05/03/2019
Liebe Kolleg*innen,
es ist wieder so weit und wir werden Ihnen /Euch heute einen weiteren Referenten unserer anstehenden Fachtagung – die vom 22.03.2019 bis zum 24.09.2019 an der Fachhochschule Frankfurt am Main stattfinden wird – vorstellen. Sollte Ihr/Euer Interesse geweckt werden, dann freuen wir uns Dich/Sie willkommen heißen zu dürfen. Es gibt noch wenige verbleibende Plätze (unter www.bkj-ev.de)
Es ist uns eine besondere Freude Ihnen/Euch heute den Vortrag von Prof. Heiner Keupp vorstellen zu dürfen, der die Identitätstheorie und -forschung der vergangenen Jahre wie kaum ein zweiter geprägt hat. Er wird uns unter dem Titel „Identitätsarbeit in der Spätmoderne: Riskante Chancen zwischen Selbstsorge und Zonen der Verwundbarkeit“ spannende Einblicke geben:
Die traditionsbestimmte Gesellschaft, die wir hinter uns gelassen haben, hat den Menschen kaum veränderbare Grundrisse ihres Lebensgehäuses vorgegeben. Die Postmoderne hat sich davon verabschiedet und bietet uns Bilder an, die uns als Konstrukteure und Baumeister unser eigenen Identitätsbehausungen zeigen. Architekt und Baumeister des eigenen Lebensgehäuses zu werden, ist allerdings für uns nicht nur Kür, sondern zunehmend Pflicht in einer grundlegend veränderten Gesellschaft. Es hat sich ein tiefgreifender Wandel von geschlossenen und verbindlichen zu offenen und zu gestaltenden sozialen Systemen vollzogen. Nur noch in Restbeständen existieren Lebenswelten mit geschlossener weltanschaulich-religiöser Sinngebung, klaren Autoritätsverhältnissen und Pflichtkatalogen. Die Möglichkeitsräume haben sich in einer pluralistischen Gesellschaft explosiv erweitert. In diesem Prozess stecken enorme Chancen und Freiheiten, aber auch zunehmende Gefühle des Kontrollverlustes und wachsende Risiken des Misslingens. Notwendig ist es, das „Handwerk der Freiheit“ zu lernen, das ohne Zugang zu materiellen, psychischen, sozialen und symbolischen Ressourcen nicht gelingen kann.
Heiner Keupp, Jg. 1943, Studium der Psychologie und Soziologie in Frankfurt am Main, Erlangen und München. Diplom, Promotion und Habilitation in Psychologie. Von 1978 bis 2008 Professor für Sozial-und Gemeindepsychologie an der Universität München. Aktuell Gastprofessor an der Universität Bozen. Kommissionsvorsitzender für den 13. Kinder- und Jugendbericht der deutschen Bundesregierung zur Gesundheitsförderung und Prävention (2007 –2009). Arbeitsinteressen beziehen sich auf soziale Netzwerke, gemeindenahe Versorgung, Gesundheitsförderung, Jugendforschung, individuelle und kollektive Identitäten in der Reflexiven Moderne, Bürgerschaftliches Engagement und Missbrauch in pädagogischen und kirchlichen Institutionen (Kloster Ettal, Stift Kremsmünster, Odenwaldschule). Mitglied der vom deutschen Bundestag beschlossenen Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs.
Mi 13.02.2019 Allgemein Referentenentwurf eines Gesetzes zur Reform der Psychotherapieausbildung Hier finden Sie den Referententwurf des BMG und die bkj-Stellungnahme zum Referentenentwurf des BMG Januar 2019 … mehr "Referentenentwurf eines Gesetzes zur Reform der Psychotherapieausbildung"