23/11/2020
Nicht erst seit der Literatur der Nachkriegszeit, wissen wir dass Frieden mehr als nur die Abwesenheit von Krieg ist:
"Friede ist nicht Abwesenheit von Krieg. Friede ist eine Tugend, eine Geisteshaltung, eine Neigung zu Güte, Vertrauen und Gerechtigkeit."
Baruch de Spinoza (1632 - 1677), eigentlich Benedictus d'Espinoza, holländischer Philosoph (Baruch = Schüler des Propheten Jeremias)
Wenn wir also über demokratische Grundprinzipien sprechen, so sollten sich diese am ehesten entwickeln können wenn das Bewusstsein und die Bildung der Menschen auf unserer Erde auf einen Stand gebracht werden kann, der Friede als allgemein anerkanntes Produktivgut als Alternative vermittelt und die Anerkennung von Frieden dem vorsteinzeitlichen Verhaltensmustern entgegensetzen könnte, die unsere moderne nachkriegszivilisation, die ins Mittelalter abzudriften droht zur Zeit gerade entwickelt und durchläuft.
Zur Erinnerung:
DER GEFÄHRLICHERE FEIND DES GUTEN
"Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit.
Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich
bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das
Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem
es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt.
Gegen die Dummheit sind wir wehrlos.
Weder mit Protesten noch mit Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten;
Gründe verfangen nicht;
Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen,
brauchen einfach nicht geglaubt zu werden –
in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch, und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseite geschoben werden.
Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden, ja, er wird sogar gefährlich,
indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist
dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber
dem Bösen. …
Bei genauerem Zusehen zeigt sich, daß jede starke äußere
Machtentfaltung, sei sie politischer oder religiöser Art einen
großen Teil der Menschen mit Dummheit schlägt. …
Das Wort der Bibel, das die Furcht Gottes der Anfang der
Weisheit sei (Sprüche 1, 7), sagt, daß die innere Befreiung des
Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott die einzige
wirkliche Überwindung der Dummheit ist."
Dietrich Bonhoeffer
Quelle:
Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 26 ff