05/11/2025
CN/TW: sexueller Missbrauch
Vergangene Woche Donnerstag, am 31.10.2025, wurde der dritte Zwischenbericht des Projekts: „Sexueller Missbrauch von Minderjährigen sowie hilfs- und schutzbedürftigen erwachsenen Personen durch Kleriker/Laien im Zeitraum von 1946 bis 2021 im Verantwortungsbereich der Diözese Trier: eine historische Untersuchung“ vorgestellt. Das Projekt der Historiker:innen Lena Haase, Lutz Raphael und Alisa Alić untersuchte in diesem Bericht die sexualisierte Gewalt an Kindern, Jugendlichen sowie hilfe- und schutzbedürftigen Erwachsenen im Bistum Trier während der Amtszeiten der Bischöfe Reinhard Marx (2001–2008) und Stephan Ackermann (2009–2021). Die Studie basiert auf der Auswertung von 1.279 Aktenbänden aus verschiedenen Beständen sowie 30 Gesprächen mit Betroffenen und Zeitzeug:innen.
Der Bericht stellt u. a. fest, dass gegenüber der Amtszeit von Bischof Spital die Zahl der Täter von 47 auf 37 unter Marx und Ackermann zurückgegangen ist. Seit 2001 ist zudem kein neuer Fall eines Intensivtäters, also eines Beschuldigten, der 10 oder mehr Betroffene verantwortet, hinzugekommen. Auch die Zeit zwischen Tat und Meldung hat sich deutlich verkürzt. Diese positive Entwicklung sei der allgemein gesteigerten gesellschaftlichen Aufmerksamkeit für das Problem sexualisierte Gewalt zuzuschreiben. Es wurden aber auch innerhalb des Bistums professionellere Strukturen aufgebaut und eine bessere Fürsorge für Betroffene etabliert.
Deutlichen Verbesserungsbedarf sehen die Forschenden hingegen bei der Kommunikation mit Betroffenen, den Gemeinden und der Öffentlichkeit. Dazu kritisieren die Forschenden vor allem die unsystematische Aktenführung und die mangelhafte Informationsweitergabe zwischen Bistümern. Seitens der Personalführung wurden zudem Versetzungen in Pflegeheime oder Krankenhäuser nicht ausreichend kontrolliert, teilweise wurde die Fürsorgepflicht für die Täter noch höher gewichtet als das öffentliche Sicherheitsbedürfnis.
Den kompletten Zwischenbericht, sowie Informationen und den Kontakt zum „Hilfstelefon Missbrauch”, findet ihr unter dem Link in unserer Bio.