25/09/2026
Zusammenhang zwischen ME/CFS und SLE??
Noch als "Article in Press": Habermann-Horstmeier L. Persitent symptom burden in long-standing systemic lupus erythematosus; subgroup-focused hypothesis for a SLE-ME/CFS research phenotype
Kurz gesagt:
Der Artikel geht der Frage nach, warum eine Gruppe von Menschen mit langjährigem systemischem Lupus erythematodes (SLE) weiterhin unter schweren Beeinträchtigungen leidet, obwohl die messbare Entzündungsaktivität ihrer Autoimmunerkrankung stark zurückgegangen ist oder die Krankheit als in Remission befindlich gilt.
Dem Artikel zufolge leiden Menschen dieser Gruppe seit mindestens sechs Monaten unter starker Erschöpfung und einer deutlich eingeschränkten Funktionsfähigkeit. Dies kann mit einer Verschlimmerung der Symptome nach körperlicher oder geistiger Anstrengung, nicht erholsamem Schlaf, Konzentrationsschwierigkeiten oder Durchblutungsstörungen (z. B. beim Aufstehen) einhergehen. Dieses Muster ähnelt den Symptomen von ME/CFS, einer Erkrankung, bei der die Verschlimmerung der Symptome nach Anstrengung (PEM) ein zentrales Merkmal ist.
Als mögliche Erklärung wird in dem Artikel vermutet, dass bei manchen Menschen – ähnlich wie bei Patienten mit ME/CFS – Veränderungen im Immunsystem, im zellulären Energiestoffwechsel, in den Blutgefäßen sowie bei der Regulierung der Herzfrequenz und des Kreislaufs zusammenwirken. Für SLE wurde dies jedoch bislang noch nicht nachgewiesen.
Einige der erörterten Überlegungen stammen aus der ME/CFS-Forschung und müssten zunächst bei Menschen mit SLE überprüft werden. Der Artikel weist zudem darauf hin, dass die genannten Symptome auch andere Ursachen haben können, wie beispielsweise Anämie, Schlafstörungen, die Einnahme bestimmter Medikamente, Schmerzen oder eine aktive Lupuserkrankung. Diese müssen zunächst sorgfältig ausgeschlossen werden.
Der Artikel formuliert somit eine Forschungshypothese, die in künftigen Studien überprüft werden sollte.