Forum Junge Rechtswissenschaft

Das Forum Junge Rechtswissenschaft ist eine Initiative von Habilitierenden der Juristischen Fakultät der Universität Tübingen. Es bietet Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern eine Plattform, Forschungsprojekte zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Der angestrebte Diskurs reflektiert die Methodenvielfalt wie sie in jüngerer Zeit in der Rechtswissenschaft zu beobachten

ist. Die in den Blick genommene wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Recht umgreift daher dessen dogmatische Durchdringung ebenso wie die Untersuchung rechtlicher Zusammenhänge mit Hilfe interdisziplinärer Ansätze. Das Forum Junge Rechtswissenschaft steht daher sowohl Juristen wie auch Forscherinnen und Forschern anderer Disziplinen offen, die sich mit den verschiedensten Aspekten des geschriebenen und des gelebten Rechts beschäftigen. Es entspricht der zunehmenden überstaatlichen Einbindung nationaler Rechtsordnungen und der häufig grenzüberschreitenden Dimension rechtlicher Regulierung, dass auch der wissenschaftliche Diskurs diese Entwicklung aufgreift. Das Forum Junge Rechtswissenschaft bindet daher auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausländischer Forschungsinstitutionen ein.

25/04/2019

Am 27.5.2019 findet der nächste Vortrag in unserer Reihe statt! Dr. Andreas Orator (WU Wien/MPI Heidelberg) wird sprechen zu Thema: "Phänomene „konstitutioneller Evasion“ als Unionsverfassungswandel?". Der Vortrag findet um 18 h c.t. in der Neuen Aula, Raum 237 statt.

Abstract:

Wer die Entwicklung der Unionsverfassung in juristischen Kategorien fassen will, ist meist auf eine Untersuchung von Vertragsänderungen und die (rechtsfortbildende) Tätigkeit des EuGH beschränkt. Es fehlt ein verfassungsrechtliches Vokabular zur Beschreibung jener Vorgänge, die im weitesten und meistens lediglich faktischen Sinne unter Verfassungswandel, als Änderungen des Verfassungsinhalts bei unverändertem Verfassungstext, firmieren. Einige jüngere Beispiele aus dem Umfeld des EU-Organisationsrechts (Inter-se-Verträge, richterliche Zurückhaltung gegenüber politischen oder technokratischen Akteuren, Geschäftsordnungsmaßnahmen oder „robustes soft law“) sollen darauf untersucht werden, ob sie – im Angesicht konstitutioneller Barrieren – evasive Strategien mit potenziell verfassungswandelndem Charakter darstellen und ob diese auch verfassungsrechtlich gedacht werden können und sollen.

Zur Persson:

Andreas Orator studierte Rechtswissenschaften und Politologie an der Universität Wien (Mag. iur., Dr. iur., B.A.) und Sciences-Po Paris (diplômé) sowie an der New York University (LL.M.). Er ist Habilitand am Institut für Europarecht und Internationales Recht der Wirtschaftsuniversität Wien und seit Oktober 2018 Max-Planck-Stipendiat am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Unionsagenturen und der europäische Verwaltungsverbund, die Wirtschafts- und Währungsunion und der Verfassungsgerichtsverbund sowie das österreichische Verfassungsrecht.

07/01/2019

Am Donnerstag, den 24.1.2019 um 18 Uhr c.t. in Raum 225, Neue Aula, spricht Dr. Stefanie Egidy (MPI Bonn) zum Thema:

"Finanzmärkte im Konflikt von Transparenz und Geheimhaltung"

Hier ist der Abstract:

"Eine funktionierende Demokratie lebt von der Kritik und Kontrolle der Herrschaftsausübung. Wie lassen sich jedoch die hierfür zwingend notwendigen Informationen über Problemzusammenhänge und Sachentscheidungen erlangen, wenn die Verantwortlichen ihre Preisgabe zum Schutz öffentlicher Interessen verweigern? Dieser Grundkonflikt zwischen Transparenz und Geheimhaltung ist universell. In der Finanz- und Eurokrise wurde er in besonderer Weise virulent. Der Grund hierfür liegt in der Bedeutung, Komplexität, Sensibilität und Vertrauensabhängigkeit der Finanzmärkte. Die deutsche und europäische Rechtsordnung gewähren Informationsfreiheitsrechte, jedoch beherrscht der Grundsatz „Im Zweifel für Geheimhaltung“ die Rechtspraxis. Dies motiviert Informationssuchende, den Rechtsweg zu beschreiten, um Zugang zu Dokumenten, Protokollen und Archiven zu erhalten. Vor diesem Hintergrund analysiert der Vortrag, welches Gleichgewicht auch im Hinblick auf die hohe Bedeutung der Finanzmärkte für unsere Demokratie angemessen ist und welche Institutionen sowie Verfahren sich zur Lösung dieses Konflikts eignen."

Zur Person:

Studium der Rechtswissenschaften und Begleitstudium Europäisches Recht (Universität Würzburg/Universitetet i Bergen, Norwegen). Erstes Staatsexamen 2009. Sodann Wissenschaftliche Mitarbeiterin (Universität Würzburg). 2011 Master of Laws (Yale Law School, USA). 2011–2013 Visiting Researcher (Yale Law School, Arizona State University, USA). 2015 Attorney-at-Law (New York). 2014–2016 Referendariat mit Stationen u.a. am BVerfG. 2016 Zweites Staatsexamen und Promotion mit mehrfach ausgezeichneter Arbeit „Finanzkrise und Verfassung“ (Prof. Dr. Helmuth Schulze-Fielitz). Seit 2013 Wissenschaftliche Mitarbeiterin und seit 2016 Habilitandin am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern (Bonn).

02/05/2017

Dr. Michael Goldhammer, LL.M.
Universität Bayreuth

Die Zukunft ist offen! – Das Öffentliche Recht der Fehlprognosen

Mittwoch, 10.5.2017
18.00 s.t.
HS 237, Neue Aula

20/06/2013

Nochmal zur Erinnerung: Heute Abend um 18 Uhr spricht Dr. Andreas Engels zum Gendiagnostikgesetz. Wir freuen uns schon sehr auf den Vortrag und alle Zuhörer!

Adresse

Tübingen
72074

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