehen deshalb im Zentrum des Projektes: Die Betreiber*innen kennen ihre Quartiere, verfügen über die relevanten Daten und treffen täglich Entscheidungen, die die Entwicklung vor Ort prägen. Gleichzeitig nehmen die Anforderungen an Stadtwerke rasant zu, da ständig neue Vorgaben, neue Technologien, neue Geschäftsmodelle dazukommen werden.
Hier hakt OS-LOTSE ein. Eine Open-Source-Software bildet die energetische Infrastruktur des Stadtwerks ab. Anhand verschiedener Szenarien kann das Energiesystem dann gezielt optimiert werden. Das System wir laufend angepasst, so können Stadtwerke ihre Planung kontinuierlich weiterentwickeln, auf neue Anforderungen reagieren und anstehende Investiotionen einfacher entscheiden.
Die Stadtwerke könnten damit selbst maßgeschneiderte Geschäftsmodelle für die Strom- und Wärmeversorgung entwickeln und nutzen das Know-how im eigenen Haus.
Technische Grundlage von OS-LOTSE ist der an der entwickelte Spreadsheet Energy System Model Generator (SESMG) – ein Optimierungstool, mit dem urbane, sektorgekoppelte Energiesysteme modelliert und über Sektoren hinweg optimiert werden können. Der SESMG ist wissenschaftlich erprobt – bislang aber vor allem im wissenschaftlichen Kontext.
OS-LOTSE macht nun den nächsten Schritt. „Wir entwickeln den SESMG zu einem leicht nutzbaren Praxistool weiter, damit er in die Workflows der Stadtwerke integriert werden kann. Also richtet sich das Tool später gezielt an die Anwender*innen in den Stadtwerken“, so Franziska Koert, ebenfalls vom Team Vennemann.
„Das Projekt lebt von den Erfahrungen der Stadtwerke aus den unterschiedlichen Quartieren. Deshalb sind weitere Stadtwerke eingeladen sich einzubringen“, sagt Koert. Wer Interesse am Mitwirken oder einem Austausch hat, kann sich gerne direkt beim Forschungsteam von Prof. Vennemann melden. https://lnkd.in/djKSeuTB