13/04/2024
Mischa meint
Und wenn es mal schwer wird im Leben: Wir sind nicht allein
Dass es Selbsthilfegruppen für Menschen mit Beeinträchtigungen beim Lernen gibt, wusste ich. Dass es aber in Deutschland so viele, so intensiv arbeitende Selbsthilfegruppen für Menschen mit psychischen oder physischen Beeinträchtigungen gibt, war mir nicht so bewusst. Denn sie stehen nicht im medialen Fokus (warum wird so wenig darüber berichtet?) und sind doch so grundlegend für das Wohlbefinden der betroffenen Menschen.
Es gibt Selbsthilfegruppen für fast jede psychische Herausforderung und jedes gesundheitliche Problem zum Beispiel für Menschen mit Depressionen, Krebs, Angststörungen, Essstörungen, Suchterkrankungen (Alkohol, Drogen, Nikotin), Chronischen Schmerzen, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheumatischen Erkrankungen, Multiple Sklerose, Autismus, Bipolaren Störungen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, Demenz, HIV/AIDS, Morbus Crohn, Parkinson-Krankheit, Posttraumatischen Belastungsstörungen, Schlaganfall, Einsamkeit und in den letzten Jahren auch zahlreiche Gruppen für Long-Covid-Betroffene.
Selbsthilfegruppen geben Halt, Austausch und Hilfe zur Selbsthilfe für Menschen, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind – und auch für deren Angehörige. Sie stärken die Menschen und erhalten oder fördern das Wohlbefinden – was, wie wir ja aus zahlreichen Studien inzwischen wissen, wiederum die körperliche und psychische Heilung unterstützt.
Ich hatte nun Kontakt zu einer Selbsthilfe-Kontaktstelle: REKIS ist ein Selbsthilfeverein, der in Cottbus über 120 (!) solcher Gruppen betreut. Solche Selbsthilfe-Kontaktstellen gibt es inzwischen in vielen Städten und dort findet man Beratung um im vertraulichen Gespräch für das eigene Anliegen in der Region die richtige Gruppe zu finden. REKIS hat mich eingeladen, um über stärkende Impulse und Lebensfreude zu sprechen. Und es sind viele gekommen und wir hatten frohe Stunden zusammen.
Selbsthilfegruppen stehen nur selten im Licht der medialen Öffentlichkeit und mir ist klar geworden, dass ich sie bisher kaum wahrgenommen habe. Aber gut nun zu wissen, dass es rund 100.000 Gruppen in Deutschland gibt, die mit Gesprächen, Taten und menschlicher Wärme da sind, wenn Mensch sie braucht - egal wie schlecht es uns gehen mag, es gibt Menschen, denen geht oder ging es ähnlich und deshalb können sie helfen und wir vielleicht ihnen. Wir sind nicht allein.
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